• IT-Karriere:
  • Services:

23C3: Angriff auf Anonymisierungsdienst "Tor"

Identifizierung von Rechnern über elektrische Eigenschaften

Zum Abschluss des 23. "Chaos Communication Congress" (23C3) in Berlin hat ein britischer Wissenschaftler umfangreiche Studien zu möglichen Lücken in Anonymisierungsdiensten vorgelegt. Als Beispiel diente dabei "The Onion Router" (Tor), in dessen Netz Steven Murdoch einzelne PC unter anderem an ihrer indivuellen Taktabweichung identifizieren konnte.

Artikel veröffentlicht am ,

Der in einem unfangreichen PDF dokumentierte Angriff basiert auf der Kombination mehrere Verfahren, die einzeln bereits länger bekannt sind. Ziel ist es stets, einen einzigartigen "Fingerabdruck" eines Rechners zu bestimmen, anhand dessen er auch in einem anonymen Netz wie Tor identifiziert werden kann. Das ist bei Tor relativ schwierig: Der Rechner eines Benutzers kommuniziert mit einem Tor-Server verschlüsselt, der Tor-Server leitet die Daten dann über mindestens zwei andere Tor-Server an die Zieladresse. Jeder der Server dazwischen kennt nur seinen unmittelbaren Nachfolger, was eine Verfolgung der Datenströme und letztlich die Erkennung der Endpunkte sehr schwierig macht.

Stellenmarkt
  1. über grinnberg GmbH, Bocholt
  2. Landkreis Stade, Stade

Steven Murdoch, Sicherheits-Forscher an der Universität Cambridge zeigte jedoch in einem Vortag auf dem 23C3 auf, wie sich die Fingerabdrücke eines Rechners auch durchs Tor-Netz schleusen lassen und stellte dazu auch Beispiel-Programme und Ergebnisse vor, die allerdings aus einem privaten Tor-Netz stammen, das nicht ins Internet eingebunden war. Murdoch nutzte dabei unter anderem den schon länger bekannten Umstand, dass PC-Uhren durch nicht ganz genaue Frequenzen der Taktgeber sich nicht ganz exakt über das Protokoll zur Zeiteinstellung über das Internet (NTP) synchronisieren lassen. Die Kombination der echten Zeitabweichung und der übertragenen Zeit-Daten lassen laut Murdoch bereits eine recht zuverlässige Identifikation eines PCs zu.

Zusätzlich setzte der Wissenschaftler auch das Takt- und Temperaturverhalten eines Prozessors ein. Jeder PC hat zum einen durch geringfügig abweichende Taktgeber und Taktvervielfacher eine mehr oder weniger individuelle Taktfrequenz der CPU. Zudem entwickelt sich, abhängig von der restlichen Hardware-Umgebung und der Software, die Temperatur - sie lässt sich bei modernen CPUs recht genau auslesen - des Prozessors ebenfalls recht einzigartig. Durch die Kombination von CPU-Takt und Temperatur will Murdoch einen einzelnen Rechner, sogar innerhalb der selben Modellreihe, zuverlässig identifzieren können. Dazu provozieren seine Programme unter anderem bestimmte Lasten auf dem Prozessor und analysieren dann die Temperaturkurve. Das Verfahren erinnert dabei an die Versuche, WLAN-Hardware anhand ihrer elektrischen Eigenschaften zu erkennen.

Ungeklärt ist bei der gesamten Methode noch, wie die Erkennungs-Routinen bei einem bösartigen Angriff auf dem Zielrechner landen sollen. Da moderne PCs aber immer mehr Überwachungssoftware, etwa für die Fernwartung über das Netzwerk mitbringen, ergeben sich hier zahlreiche Ansatzpunkte.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote

GodsBoss 26. Okt 2009

CSU? ;-)

der zweifler 03. Jan 2007

deutet eher auf laborbedingen wie die gängige praxis hin, in der es eher um einige...

mac os user 02. Jan 2007

können die leute die kein informatik-studium abgeschlossen haben und von nichts ne...

Robin Hood 02. Jan 2007

Nur das I2P eben (noch)nicht für die Allgemeinheit brauchbar ist - Tor und JAP hingegen...

grumpy 02. Jan 2007

Zitat eines Postings von Rolf Wendolsky - JAP developer : **mittlerweile ist klar, das...


Folgen Sie uns
       


Pocketalk Übersetzer - Test

Mit dem Pocketalk können wir gesprochene Sätze in eine andere Sprache übersetzen lassen. Im Test funktioniert das gut, allerdings macht Pocketalk auch nicht viel mehr als gängige und kostenlose Übersetzungs-Apps.

Pocketalk Übersetzer - Test Video aufrufen
Unitymedia: Upgrade beim Kabelstandard, Downgrade bei Fritz OS
Unitymedia
Upgrade beim Kabelstandard, Downgrade bei Fritz OS

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia stellt sein Netz derzeit auf Docsis 3.1 um. Für Kunden kann das viel Arbeit beim Austausch ihrer Fritzbox bedeuten, wie ein Fallbeispiel zeigt.
Von Günther Born

  1. Hessen Vodafone bietet 1 GBit/s in 70 Städten und kleineren Orten
  2. Technetix Docsis 4.0 mit 10G im Kabelnetz wird Wirklichkeit
  3. Docsis 3.1 Magenta Telekom bringt Gigabit im Kabelnetz

Pathfinder 2 angespielt: Abenteuer als wohlwollender Engel oder rasender Dämon
Pathfinder 2 angespielt
Abenteuer als wohlwollender Engel oder rasender Dämon

Das erste Pathfinder war mehr als ein Achtungserfolg. Mit dem Nachfolger möchte das Entwicklerstudio Owlcat Games nun richtig durchstarten. Golem.de konnte eine frühe Version des Rollenspiels bereits ausprobieren.
Von Peter Steinlechner

  1. 30 Jahre Champions of Krynn Rückkehr ins Reich der Drachen und Drakonier
  2. Dungeons & Dragons Dark Alliance schickt Dunkelelf Drizzt nach Icewind Dale

O2 Free Unlimited im Test: Telefónica macht echte Datenflatrate erschwinglich
O2 Free Unlimited im Test
Telefónica macht echte Datenflatrate erschwinglich

Telefónica startet eine kleine Revolution im Markt für Mobilfunktarife: Erstmals gibt es drei unterschiedliche Tarife mit unlimitierter Datenflatrate, die sich in der maximal verfügbaren Geschwindigkeit unterscheiden. Wir haben die beiden in der Geschwindigkeit beschränkten Tarife getestet und sind auf erstaunliche Besonderheiten gestoßen.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Telefónica Neue O2-Free-Tarife verlieren endloses Weitersurfen
  2. O2 My Prepaid Smartphone-Tarife erhalten mehr ungedrosseltes Datenvolumen
  3. O2 Free Unlimited Basic Tarif mit echter Datenflatrate für 30 Euro

    •  /