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Interview: Was kostet uns Web 2.0?

Netzeitung: Was ist denn heute gleichzeitig kritisch und "zeitgemäß"?

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Lovink: Man müsste erstmal von den üblichen Schemata wie dem verschwörerischen Imperialismus, den bösen Kapitalisten, der Universalisierung des Opfertums und Ähnlichem wegkommen. Dabei muss ich aufpassen, nicht alles ins Negative zu ziehen, weil die Geste der selbstgerechten, selbstbezogenen Kritik - wie sehr ich sie auch mag - derzeit nur zur sinnentleerten Situation des Alltags beiträgt. Die Überwindung des Nihilismus, wie Nietzsche sie propagierte, steht immer noch an. Eine imaginäre Überwindung, allerdings ohne Verneinung.

Netzeitung: Viele kritische Medien scheitern nicht nur an den Inhalten, sondern auch an der Form.

Lovink: Klar müssen sie sich zuerst mal mit den Eigenheiten des Mediums befassen. Giacco Schiesser spricht vom "Eigensinn" der neuen Medien. Seit wie vielen Jahrzehnten beklagen wir eigentlich schon den Mangel der Linken an ästhetischem Bewusstsein? Es ist ja nicht mal Anti-Ästhetik im Sinne der Punkbewegung. Es ist organisierte Schlampigkeit.
Worauf meine Bemerkung zielte, sind die nötigen Recherchen, die man für jeden Bericht und jedes Feature braucht. Sie bleiben dieselben, egal ob wir fürs Netz, fürs Fernsehen oder für Zeitungen arbeiten.

Netzeitung: Wir haben jetzt wochenlang hin- und hergemailt. Wo sind Sie in der Zwischenzeit überall gewesen?

Lovink: Zuerst in Amsterdam, wo ich die Konferenz «My Creativity» mitveranstaltet habe. Es ging um eine Kritik am Opfertum und an der Glorifizierung der eigenen Prekarität.

Netzeitung: Prekäre Arbeit und Internet gehören doch zusammen wie Gewerkschaft und Tarifvertrag.

Lovink: Aber sollen wir Arbeitsverhältnisse einfach als etwas Gottgegebenes akzeptieren? Ich finde nicht. Es geht hier um neue Berufe, um Freelancer, aber auch darum, wie die neuen Medien in die bereits existierenden Organisationen - Baufirmen, Krankenhäuser, Gewerkschaften - eingebaut werden. Dieses Einbauen in die Gesellschaft, das ist auf jeden Fall Web 2.0.

Netzeitung: Das klingt jetzt nach: "Prekäre aller Länder - vereinigt euch".

Lovink: Sie meinen "vernetzt euch" - bitte updaten. Es ist wichtig, sich über solch lebenswichtige Angelegenheiten wie Arbeitsbedingungen, -verträge und -zeiten auszutauschen. Ob sich daraus eine Gewerkschaft im klassischen Sinne ergibt, wage ich zu bezweifeln. Ein Beispiel für die Praxis sind die Euromayday-Ereignisse an jedem 1. Mai.

Netzeitung: Sie sagten, Sie seien zuerst in Amsterdam gewesen...

Lovink: ...danach in Delhi, in Sydney und im Urlaub.

Netzeitung: Wo haben Sie Ihren Urlaub verbracht?

Lovink: In Australien, auf Familienbesuch.

Netzeitung: Gilt bei Ihnen im Urlaub: Finger weg von allen Medien oder gehören sie zum Ausspannen dazu?

Lovink: Ich bin da nicht dogmatisch, aber meistens verbringe ich die Ferien ohne Netz und Computer. Meine Zeit gehört den Menschen, nicht den Maschinen.

[Mit Geert Lovink mailte Maik Söhler]

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ThadMiller 15. Jan 2007

Meines Wissens sind Taschenrechner in den unteren Klassen immernoch verboten. Jeder der...

ThadMiller 15. Jan 2007

Troll dich...

Hans Guck 15. Jan 2007

Na ja kommt auf den Standpunkt an, gelle? Moechte Ihnen ja nicht unterstellen, dass der...

Weasel 15. Jan 2007

"Der Begriff Web 2.0 beschreibt eher vage eine veränderte Wahrnehmung und Benutzung des...

Michael - alt 14. Jan 2007

Mal abgesehen davon, daß es kein Web 2.0 gibt, ich habe soviekl gequirrltes dummes Zeug...


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