Angetestet: Prada- und Shine-Handy von LG
Unmittelbar neben dem Drehrädchen befinden sich zwei Bedienknöpfe in Drehknopfform, ohne drehbar zu sein. LG bezeichnet sie als Design-Element. Sie sind zum Bestätigen mancher Aktion nötig – diese Aufgabe hätten jedoch besser die zwei weiteren Menüknopfe ganz links bzw. ganz rechts vom Drehrad übernommen. Zum einen, weil diese Tasten besser reagieren und zum anderen, weil sie nicht so klein und fummelig sind wie die Design-Elemente. Der User-Logik hätte es ebenfalls gut getan, nur zwei statt vier Bestätigungsknöpfe zu haben.
Das Tribandhandy funkt auf den GSM-Frequenzen 900, 1.800 sowie 1.900 MHz und beherrscht GPRS und EDGE. Die nach dem Aufschieben erscheinende gleichmäßig blau ausgeleuchtete Tastatur erinnert ein wenig an die RAZR-Klaviatur, lässt sich gut bedienen und liefert einen klar definierten Druckpunkt.
Rechts an der Gehäuseseite befinden sich zwei Tasten für den Aufruf von MP3-Player und der 2-Megapixel-Kamera mit Autofokus. Die Kamera fokussiert nicht allzu zügig, löst dann aber schnell aus. Anders als beim GSM-Chocolate-Modell ist die Kameralinse nicht mit einer Schutzhülle verdeckt, so dass sie schnell verkratzt werden kann.
Für Klingeltöne, Bilder, Videos und Musikdateien steht ein interner Speicher von 45 MByte bereit, der sich per Micro-SD-Karte erweitern lässt. Bei einer USB-Verbindung soll sich der interne Speicher wie ein normaler Wechselspeicher am Betriebssystem anmelden, um direkt auf den Speicher zugreifen zu können. Daneben steht Bluetooth zur Verfügung.
Nicht glänzen kann das 125 Gramm wiegende Shine allerdings bei den von LG angegebenen Akkulaufzeiten. Schon nach rund 2,5 Stunden Gesprächszeit muss der Akku wieder ans Netz, die Bereitschaftsdauer fällt mit etwa 8 Tagen auch nicht überragend aus.
Fazit: Das Shine sieht edel aus und schindet sicher Eindruck, wenn es auf dem Tisch liegt. Die Menüführung ist innovativ, Direkt-Zugriffstasten für MP3-Player und Kamera sind benutzerfreundlich. An den Multimediafunktionen kann dagegen im Detail noch ein klitzeklein wenig gefeilt werden.
Das Shine soll zunächst ab Ende Februar 2007 exklusiv bei T-Mobile erhältlich sein. Der Preis wird zwischen 399,- und 449,-Euro ohne Vertrag liegen. Derzeit arbeitet LG an einer Web-&-Walk-Variante für den größten deutschen Netzbetreiber, der Ende März 2007 fertiggestellt sein soll. Sobald diese im Handel erhältlich sein wird, soll das Shine auch bei den anderen Netzbetreibern zu haben sein.
Neben dem Shine hat LG auch einen Prototypen des Prada-Handys vorgestellt. Hier wurden die berührungssensitiven Fähigkeiten des LG Chocolate weiterentwickelt. Der Nutzer kann mit dem Finger nicht nur durchs Menü springen, sondern gibt durch sanftes Antippen mit dem Finger auch Telefonnummern ein oder schreibt so eine SMS. An der Sensibilität der Textfunktion arbeitet LG jedoch noch – derzeit ignoriert die Software gern noch mal die ein oder andere Berührung. Prada soll bei der Entwicklung des Handys KE850 – wie die Industriebezeichnung lautet – nicht nur am äußeren Design mitgearbeitet haben, sondern auch maßgebliche Vorschläge für die Bedienführung, den Touchscreen, die Klingeltöne und das Zubehör unterbreitet haben.
Videos werden mit 30 Bildern pro Sekunde und einer Auflösung von 400 x 240 Pixeln abgespielt. Das Prada-Handy kann dabei die Videoformate MPEG4, H.263 und H.264 darstellen. Übersichtlich und leicht umzustellen sind die eher bescheidenen Kamerafunktionen ebenfalls durch kurzes Antippen.
Weitere Multimedia-Elemente sind ein UKW-Radio und ein Musik-Player, der Formate wie MP3, ACC, ACC+, WMA und RA abspielt. Der Sound kann über fünf voreingestellte Equalizer-Einstellungen angepasst werden. Die Musikfunktion läuft auch im Hintergrund, so dass nebenbei eine SMS oder eine E-Mail verfasst werden kann.
Musik-, Foto- und sonstige Daten können auf den sehr bescheidenen 8 MByte des internen Speichers oder auf einer Micro-SD-Karte abgelegt werden. Ferner kann das Handy E-Mails empfangen und Anhänge per Dokumentenbetrachter für gängige Office-Dateien darstellen.
Das Triband-Gerät für die GSM-Netze 900, 1.800 und 1.900 MHz ist für die Datenübertragung per GPRS und EDGE gerüstet. Auf UMTS oder gar HSDPA muss der Käufer auch bei diesem Modell verzichten. Das Prada-Handy lässt sich als externes Laufwerk für den Rechner einsetzen und unterstützt USB 2.0 sowie Bluetooth 2.0. Zur Akkulaufzeit liegen keine Angaben vor.
Das 98,8 x 54 x 12 mm große Handy wiegt 85 Gramm und soll Ende Februar 2007 bei Prada für etwa 600,- Euro ohne Vertrag zu haben sein.
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