Proprietäre Treiber sollen aus Linux verbannt werden (Upd.)
Greg Kroah-Hartman hatte wiederholt entsprechende Patches eingereicht, um auf die nach seiner Meinung inakzeptable Situation hinzuweisen. In der wieder einmal neu aufgeflammten Diskussion bat Andrew Morton(öffnet im neuen Fenster) , der zusammen mit Linus Torvalds die Linux-Entwicklung leitet, um einen Patch, der Entwicklern eine letzte Frist von zwölf Monaten einräumt, aber schon heute deutlich darauf hinweist, dass nach Ablauf der Frist keine proprietären Treiber im Kernel mehr geduldet werden.
Der nun vorgeschlagene Kernel-Patch weist bei entsprechenden Treibern darauf hin, dass diese ab 1. Januar 2008 nicht mehr funktionieren werden. Neue Kernel-Versionen, die nach diesem Datum erscheinen, sollen nur noch Module laden, die als unter der GPL stehend markiert sind.
Einige Linux-Anbieter greifen dem aber schon heute voraus, darunter auch Greg Kroah-Hartmans Arbeitgeber Novell. Das Unternehmen verzichtet seit Suse Linux darauf, proprietäre Treiber in die Distribution aufzunehmen. Besonders verbreitet sind die Closed-Source-Treiber von ATI und Nvidia, die Anwender von Suse Linux, aber beispielsweise auch Debian- und Fedora-Nutzer, manuell nachinstallieren müssen.
Zugleich aber hat Kroah-Hartman UIO weiterentwickelt(öffnet im neuen Fenster) , eine Schnittstelle, mit der sich Linux-Treiber für den Userspace entwickeln lassen. Damit wäre es auch möglich, proprietäre Treiber anzubieten, ohne dass diese im Widerspruch zu der Kernel-Lizenz stünden. Diese Userspace-Schnittstelle ist mittlerweile in Andrew Mortons Kernel-Serie und laut Kroah-Hartman auch vollständig dokumentiert.
Nachtrag vom 14. Dezember 2006, 12:55 Uhr:
Nach einiger Kritik und sehr klaren Worten von Linus Torvalds(öffnet im neuen Fenster) , hat Kroah-Harman angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , seinen Patch wieder zurückzuziehen.



