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HD-DVDs automatisch per Schlüssel-Datenbank kopieren

Hacker bohren fleißig am Kopierschutz AACS. Nachdem sich der Kopierschutz AACS des designierten DVD-Nachfolgers HD-DVD mittlerweile umgehen lässt, werden die Tools zum Kopieren der Scheiben immer raffinierter. Im Internet findet sich nun auch eine Version von "BackupHDDVD", die sich automatisch aus Online-Datenbanken den richtigen Schlüssel zum Entschlüsseln für die jeweilige Scheibe lädt.
/ Nico Ernst
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Zwar ist das "Advanced Access Content System" ( AACS(öffnet im neuen Fenster) ) selbst noch nicht geknackt, es wird inzwischen aber immer einfacher, eine HD-DVD zumindest entschlüsselt auf die Festplatte eines Computers zu kopieren. Von dort lassen sich die Filme dann über einen HD-fähigen Streaming-Client auch auf Großbild-Fernsehern oder Beamern wiedergeben – oder als etliche Gigabyte große Datei in Tauschbörsen verteilen. Ein Verfahren zum Erzeugen von in Standalone-Playern lauffähigen HD-DVDs fehlt jedoch noch.

Das kurz nach Weihnachten 2006 veröffentlichte Java-Programm "BackupHDDVD" wird von den Kopierschutz-Bohrern inzwischen ständig erweitert. Sein Angriff auf AACS liest die "Title Keys" von HD-fähigen Abspielprogrammen wie WinDVD aus dem Hauptspeicher des PCs aus. Offenbar sind dort – wie es auch schon beim Knacken des DVD-Kopierschutzes "CSS" der Fall war – die Schlüssel zur Laufzeit des Programms unzureichend gesichert.

Da BackupHDDVD als Java-Programm im Quelltext vorliegt, lässt sich auch die Funktionsweise leicht durchschauen und zu anderen Zwecken nutzen. Die Schwarzkopierer haben inzwischen die Title-Keys von rund 50 HD-DVDs zusammengetragen und veröffentlichen sie auf mehreren Webseiten. Auf einer Seite namens "hdkeys" ist sogar eine erweiterte Version von BackupHDDVD zu finden: Sie lädt den benötigten Title Key einer Original-Scheibe automatisch aus einer Datenbank der Webseite nach.

Die Filmwirtschaft scheint derzeit abzuwarten. Zwar sieht AACS ausdrücklich vor, dass sowohl die Keys von Software-Playern als auch die von einzelnen Titeln für ungültig erklärt werden können. Bei den Filmen dürfte dies aber nicht passieren – sie würden dann auf neueren Standalone-Playern oder solchen mit aktualisierter Firmware nicht mehr laufen. Und bei den Software-Playern für PCs wird offenbar gewartet, bis die Hersteller der Programme turnusmäßig neue Versionen auf den Markt bringen.

Auch die Blu-ray Disc arbeitet mit AACS, ähnliche Angriffe wurden hier aber noch nicht bekannt.


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