Spieletest: Rainbow Six Vegas - Schwerer Taktikshooter

Nach einer kurzen Einweisung geht es gleich in die heiße Phase des Spiels über und der Einsatz beginnt. Eine richtige Einsatzplanung mit alternativen Routen durch die ausladenden Karten ist schon seit einiger Zeit nicht mehr in Rainbow Six vorhanden.
Doch auch die eigenen Kameraden blockieren kaum noch die Zugänge durch enge Türen und Korridore. Sollte man ihnen selbst im Weg stehen, tun sie deutlich per Sprachausgabe kund, dass man zur Seite treten soll.
Bei der Zahl der Ausrüstungsgegenstände besteht bei Rainbow Six Vegas kein Mangel. Angefangen von Pistolen, Revolvern und Maschinenpistolen gibt es diverse Sturmgewehre, MGs und Granaten aller Couleur. Die meisten Waffen lassen sich zudem mit unterschiedlichen Visiereinrichtungen und anderen Optionen individualisieren. Die Ausrüstung der beiden Teamkameraden jedoch bleibt dem Rechner vorbehalten, der Spieler hat hierauf keinen Einfluss.
Im Spiel muss man sich nur noch um das rechtzeitige Nachladen und den allgemeinen Munitionsvorrat kümmern. Von den toten Terroristen fallen gelassene Waffen können aufgenommen und mitsamt der Munition verwendet werden.
Besonders effektiv sind kleine tragbare Glasfaseroptiken, die unter der Tür hindurch geschoben den dahinter liegenden Raum samt Terroristen zeigen. In dieser Ansicht können den Teammitgliedern schon Primär- und Sekundärziele zugewiesen werden, die zuerst bekämpft werden sollen - also beispielsweise der Gegner, der der Geisel am nächsten steht oder den Zünder in der Hand hält.
Verwundete Kameraden lassen sich mit Verbandpäckchen wieder aufpäppeln, während der eigenen Spielfigur diese Hilfe versagt bleibt - hier heilt tatsächlich die Zeit alle Wunden. Wird man getroffen, was bei der Bewaffnung der Gegner eigentlich fast immer bedeuten müsste, dass man kampfunfähig ist, muss nur einige Zeit verstreichen, bis man wieder vor Gesundheit strotzend die Mission weiterführen kann.
Die akustischen Effekte reichen von den Kommandos und Rückmeldungen der Teammitglieder und den Texten der Terroristen bis hin zur Hintergrundmusik in den Gebäuden und diversen Waffengeräuschen, die recht realistisch klingen. Nur die deutsche Übersetzung mancher Sprachdateien ist etwas misslungen und nervt nach einiger Zeit erheblich.
Ein Manko des Spiels ist sein hoher Schwierigkeitsgrad und die zu weit auseinander liegenden, automatischen Speicherpunkte. Es besteht lediglich die Wahl zwischen einer schweren und einer noch schwereren Einzelspieler-Kampagne bzw. den Einzelmissionen. Für sich genommen wäre dies kein Problem, könnte man häufiger abspeichern. Leider bietet das Spiel dazu keine Möglichkeit. Stattdessen wird der Spielstand automatisch gesichert - nur sind die Abstände zwischen diesen Punkten sehr groß. Stirbt die Spielfigur, muss am letzten Punkt von Neuem begonnen werden.
Die Hardware-Anforderungen des Spiels sind enorm hoch. Selbst ein Intel Core Duo mit 2 GHz und aktueller Grafikkarte mit 512 MByte RAM und Shader 3.0 reichen gerade einmal für 1.280 x 1.024 Pixel Auflösung ohne allzu viele Effekte.
Das für Erwachsene gedachte Rainbow Six Vegas ist für Xbox 360 und PC bereits seit einigen Wochen im Handel erhältlich, Golem.de testete die PC-Version. Der Taktikshooter soll im März 2007 auch für die PlayStation Portable (PSP) erscheinen.
Fazit:
Rainbow Six Vegas weiß durch eine dichte Atmosphäre und eine hervorragende grafische Umsetzung des Handlungsortes zu begeistern. Die Taktikoptionen sind gegenüber den Vorgängern deutlich aufgewertet worden, so dass ein zügiges Spiel mit vielen Handlungsoptionen möglich wird. Der hohe Schwierigkeitsgrad und die teilweise erdrückende Zahl von Gegnern sorgen jedoch für einen bitteren Beigeschmack. Aus dem Taktikshooter mit sonst eher wenigen Gegnern wird damit schon fast ein Kriegseinsatz.



