Abo
  • Services:
Anzeige

Bayerns Datenschützer gegen Sammelwut in Zentraldateien

Datensammlungen über Bürger große Gefahr für Selbstbestimmung

Der Datenschutzbeauftragte des Landes Bayern spricht sich in seinem gerade erschienen Tätigkeitsbericht 2005/2006 deutlich gegen die inzwischen in zahlreichen Dateien gesammelten persönlichen Daten der Bürger aus. Die zunehmende Vernetzung berge zahlreiche Gefahren, für die der Datenschützer unter anderem die GEZ als Beispiel anführt.

Die Aufgabe der in jedem Bundesland eingesetzten Datenschützer ist nicht nur die Überwachung der Gesetze und Regelungen durch Behörden. Sie dienen auch als Anlaufstelle für die Beschwerden von Bürgern. Zu ihrer Arbeit legen die "Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit", so der volle Titel, jährlich einen Bericht vor, in dem sie aktuelle Fälle aufgreifen und - allerdings rechtlich nicht bindende - Empfehlungen aussprechen. Dies hat nun erstmals der vor genau einem Jahr berufene Datenschützer Bayerns namens Karl Michael Betzl getan.

Anzeige

Vor allem die zunehmenden Datensammlungen durch staatliche wie private Einrichtungen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Bericht des Datenschützers. Betzl kritisiert zwar nicht Sammelaktionen im Rahmen einmaliger Ereignisse, wie etwa bei den RFID-Tickets zur Fußballweltmeisterschaft - sie dürften aber Betzl zufolge auch nicht zur Gewohnheit werden. Deutliche Gefahren sieht der Datenschützer hingegen bei umfangreichen Datensammlungen, die langfristig gespeichert und gepflegt werden. Als Beispiele nennt Betzl unter anderem die Gesundheitskarte oder die "Haft-Entlassenen-Auskunfts-Datei-Sexualstraftäter" (HEADS).

Bei letzterem Projekt sowie der "Anti-Terror-Datei" stehe der Datenschutz zwischen Repression und Prävention, so Betzl. "Nicht nur Menschen können Vorurteile haben, sondern auch Computer. Letztere sind dazu noch besonders uneinsichtig", kommentiert der bayerische Datenschützer seine Bedenken.

Dass Daten zunehmend verknüpft werden, schließt der Datenschützer aus zahlreichen Anfragen von Bürgern, die sich von der GEZ gegängelt fühlten. In einzelnen Fällen sei nicht auszuschließen, dass Meldeämter oder auch Finanzbehörden Daten an die Gebühreneinzugszentrale weitergegeben hätten, was sie eigentlich nicht dürften.

Auch im Internetalltag lauern laut Betzl für die Betreiber von Foren und Gästebücher Gefahren. So dürften beispielsweise IP-Adressen nur für die Abwehr von potenziellen Angriffen auf die IT-Infrastruktur des Betreibers gespeichert werden. Eine vorauseilende "Vorratsdatenspeicherung" von IP-Adressen wegen möglicherweise rechtswidriger Inhalte sei jedoch nicht zulässig, meint Karl Michael Betzl.


eye home zur Startseite
# 02. Feb 2007

Ich glaube, so ganz unrecht hast du nicht. Ich kenne Bayern, für die ist jeder ein...

So Nie 02. Feb 2007

Und ganz kompliziert ist es dann für Polizei und Geheimdienste, sowie für die viele...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Nürnberg, München
  2. Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn
  3. über Duerenhoff GmbH, Berlin
  4. Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics GmbH, Nürnberg


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 12,99€
  2. (u. a. Hobbit Trilogie Blu-ray 43,89€ und Batman Dark Knight Trilogy Blu-ray 17,99€)
  3. 299,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Digitale Infrastruktur

    Ralph Dommermuth kritisiert deutsche Netzpolitik

  2. Elektroauto

    VW will weitere Milliarden in Elektromobilität investieren

  3. Elektroauto

    Walmart will den Tesla-Truck

  4. Die Woche im Video

    Ausgefuchst, abgezockt und abgefahren

  5. Siri-Lautsprecher

    Apple versemmelt den Homepod-Start

  6. Open Routing

    Facebook gibt interne Plattform für Backbone-Routing frei

  7. Übernahme

    Vivendi lässt Ubisoft ein halbes Jahr in Ruhe

  8. Boston Dynamics

    Humanoider Roboter Atlas macht Salto rückwärts

  9. Projekthoster

    Github zeigt Sicherheitswarnungen für Projektabhängigkeiten

  10. Sicherheitslücke bei Amazon Key

    Amazons Heimlieferanten können Cloud Cam abschalten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Windows 10 Version 1709 im Kurztest: Ein bisschen Kontaktpflege
Windows 10 Version 1709 im Kurztest
Ein bisschen Kontaktpflege
  1. Windows 10 Microsoft stellt Sicherheitsrichtlinien für Windows-PCs auf
  2. Fall Creators Update Microsoft will neues Windows 10 schneller verteilen
  3. Windows 10 Microsoft verteilt Fall Creators Update

Orbital Sciences: Vom Aufstieg und Niedergang eines Raketenbauers
Orbital Sciences
Vom Aufstieg und Niedergang eines Raketenbauers
  1. Astronomie Erster interstellarer Komet entdeckt
  2. Jaxa Japanische Forscher finden riesige Höhle im Mond
  3. Nasa und Roskosmos Gemeinsam stolpern sie zum Mond

Ideenzug: Der Nahverkehr soll cool werden
Ideenzug
Der Nahverkehr soll cool werden
  1. 3D-Printing Neues Druckverfahren sorgt für bruchfesteren Stahl
  2. Autonomes Fahren Bahn startet selbstfahrende Buslinie in Bayern
  3. High Speed Rail Chinas Züge fahren bald wieder mit 350 km/h

  1. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    gumnade | 17:04

  2. Re: die alte leier

    xVipeR33 | 17:02

  3. Re: Recht hatter..

    pampernickel | 16:58

  4. Re: Der Akku wird zu schnell geladen

    DAUVersteher | 16:55

  5. Re: Schau dir doch an, wie Björn im Norwegischen...

    ArcherV | 16:54


  1. 13:36

  2. 12:22

  3. 10:48

  4. 09:02

  5. 19:05

  6. 17:08

  7. 16:30

  8. 16:17


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel