DRAM-Kartell: Samsung zahlt 90 Millionen US-Dollar Strafe

Außergerichtliche Einigung wegen illegaler Preisabsprachen

In den vor zahlreichen US-Gerichten anhängigen Klagen von Bundesstaaten und Verbrauchern gegen Samsung wegen Preisabsprachen im DRAM-Geschäft gibt es eine erste Einigung. Samsung soll 90 Millionen US-Dollar zahlen, die dann an die Geschädigten verteilt werden. Die Verfahren gegen andere Halbleiterhersteller laufen weiter.

Artikel veröffentlicht am ,

In den USA laufen gegen die führenden Speicherhersteller der Branche bereits seit Jahren mehrere Prozesse. Den Unternehmen wird vorgeworfen, zwischen 1998 und 2002 Preisabsprachen getroffen zu haben, was die Kosten für DRAM künstlich hochhielt. Schon 2004 erzielte das US-Justizministerium mit Samsung, Elpida, Hynix und Infineon eine Einigung, welche die vier Unternehmen insgesamt über 730 Millionen US-Dollar kostete.

Stellenmarkt
  1. Storage Engineer Backup (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Wolfsburg, Leinfelden-Echterdingen
  2. IT Specialist First & Second Level Support (m/w/d)
    COLUMBUS McKINNON EMEA GmbH, Wuppertal, Kissing
Detailsuche

Die Strafe fiel so hoch aus, weil laut US-Kartellrecht die Wiedergutmachung dreimal so hoch ausfallen muss wie der angerichtete Schaden. Zahlreiche Verfahren sind aber noch anhängig, insgesamt 40 davon wurden durch die US-Bundesstaaten angestrengt, einige andere als Sammelklagen von Privatpersonen, die dabei von einem - am Schadensersatz beteiligten - Anwalt vertreten werden.

Der US-Bundesstaat New York hat sich nun einer Pressemitteilung des Generalstaatsanwalts Andrew Cuomo zufolge mit Samsung geeinigt. Der Deal soll für alle anhängigen Verfahren gelten, bedarf aber noch der Zustimmung von Gerichten in New York und San Francisco, wo ein Großteil der Klagen eingereicht wurden. Demnach soll Samsung 90 Millionen US-Dollar Schadensersatz zahlen, 10 Millionen davon sollen die US-Bundesstaaten und die Gemeinden erhalten, 80 Millionen sollen zwischen den restlichen Geschädigten aufgeteilt werden.

Einen genauen Schlüssel dafür gibt es noch nicht. Üblicherweise erhalten alle Konsumenten und Unternehmen in solchen Fällen in den USA einen Zeitraum von mehreren Monaten, währenddessen sie ihre Ansprüche geltend machen können. Sie müssen dann nachweisen, dass sie Produkte des beschuldigten Unternehmens im Zeitraum der Tat gekauft haben.

Samsung hat sich der Vereinbarung zufolge auch verpflichtet, bei der vollständigen Aufklärung des Falles zu helfen, den Cuomo als "internationale Verschwörung" beschreibt. Neben Samsung gibt es in New York noch weitere Verfahren wegen Preisabsprachen gegen Elpida, Hynix, Infineon, Micron, Mosel-Vitelic, Nanya und NEC. Im DRAM-Geschäft sind Preisabsprachen besonders verlockend, da die Marktpreise für die auch an Spot-Märkten gehandelten Chips stark schwanken. In Zeiten schwacher Nachfrage kosten die Produkte bisweilen die Hälfte dessen, was für sie bei einem besonders starken Markt zu erzielen ist. Auch die EU untersucht derzeit Samsungs Speichergeschäfte.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Klimaforscher
Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle

Mit der Entnahme von CO2 in den nächsten Jahrzehnten netto auf null Emissionen zu kommen, klingt nach einer guten Idee. Ist es aber nicht, sagen Klimaforscher.
Von James Dyke, Robert Watson und Wolfgang Knorr

Klimaforscher: Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle
Artikel
  1. Beats, E-Rezept, Vivobooks: Noch mehr neue Kopfhörer von Apple geplant
    Beats, E-Rezept, Vivobooks
    Noch mehr neue Kopfhörer von Apple geplant

    Sonst noch was? Was am 19. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  2. Kalter Krieg 2.0?: Die Aufregung um Chinas angebliche Hyperschallwaffe
    Kalter Krieg 2.0?
    Die Aufregung um Chinas angebliche Hyperschallwaffe

    Die Volksrepublik China soll eine Hyperschallwaffe getestet haben. China dementiert die Vorwürfe aber und sagt, es wäre ein Raumschiff gewesen.
    Eine Analyse von Patrick Klapetz

  3. M1 Pro/Max: Dieses Apple Silicon ist gigantisch
    M1 Pro/Max
    Dieses Apple Silicon ist gigantisch

    Egal ob AMD-, Intel- oder Nvidia-Hardware: Mit dem M1 Pro und dem M1 Max schickt sich Apple an, die versammelte Konkurrenz zu düpieren.
    Eine Analyse von Marc Sauter

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 16% auf SSDs & RAM von Adata & bis zu 30% auf Alternate • 3 Spiele für 49€: PC, PS5 uvm. • Switch OLED 369,99€ • 6 Blu-rays für 40€ • MSI 27" Curved WQHD 165Hz HDR 479€ • Chromebooks zu Bestpreisen • Alternate (u. a. Team Group PCIe-4.0-SSD 1TB 152,90€) [Werbung]
    •  /