HD-DVD-Filme - Nicht mehr sicher?
Das auch im Quellcode veröffentlichte Java-basierte "BackupHDDVD" ist nur eine Umsetzung des AACS-Entschlüsselungs-Protokolls, wie der anonym bleibende Programmierer "muslix64" in einem Forum erklärt. Er habe lediglich die frei verfügbaren Dokumente über AACS gelesen und dann versucht herauszufinden, wie die zur Entschlüsselung nötigen "Title Keys" ausgelesen werden können. Diese befinden sich zwar auf der HD-DVD in verschlüsselter Form, aber müssen letztlich zum Abspielen des jeweiligen Films entschlüsselt werden.
Das macht muslix64' Tool selbst nicht, es kann aber die HD-DVD-Schlüssel zum Dekodieren nutzen, die vermutlich von der HD-DVD-Wiedergabe-Software Cyberlink "PowerDVD 6.5 HD-DVD" entschlüsselt und ungeschützt im Hauptspeicher des PCs abgelegt werden. Wo diese Schlüssel abgelegt werden, verriet der Tüftler nicht. Die Jagd nach HD-DVD-Schlüsseln dürfte aber durch das Java-Tool angeheizt werden.
Die Version 1.0 von BackupHDDVD, die gleich die "Volume Keys" der jeweiligen HD-DVD ausliest und damit "noch mächtiger" ist, will der Tüftler Anfang Januar 2007 veröffentlichen. Bereits mit der jetzigen Version lassen sich aber die HD-DVD-Filme laut muslix64 auslesen – unerlaubt wohlgemerkt – und in unverschlüsselter Version auf der Festplatte ablegen und von dort mit passender Wiedergabe-Software abspielen, wie ein Video demonstriert(öffnet im neuen Fenster) .
Cyberlinks AACS-Umsetzung dürfte bald verändert und sicherer sein – zumal dank AACS den als unsicher geltenden Geräten oder Programmversionen die Erlaubnis zum Entschlüsseln entzogen werden kann, indem deren Schlüssel bei künftigen HD-DVD-Filmen deaktiviert werden. Das bringt jedoch laut muslix64 zumindest bei den Title-Keys nichts.
Laut eigenen Angaben hatte muslix64 sich vor der BackupHDDVD-Entwicklung darüber geärgert, dass die AACS-Beschränkungen ihn daran gehindert hatten, HD-DVD-Filme einfach auf seinem PC und dem per DVI angeschlossenen hochauflösenden LCD abzuspielen. Zum Abspielen bzw. das Auslesen der HD-DVD-Filme nutzte er Microsofts Xbox-360-HD-DVD-Laufwerk.
Die Beschränkungen der Filmindustrie untersagen eine unverschlüsselte Ausgabe über digitale Schnittstellen, die viele Rechner haben – nur eben ohne HDCP-Unterstützung. Erst seit der zweiten Jahreshälfte 2006 existiert ein nennenswertes Angebot von Grafikkarten mit DVI+HDCP oder HDMI für die digitale Ausgabe.



