Interview: Was kostet uns Web 2.0?

Netzeitung: Haben Sie damals überlegt, ob Sie diese Sprache lernen? Oder haben Sie gedacht: das lohnt nicht, ist ja alles eh nur eine nette technische Spielerei, die nächstes Jahr vergessen sein wird?

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Lovink: In den 80ern mussten Computerbenutzer sowieso Computersprachen lernen, egal wie einfach oder schwer sie waren. Vielleicht ist Ihnen MS-DOS noch ein Begriff, der Vorläufer von Windows? Da musste man auch Befehle auswendig lernen. Anfang der 90er-Jahre galt das auch fürs Internet. Viele mussten sich mit Unix herumschlagen, das war in meinem Fall sehr praktisch für Linux. Linux kann man ja heutzutage ohne größere Kenntnisse benutzen. Es lohnt sich immer, Computersprachen zu lernen, am besten, wenn man jung ist. Alte Hunde lernen nur noch ungerne neue Tricks.

Netzeitung: Das Bloggen muss man ja auch lernen. Was macht für Sie ein gutes Blog aus?

Lovink: Blogging - das ist zu einer richtigen Wissenschaft geworden. Sehen Sie sich mal die ProBlogger-Webseite an. Da findet der ambitionierte Blogger viele Tipps, zum Beispiel, dass die Einträge nicht länger als 250 Wörter sein sollten. Wichtig ist auch, dass sie gut geschrieben sind und ein persönliches Element in den Betrachtungen auftaucht. So etwas wie ein eigener Charakter, der nicht unbedingt dem realen Blogger selbst entspricht.

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Netzeitung: Haben Sie ein Lieblingsblog?

Lovink: Ich lese gerne das imomus blog, betrieben von einem schottischen Musiker und Journalisten, der derzeit in Berlin wohnt. Wichtig finde ich das Rough Type Blog des ersten Netzkritikers aus der Umgebung der US-Großfirmen, Nicolas Carr. Er verfolgt vor allem Google kritisch und nimmt wie kein anderer das Web 2.0 auseinander. Und natürlich das Blog meiner Studenten, Masters of Media, ein gemeinsames Blog, das wir im September gestartet haben.

Netzeitung: Von Ihnen stammt auch eine heftige Kritik am Bloggen. Sie haben geschrieben, Blogs hätten längst "ihren locker-hedonistischen Zug" zu Gunsten "einer glatten Selbstvermarktung" verloren. Viele von ihnen stärkten nicht die Welt der Blogs, sondern die der Medienindustrie. Ich habe das einigen renommierten Bloggern in Deutschland vorgelegt, um Gastfragen gebeten und auch welche bekommen.

Marcus Hammerschmitt (concord.antville.org) fragt: War es nicht naiv, je anzunehmen, dass grosso modo etwas anderes dabei herauskommen könnte? Uns bleibt sowieso nur die Nische.

Lovink: Das können nur Zyniker behaupten. Geschichte ist weder linear noch dreht sie sich im Kreis. Was Medientechnologien angeht, haben wir noch einiges vor uns. In der Tat wäre es naiv zu glauben, dass Technologien ohne jede soziale Bewegung oder die Beteiligung von Menschen Revolutionen auslösen. Die meisten Blogs existieren erst seit fünf Jahren, sie ändern die Medienlandschaft nur geringfügig. Trotzdem kommt es zu einer langsamen, fast unsichtbaren Erosion der Machtverhältnisse.

Johnny Haeusler (spreeblick.com) fragt: Sehen Sie noch Unterschiede zwischen US-Blogs und Blogs in Deutschland?

Lovink: Die Kulturunterschiede sind groß. Nicht auf der Softwareebene, sondern auf der Ebene der Sichtbarkeit. In Deutschland sind sie in den alten Medien weniger sichtbar als in den USA oder sonstwo. Das liegt an den Redaktionen, nicht an der Netzkultur, in Deutschland gibt es nach wie vor gewisse Vorbehalte gegenüber dem Netz. Die Nutzung ist intensiv, aber die Begeisterung bleibt in Grenzen.

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ThadMiller 15. Jan 2007

Meines Wissens sind Taschenrechner in den unteren Klassen immernoch verboten. Jeder der...

ThadMiller 15. Jan 2007

Troll dich...

Hans Guck 15. Jan 2007

Na ja kommt auf den Standpunkt an, gelle? Moechte Ihnen ja nicht unterstellen, dass der...

Weasel 15. Jan 2007

"Der Begriff Web 2.0 beschreibt eher vage eine veränderte Wahrnehmung und Benutzung des...

Michael - alt 14. Jan 2007

Mal abgesehen davon, daß es kein Web 2.0 gibt, ich habe soviekl gequirrltes dummes Zeug...



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