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Wer mehr verdient, zieht weniger Musik aus Tauschbörsen

Je jünger, desto doller. Für ihre Magisterarbeit hatte Beatrix Deiß eine Studie zur Nutzung von P2P-Musiktauschbörsen durchgeführt. An der Onlinebefragung beteiligten sich 639 Personen. Das Durchschnittsalter lag bei 27 Jahren. Die Teilnehmer waren fast ausschließlich männlich und hatten zu drei Vierteln als höchsten Bildungsabschluss mindestens Abitur.
/ Andreas Donath
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Die Befragten speichern auf ihren Rechnern durchschnittlich 2.000 MP3s und benutzen am liebsten eDonkey. Sie schätzen am P2P-Wesen die gegenüber dem stationären Handel größere Musikauswahl und freuen sich über die Möglichkeit, die Musik Probe hören zu können. Die meisten Befragten sind der Ansicht, CDs sind zu teuer, doch ist der Kostenaspekt kein Hauptgrund für die Nutzung von P2P-Tauschbörsen.

Das Download-Verhalten wird unter anderem vom Alter und dem Einkommen der Nutzer bestimmt, geht aus der Studie hervor. So sind jüngere Nutzer stärker aktiv als ältere. Zudem zeigte sich, dass mit höherem Einkommen weniger heruntergeladen wird.

Auch der Werterahmen ist entscheidend: Wer Normen und Gesetze eher als bindend betrachtet, lädt weniger Musik herunter. Auch eine höhere Angst vor zivil- und strafrechtlicher Verfolgung senkt die Download-Intensität. Ein knappes Drittel der Befragten nutzt Tauschbörsen weniger intensiv, seit mit verschärfter Verfolgung gerechnet werden muss.

Dennoch muss die Musikindustrie nicht unbedingt damit rechnen, dass die CD-Verkäufe durch die Tauschbörsennutzung zurückgehen. Ein knappes Drittel der Befragten kauft zwar weniger CDs, ein Fünftel hat seinen CD-Konsum aber erhöht. Musik-Fernsehen und Zeitschriften werden allerdings weniger häufig genutzt. Die Tauschbörsennutzer gehen, seitdem sie Daten tauschen, aber häufiger zu Konzerten und hören mehr Radio.

Die Studie soll in einigen Wochen auf grin.de erscheinen.


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