Abo
  • IT-Karriere:

Tony Blair will Universaldatenbank mit allen Bürgerdaten

Datenbank soll Behördeneffizienz steigern

Die britische Regierung plant eine riesige Datenbank mit den persönlichen Daten aller Bürger, berichtet die BBC. Mit Hilfe des unbegrenzten Datenzugriffs soll die Effizienz der Behörden gesteigert werden.

Artikel veröffentlicht am ,

Geht es nach Tony Blair, werden in Zukunft alle personenbezogenen Daten, die bei unterschiedlichen Behörden gespeichert sind, zwischen den Behörden ausgetauscht. Noch bestehende rechtliche Hindernisse sollen dazu weitestgehend abgebaut werden. Die gesammelten Daten könnten in eine riesige Universaldatenbank einfließen. Erklärte Zielsetzung dieses Plans ist es, die behördliche Effizienz zu steigern. So soll es in Zukunft nicht mehr vorkommen, dass Bürgeranliegen unnötig langsam bearbeitet werden, nur weil eine Behörde nicht über alle notwendigen Daten eines Bürgers verfügen könne.

Stellenmarkt
  1. UDG United Digital Group, Karlsruhe, Mainz
  2. Bechtle Onsite Services GmbH, Hechingen

Bei der Errichtung der neuen Universaldatenbank will die Regierung durch Bürgerbeteiligung im Vorfeld Widerstände ausräumen. Es sollen unter Federführung der Meinungsumfrage- und PR-Agentur Ipsos Mori fünf Bürgergremien mit jeweils 100 Mitgliedern eingerichtet werden. Die Bürgergremien sollen detailliert über die Datenbankpläne unterrichtet werden und die Vor- und Nachteile diskutieren. Im Anschluss sollen Empfehlungen der Bürgergremien in die Regierungspolitik einfließen. Welchen Einfluss die Bürgergremien auf den Ausbau der Datenbank tatsächlich haben werden, ist nicht bekannt.

Andere Aktivitäten der britischen Regierung zur Errichtung und zum Ausbau von großen Datenbanken mit Bürgerdaten waren in den vergangenen Jahren heftig kritisiert worden. Erst im Dezember des vergangen Jahres wurde auf Druck der Öffentlichkeit beschlossen, die geplante einheitliche Datenbank für die neuen britischen Personalausweise doch nicht einzurichten. Stattdessen sollen die entsprechenden Daten verteilt in bereits vorhandenen Datenbanken abgelegt werden.

Im November 2006 griff Alec Jeffreys, Experte für Gen-Datenbanken, die Regierung scharf an. Die im Jahr 1995 eingerichtete, polizeiliche DNA-Datenbank sei mittlerweile zu einem ernsten Risiko für die Bürgerrechte geworden. Dort würde Genmaterial von hunderttausenden unschuldigen Bürgern gespeichert, was mit dem ursprünglichen Zweck der Datenbank unvereinbar sei.

Bereits im Vorfeld stieß der Plan zur Errichtung einer nationalen medizinischen Datenbank auf Skepsis, den die Regierung 2005 ankündigte. Alle Ärzte sollen verpflichtet werden, medizinische Informationen ihrer Patienten automatisch in diese Datenbank einzuspeichern. Die Bürger selbst sollen dabei kein Mitspracherecht erhalten. Vier von fünf Ärzten sind laut einer Umfrage der Zeitung The Guardian davon überzeugt, dass die Datenbank die Sicherheit der Patienteninformationen nicht gewährleisten könnte. Ein Sprecher der mit der Einrichtung der Datenbank beauftragten Agentur sieht hingegen vor allem Vorteile: "Das Gesundheitsministerium glaubt daran, dass die große Mehrheit der Menschen von dem neuen System profitieren wird. Der Gesundheitsdienst wird verbessert und unnötige Todesfälle können vermieden werden."

Oliver Heald, Mitglied des konservativen Schattenkabinetts, äußert sich gegenüber der BBC kritisch: "Schritt für Schritt speichert die Regierung jedes Detail aller Männer, Frauen und Kinder in ‚Big Brother'-Computern." Mit dieser Meinung steht er nicht allein da. Die internationale Bürgerrechtsorganisation Privacy International (PI) stuft Großbritannien als das EU-Land mit den niedrigsten Datenschutzstandards ein. Als einziges EU-Land überhaupt fällt es - zusammen mit Singapur, Russland, Malaysia und China - in die Kategorie der "endemischen Überwachungsgesellschaften". [von Robert A. Gehring]



Anzeige
Top-Angebote
  1. 99,00€
  2. GRATIS
  3. (u. a. Star Wars, Architecture und Minecraft)
  4. 114,99€

selber denken ? 29. Mär 2007

wenn man unterricht in einem zimmer hat verbraucht sich die luft allmählich ganz...

RSI, Düsseldorf 09. Feb 2007

Datenbank-Krieg wie QYPE.COM, www.kneipenfuehrer.de, www.kneipen-suche.com, www...

Der Nordstern 16. Jan 2007

Von einem, der so offensichtlich arrogantes Oberschüler-Gehabe verinnerlicht hat, lasse...

Der Nordstern 16. Jan 2007

Was Du mir noch ein Posting weiter unten vorwirfst, machst Du selber keinen Deut besser...

Capdevila 15. Jan 2007

Der Artikel ist echt interessant.. Unglaublich, wie es schon heutzutage wirklich...


Folgen Sie uns
       


Parrot Anafi Thermal angesehen

Die Anafi Thermal kann dank Wärmebildsensor Temperaturdaten von -10 bis 400° Celsius messen.

Parrot Anafi Thermal angesehen Video aufrufen
Chromium: Der neue Edge-Browser könnte auch Chrome besser machen
Chromium
Der neue Edge-Browser könnte auch Chrome besser machen

Build 2019 Wie sieht die Zukunft des Edge-Browsers aus und was will Microsoft zum Chromium-Projekt beitragen? Im Gespräch mit Golem.de gibt das Unternehmen die vage Aussicht auf einen Release für Linux und Verbesserungen in Google Chrome. Bis dahin steht viel Arbeit an.
Von Oliver Nickel

  1. Insiderprogramm Microsoft bietet Vorversionen von Edge für den Mac an
  2. Browser Edge auf Chromium-Basis wird Netflix in 4K unterstützen
  3. Browser Microsoft lässt nur Facebook auf Flash-Whitelist in Edge

Strom-Boje Mittelrhein: Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
Strom-Boje Mittelrhein
Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein

Ein Unternehmen aus Bingen will die Strömung des Rheins nutzen, um elektrischen Strom zu gewinnen. Es installiert 16 schwimmende Kraftwerke in der Nähe des bekannten Loreley-Felsens.

  1. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
  2. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um
  3. Erneuerbare Energien Wellenkraft als Konzentrat

Kontist, N26, Holvi: Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer
Kontist, N26, Holvi
Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer

Ein mobiles und dazu noch kostenloses Geschäftskonto für Freiberufler versprechen Startups wie Kontist, N26 oder Holvi. Doch sind die Newcomer eine Alternative zu den Freelancer-Konten der großen Filialbanken? Ja, sind sie - mit einer kleinen Einschränkung.
Von Björn König


      •  /