FSF unterstützt Free-Ryzom-Kampagne
Nevrax ist zwar insolvent, das zuständige französische Gericht hat dem Unternehmen aber zugesichert, seine Geschäfte bis zum erfolgten Verkauf von Ryzom weiterführen zu können. Es gibt laut Nevrax mehrere Interessenten, die an dem Online-Rollenspiel interessiert sind. Wer neben den Initiatoren von "Free Ryzom" – darunter auch der ehemalige Nevrax-Mitarbeiter Xavier Antoviaque – am Kauf von Ryzom interessiert ist, wurde bisher nicht bekannt gegeben.
Nachdem es bereits einige Diskussionen um Formulierungen und Open-Source-Lizenzen für Ryzom gegeben hat, zu denen auch Richard Stallman einen Kommentar(öffnet im neuen Fenster) abgab, ist nun auch die freie Software fördernde Free Software Foundation (FSF) auf den Plan getreten. In einer gemeinsamen Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) kündigten FSF und Free Ryzom an, dass die FSF die Kampagne offiziell mit einer Zusage von 60.000 US-Dollar – rund 45.000 Euro – unterstützen wird.
Peter T. Brown, Leiter der FSF, sieht die Free-Ryzom-Kampagne als "ein Projekt mit hoher Priorität für die Freie-Software-Bewegung" . Ziel von Free Ryzom ist es, das Spiel als freie Software gemeinschaftlich weiter zu entwickeln. Im Rahmen der Kampagne ist geplant, das ganze Spiel unter den Bedingungen der GPL zu veröffentlichen. Die weiteren Inhalte wie Grafik und Sound sollen unter ähnliche freie Lizenzen gestellt werden.
Sofern die Kampagne Erfolg hat und den Zuschlag bekommt, könnte jeder Nutzer seine eigenen Inhalte auf Basis der Ryzom/Nevrax-Architektur erstellen. Manche sehen darin jedoch eine Bedrohung, da sie befürchten, dass zu viele und voreilige Änderungen am Spielprinzip das Spiel kaputtmachen könnten.
Diese Gefahr sehen die Free-Ryzom-Initiatoren nicht. Geplant ist die Gründung einer eigenen Non-Profit-Organisation, die sich in Zukunft um den weiteren Betrieb der aktuellen Ryzom-Server von Nevrax kümmern soll. Die monatlichen Gebühren würden in Service-Kosten und die Weiterentwicklung des Spiel gesteckt werden.
"Wir sind sehr glücklich über die FSF-Unterstützung, da dies wichtig für jede Freie-Software-Initiative ist und wir hoffen dass es uns zu einer noch solideren Option für die Entscheidung der Richter in diesen Tagen macht" , so Quim Rovira in der Free-Ryzom-Mailingliste. Ob die Richter die Spendenzusagen – noch hat das Free-Ryzom-Team ja nur Zusagen, aber kein Geld – als glaubwürdig einschätzen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.
Zusammen mit der Zusage des FSF ist nun das primär aus Spendenzusagen(öffnet im neuen Fenster) von Fans bestehende Kauf-Budget auf über 135.000 Euro gewachsen, weswegen das Free-Ryzom-Team hofft, das neue Ziel von 200.000 US-Dollar erreichen zu können. Viel Zeit für weitere Spendenzusagen ist aber nicht mehr, denn das Free-Ryzom-Team geht davon aus, dass das letzte Gebot kurz vor dem 19. Dezember 2006 abgegeben werden muss – abhängig davon, wann die Richter ihre Entscheidung fällen.



