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Veräppelt: Windows Vista als Chance für den Mac

Apple veralbert Windows Vista und erzürnt Bill Gates. Während Microsoft für den Wechsel auf Windows Vista wirbt, versteht es Apple, mit einer spöttischen Werbekampagne die Schwächen des hardwarehungrigen neuen Betriebssystems aufzuzeigen und Windows-Nutzern den Wechsel zum Mac als Alternative nahe zu legen. In der Apple-Werbung macht ein auf langweilig getrimmtes Bill-Gates-Imitat dabei derzeit eine bessere Figur als Microsoft-Gründer Bill Gates, der Apple Lügen unterstellt und dabei selbst mit interessanten Aussagen auffällt.
/ Christian Klaß
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Gates spielt in Interviews derzeit Apples Marketing-Strategen in die Hand, indem er sich zu nicht untermauerten, eher verbissen wirkenden Behauptungen hinreißen lässt – etwa gegenüber Newsweek(öffnet im neuen Fenster) , dass in MacOS X mittlerweile fast täglich und bei Windows höchstens einmal im Monat gravierende Sicherheitslücken auftreten würden. Zudem hätte die lange Entwicklungszeit von Vista, ausgelöst durch die Arbeit am Sicherheitssystem, und die frühe Präsentation von neuen Windows-Funktionen dazu geführt, dass andere von Microsoft kopiert hätten und nicht etwa Microsoft der Plagiator sei.

Derartige Aussagen lassen derweil nicht nur die Mac-Gemeinde vermuten(öffnet im neuen Fenster) , dass nicht nur der Apple-Chef Steve Jobs, sondern offenbar auch Bill Gates seine Realitätswahrnehmung per "Reality Distortion Field" nach eigenem Gutdünken formen kann. Geht es nach Gates, wird mit Vista die Systemsicherheit nochmal deutlich verbessert. Apple hingegen greift in seiner Werbung die von Experten geäußerte Kritik auf, der zufolge das rigide Vista-Sicherheitssystem eher eine Hürde als eine Hilfe für den Nutzer ist.

In den spöttischen Apple-Werbespots muss der blasse Windows-PC-Vertreter seit dem Start von Windows Vista auch im hässlichen OP-Hemd antreten, da er ohne Aufrüstung nicht für das neue Microsoft-Betriebssystem geeignet ist. Den Umstand, dass Vista deutlich höhere Hardware-Anforderungen an einen PC stellt und so manchen zum PC-Neukauf verführen wird, will sich Apple zu Nutze machen und seine von einem smarten Jüngling verkörperten Macs als Ausweg aus dem – laut Apple-Werbung – ach so langweiligen Windows-PC-Leben anbieten.

Auch auf der Apple-Homepage kommen die beiden Männer wieder zum Einsatz(öffnet im neuen Fenster) – sie stehen neben einem kurzen Text: "Warum zu Vista upgraden, wenn Sie darüber hinaus upgraden können?" In der Werbeoffensive erklärt Apple zudem, dass es beim Mac schon lange gebe, was Vista erst jetzt zu bieten habe. Darauf haben allerdings auch Mac-User und Analysten schon hingewiesen – auch wenn Gates dem nicht zustimmen möchte.

Trotz der Werbung gegen Vista ist Apple noch erstaunlich ruhig, was die für das Frühjahr 2007 angekündigte neue MacOS-X-Version mit Codenamen "Leopard" angeht. Das ist jedoch bei Apple wie üblich Taktik: Als Apple-Chef Steve Jobs im Sommer 2006 das Produkt ankündigte, sagte er explizit, dass er einige neue Schlüsselfunktionen von Leopard nicht präsentieren wolle, aus Angst, Microsoft könnte versuchen, diese Tools in Vista einzubauen.

"Die Last des Marketings liegt nun bei Apple" , sagt deshalb auch Technik-Analyst Tim Bajarin. So weit bekannt ist, wird Leopard mit einem neuen Datensicherungs-Tool namens "Time Machine" aufwarten. Ferner werden E-Mail-Funktionen und das Video-Messenger-Programm iChat runderneuert. Analysten, die schon einmal mit Leopard experimentieren durften, sollen jedenfalls beeindruckt gewesen sein.

Allerdings wissen die Kunden noch zu wenig über Leopard, wie Bajarin betont: "Apple muss jetzt die Gelegenheit beim Schopf greifen und die Aufmerksamkeit auf Leopard ziehen." Unklar ist, ob die Apple-Werbung mit den beiden Männern eine direkte Wirkung auf den Mac-Absatz hat, aber Analysten weisen zumindest darauf hin, dass die Kampagne die Aufmerksamkeit verstärkt auf Apple gezogen habe. [Netzeitung/Golem.de]


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