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Grüne: Fingerabdruck-Reisepass birgt Sicherheitsrisiken

Gefahr von Identitätsdiebstählen. Die Pläne der Bundesregierung, künftig auch den elektronisch erfassten Fingerabdruck im Reisepass zu integrieren, stößt bei der Opposition auf herbe Kritik. Die innenpolitische Sprecherin Silke Stokar und Wolfgang Wieland, Sprecher für innere Sicherheit (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnen die Aufnahme von Fingerabdrücken als ein Sicherheitsrisiko für den Passinhaber.
/ Andreas Donath
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Bedenken gegenüber der Auslesbarkeit auch von verschlüsselten Daten auf den kleinen Funkchips der Reisepässe seien nicht ausgeräumt, so die Oppositionspolitiker.

Selbst in den USA, einst Vorreiter für die biometrische Aufrüstung, seien Zweifel aufgekommen. Die US-Senatoren Akaka (Hawaii) und Sununu (New Hamshire) hatten angekündigt, aus dem Real ID Act, dem amerikanischen Gesetz zur Aufnahme biometrischer Daten in Identifikationsdokumente, auszusteigen. Die Senatoren sehen unter anderem die Gefahr von Identitätsdiebstählen.

Fingerabdruck-Datenbanken im Ausland könnten von den deutschen Datenschützern nicht kontrolliert werden. Da aber der Fingerabdruck immer häufiger als Identifikationsmerkmal beispielsweise bei Zahlungsvorgängen und Zugangskontrollen eingesetzt wird, steigt der Wert von gespeicherten Fingerabdruckdaten und lockt auch die organisierte Kriminalität an, befürchten die Politiker.

Zur Terrorbekämpfung seien die Fingerabdruckdaten nicht tauglich - es sei kein einziger Fall bekannt, bei den Terroristen deutsche gefälschte Reisepässe eingesetzt haben. Die Tätergruppe reise nicht mit gefälschten Papieren, sondern verfüge meist über echte Originale.


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