Abo
  • Services:

Interview: Was kostet uns Web 2.0?

Netzeitung: Aber uns geht es doch nicht schlecht im Netz. Nehmen Sie die Netzmedien. Die meisten kann man jederzeit aufrufen, ständig wird etwas aktualisiert, und das Ganze kostet keinen Cent.

Stellenmarkt
  1. BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Berlin
  2. OHB System AG, Bremen, Oberpfaffenhofen

Lovink: Die große Aufgabe einer Netzkritik 2.0 wäre die Enttarnung des Kostenfreiheitsmythos. Es ist erstaunlich, wie verbreitet die Idee ist, im Netz sei alles umsonst. Die Herstellung und Weiterführung der Websites kosten Geld. Es gibt Programmierer, Designer, Hardware, Bürokosten. Irgendwie muss das alles doch bezahlt werden. Der Benutzer zahlt zwar nicht für die Inhalte, aber für die Geräte, für das Surfen im Netz, vielleicht auch für die Software. Genau da wird das Geld ausgegeben - und verdient.

Netzeitung: Ja, sicher. Aber das Abo einer Tageszeitung ist teurer als das, was ich meinem Anbieter fürs Surfen bezahlen muss, ein umfassendes Lexikon kostet ein paar hundert Euro, ist aber nicht viel besser als Wikipedia und längst nicht so aktuell.

Lovink: Wenn Sie etwas von der Internetökonomie verstehen wollen, müssen Sie erstmal von Ihrer Inhaltsobsession wegkommen. Die Herstellung von Inhalten kostet gar nichts mehr. Das heißt, die Kosten sind privatisiert und unsichtbar gemacht, jetzt im Moment kommuniziere auch ich kostenfrei.

Netzeitung: Erklären Sie mir doch bitte die Internetökonomie.

Lovink: Inhalte werden zum großen Teil entweder von den alten Medien erzeugt - nehmen Sie "Spiegel-Online" - oder von einzelnen Benutzern produziert und umsonst ins Netz gestellt. Eine kollektive und vernetzte Herstellung von Inhalten ist Ausdruck eines sozialen Wandels, den wir Alteuropäer nun mal nicht kapieren wollen. Der Großteil des Wissens ist schlicht und einfach da, er kann in digitaler Form problemlos reproduziert werden.

Netzeitung: Welchen sozialen Wandel meinen Sie, den wir Alteuropäer nicht verstehen?

Lovink: Es ist ein Wandel von einer kontrollierten Inhaltsproduktion der alten Medien zu einer Herstellung von Text, Bild und Musik, bei der jeder Medienproduzent sein kann. Die Umstellung war gerade in Westeuropa über lange Zeit schwer vorstellbar, weil die Medienberufe oft durch lang laufende Verträge, Krankenversicherungen und eine relativ gute Absicherung von Freiberuflern geschützt waren.

Netzeitung: Bitte, das ist doch längst vorbei.

Lovink: Ja, heute gehört das Ganze der Vergangenheit an, auch weil keine Alternativen zu den öffentlich-rechtlichen Medien entwickelt wurden.

Netzeitung: Wenn wir diesen Umbruch nicht verstehen, wer versteht ihn denn?

Lovink: Wir reden hier über Umwälzungen und darüber, wer sich Medienschaffender nennen darf und was wir als wichtig beurteilen. Es gibt längst Regionen, die sich schon tief im 21. Jahrhundert befinden. Wen zum Beispiel interessiert es denn noch, wer gerade im Suhrkamp Verlag das Sagen hat? Warum werden neue Medien nicht ernst genommen, sondern als Kommerz und Popkultur zur Seite geschoben? Es wird oft immer noch so getan, als ob das Ganze marginal oder sekundär sei. Aber das ist nur für eine bestimmte Generation so. Ich nenne keine Namen.

 Interview: Was kostet uns Web 2.0?Interview: Was kostet uns Web 2.0? 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

ThadMiller 15. Jan 2007

Meines Wissens sind Taschenrechner in den unteren Klassen immernoch verboten. Jeder der...

ThadMiller 15. Jan 2007

Troll dich...

Hans Guck 15. Jan 2007

Na ja kommt auf den Standpunkt an, gelle? Moechte Ihnen ja nicht unterstellen, dass der...

Weasel 15. Jan 2007

"Der Begriff Web 2.0 beschreibt eher vage eine veränderte Wahrnehmung und Benutzung des...

Michael - alt 14. Jan 2007

Mal abgesehen davon, daß es kein Web 2.0 gibt, ich habe soviekl gequirrltes dummes Zeug...


Folgen Sie uns
       


Azio Retro Classic Tastatur - Test

Die Azio Retro Classic sieht mehr nach Schreibmaschine als nach moderner Tastatur aus. Die von Azio mit Kaihua entwickelten Switches bieten eine angenehme Taktilität, für Vieltipper ist die Tastatur sehr gut geeignet.

Azio Retro Classic Tastatur - Test Video aufrufen
Softwareentwicklung: Agiles Arbeiten - ein Fallbeispiel
Softwareentwicklung
Agiles Arbeiten - ein Fallbeispiel

Kennen Sie Iterationen? Es klingt wie Irritationen - und genau die löst das Wort bei vielen Menschen aus, die über agiles Arbeiten lesen. Golem.de erklärt die Fachsprache und zeigt Agilität an einem konkreten Praxisbeispiel für eine agile Softwareentwicklung.
Von Marvin Engel

  1. Job-Porträt Cyber-Detektiv "Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen"
  2. Bundesagentur für Arbeit Ausbildungsplätze in der Informatik sind knapp
  3. IT-Jobs "Jedes Unternehmen kann es besser machen"

Eden ISS: Raumfahrt-Salat für Antarktis-Bewohner
Eden ISS
Raumfahrt-Salat für Antarktis-Bewohner

Wer in der Antarktis überwintert, träumt irgendwann von frischem Grün. Bei der Station Neumayer III hat das DLR vor einem Jahr ein Gewächshaus in einem Container aufgestellt, in dem ein Forscher Salat und Gemüse angebaut hat. Das Projekt war ein Test für künftige Raumfahrtmissionen. Der verlief erfolgreich, aber nicht reibungslos.
Ein Interview von Werner Pluta

  1. Eden ISS DLR will Gewächshaus-Container am Südpol aus Bremen steuern
  2. Eu-Cropis DLR züchtet Tomaten im Weltall
  3. NGT Cargo Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h

Datenschutz: Nie da gewesene Kontrollmacht für staatliche Stellen
Datenschutz
"Nie da gewesene Kontrollmacht für staatliche Stellen"

Zur G20-Fahndung nutzt Hamburgs Polizei eine Software, die Gesichter von Hunderttausenden speichert. Schluss damit, sagt der Datenschutzbeauftragte - und wird ignoriert.
Ein Interview von Oliver Hollenstein

  1. Brexit-Abstimmung IT-Wirtschaft warnt vor Datenchaos in Europa
  2. Österreich Post handelt mit politischen Einstellungen
  3. Digitalisierung Bär stößt Debatte um Datenschutz im Gesundheitswesen an

    •  /