Videospiele im Aufwind, PC-Spielemarkt stagniert
Der Umsatz an Videospiel-Hardware kletterte von 372 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 487 Millionen Euro 2006. Ebenfalls hoch waren die Wachstumsraten bei den dazugehörigen Spielen. Hier legten die Umsätze von 702 Millionen Euro (2005) auf 780 Millionen Euro (2006) zu.
Während der Absatz bei den Spielen für Konsolen und Spielehandhelds deutlich zulegte, ist der PC-Spielemarkt kaum gewachsen, so der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) unter Berufung auf Berechnungen der Media Control GfK International. Bei den PC-Spielen wurden 2006 etwa 503 Millionen Euro umgesetzt, lediglich drei Millionen Euro mehr im Vergleich zum Vorjahr.
Wie sich der Markt künftig weiter entwickeln könnte, zeigt die Studie "Digitale Spiele in Deutschland" von Ernst & Young. Danach soll die Zukunft Spielen auf dem Handy und Spielehandhelds gehören. Ferner sollen vermehrt Spiele mit "sehr emotionalem Charakter" entwickelt werden, die tendenziell eher Frauen ansprechen. Eine Studie hat nämlich gezeigt, dass 59 Prozent aller Handyspieler Frauen sind. Ein dritter, wenig überraschender Trend geht Richtung Multiplayer-Games über das Internet.
Auffällig ist laut Bitkom die Verschiebung vom Laden um die Ecke hin zum Online-Handel. Immer mehr Spiele lassen sich gegen Entgelt herunterladen und auch Abo-Modelle für Online-Spiele sind etabliert.
Bei der Entwicklung neuer Spiele hat die Branche im internationalen Vergleich allerdings noch Nachholbedarf, so das Ergebnis der Studie. Während beispielsweise Briten und Franzosen auch als Entwickler Erfolge feiern, sind die Deutschen in erster Linie Käufer. "Wir müssen die Ausbildung von Spiele-Entwicklern daher hier zu Lande auf internationales Niveau bringen – durch moderne Ausbildungsstätten, durch anerkannte Abschlüsse und durch die Anbindung an Hochschulen" , forderte Manfred Gerdes, Mitglied des BITKOM-Präsidiums.