Mitsurfzentrale macht Fon, Maxspot und Sofanet Konkurrenz
Hinter der Mitsurfzentrale steckt die QED GmbH mit Sitz in Heidelberg. Das Unternehmen wurde Ende 2005 von Dr. Engelbert Quack und Nikolaus Starzacher gegründet. Schon seit dem Sommer 2006 gibt es die ersten Mitsurfzentrale-Hotspots in Heidelberg, mittlerweile ist die Pilotphase abgeschlossen und ab dem 9. Februar 2007 will der Dienst bundesweit starten. Im Moment sind es laut Starzacher unter 100 Hotspots(öffnet im neuen Fenster) im Mitsurfzentrale-Netz, die größtenteils in Heidelberg stehen, doch das soll sich mit Hilfe von privaten Partnern sowie Café- und Restaurant-Betreibern mit DSL-Anschluss ändern.
Das Gebührenmodell unterscheidet sich vom inzwischen recht weit verbreiteten Fon dadurch, dass es nur eine kostenlose Nutzung gibt und dass der Hotspot-Betreiber immer und zudem mehr an den Einnahmen beteiligt wird. Die Kostenstruktur ist einfach: Wer sich unterwegs in einen Mitsurfzentrale-Hotspot einwählt und darüber ins Internet will, muss - bei minutengenauer Abrechnung - 1 Euro pro Stunde zahlen. Wer sich neu bei Mitsurfzentrale anmeldet, bekommt eine Gratisstunde zum Ausprobieren, für weitere Nutzung muss man sein Guthaben auf dem Mitgliedskonto aufladen - per Kreditkarte oder Überweisung.
Wer hingegen häufiger einen bestimmten Mitsurfzentrale-Hotspot nutzt, kann für diesen auch eine "Nachbarschafts-Flatrate" buchen, die monatlich 10,- Euro kostet und an anderen Mitsurfzentrale-Hotspots nicht gilt. Damit umgeht der Anbieter ein kompliziertes Abrechnen über unterschiedliche Hotspots hinweg. Ob stündliche Nutzung oder Nachbarschafts-Flatrate - der jeweilige Betreiber bekommt immer 75 Prozent der Einnahmen und kann damit seine eigenen DSL-Kosten senken. Mit den restlichen 25 Prozent der Einnahmen soll der Dienst finanziert und weiterentwickelt werden.
Da das Mitsurfen nur nach vorheriger Registrierung bei der Mitsurfzentrale möglich ist, will dieser damit im Fall rechtlicher Probleme durch missbräuchliche Nutzung die Strafverfolgungsbehörden "nach Kräften unterstützen" . Eine hundertprozentige rechtliche Sicherheit kann aber bei derzeitiger Rechtslage keine der kommerziellen WLAN-Gemeinschaften bieten - mit Ausnahme von Sofanet vielleicht, deren Angebot komplizierter und für den Hotspot-Betreiber im Vergleich zur Mitsurfzentrale finanziell weniger attraktiv erscheint.
Ob der eigene Internetzugang überhaupt mit anderen geteilt werden darf, steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Internetproviders und sollte vom angehenden Mitsurfzentralen-Hotspot-Betreiber im Vorfeld geprüft werden. Wer seinen Internetanschluss anderen zur Verfügung stellen will, muss sich ebenfalls anmelden und eine von der Mitsurfzentrale bereitgestellte Firmware in einen bestehenden Router aufspielen. Eine Liste der unterstützten(öffnet im neuen Fenster) Geräte, die weiter ausgebaut werden soll, sowie eine Anleitung finden sich auf der offiziellen Website zum Dienst.
Der Hotspot-Betreiber kann sich und bis zu drei anderen Nutzern einen kostenlosen WLAN-Zugang einrichten. Die Router-Firmware - basierend auf modifizierten Open-Source-Lösungen - soll dabei sicherstellen, dass "durch spezielle Firewall-Regeln" weitere am Router hängende Geräte wie etwa PCs oder Drucker abgeschirmt bleiben. Wird der mit Mitsurfzentrale-Firmware bespielte Router hinter einen anderen gehängt, so muss in diesem ein Port-Forwarding eingestellt werden. Statistiken über die Nutzung gibt es über die offizielle Website www.mitsurfzentrale.com(öffnet im neuen Fenster) , über die auch die Teilnahme als Kunde oder Hotspot-Betreiber angemeldet wird.
Einige Schwächen gibt es bei der Firmware noch, so gibt es noch keine Möglichkeit, die Bandbreite zu reglementieren oder insbesondere Filesharing - ähnlich wie es Maxspot mit seinem kostenlosen Zugang verspricht - drosseln zu können. Im Moment können Nutzer mit zu viel Bandbreiten-Bedarf nur "herausgeworfen" werden. Ein "intelligentes Bandbreitenmanagement" für die Mitsurfzentrale ist aber schon geplant, etwa um die Bandbreite automatisch gemäß den aktiven Nutzern zu verteilen, wie Golem.de auf Nachfrage erfuhr. Zudem sieht die Firmware noch nicht vor, wenigstens für den Hotspot-Betreiber per zweite SSID eine verschlüsselte Funkverbindung bereitzustellen, auch das soll sich aber ändern.



