Noch mehr Virtualisierung für den Linux-Kernel 2.6.20

Linus Torvalds nimmt KVM in Entwicklungszweig auf

Erst vor wenigen Tagen wurde die von XenSource und VMware entwickelte Hypervisor-Schnittstelle in den aktuellen Entwicklungszweig des Linux-Kernels aufgenommen. Nun integrierte Linus Torvalds auch noch Patches, mit denen sich die Virtualisierungstechniken von AMD und Intel direkt nutzen lassen. Der Linux-Kernel 2.6.20 wird also gleich mehrere Neuerungen in Sachen Virtualisierung enthalten.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Die in den Entwicklungszweig des Linux-Kernels 2.6.20 aufgenommenen Patches für die Kernel-Based-Virtual-Machine (KVM) wurden erstmals im Oktober 2006 vorgestellt. Diese fügen dem Kernel Unterstützung für die Virtualisierungstechniken von AMD und Intel hinzu und erstellen das zeichenorientierte Gerät /dev/kvm. Hierüber können Userspace-Prozesse die Virtualisierungstechnik ansprechen und virtuelle Maschinen starten, die eigene virtuelle Festplatten, Netzwerkkarten und Displays haben.

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So lassen sich auch mehrere virtuelle Systeme starten, wobei jede Umgebung als ein Prozess erscheint, deren virtuelle CPU ein Thread innerhalb dieses Prozesses ist. Durch den Treiber gesellt sich zu den bereits vorhandenen Kernel- und User-Modi noch ein Guest-Modus, der seinen eigenen Adressraum im physischen Speicher hat. Allerdings verbietet der Guest-Modus einen Zugriff auf I/O-Geräte. Jeder Versuch wird abgefangen und an den User-Mode zur Emulation weitergereicht.

KVM läuft auf x86 und x86-64 und benötigt eine veränderte Qemu-Version für die I/O- und BIOS-Emulation. Durch die direkte Nutzung der Hardware-Virtualisierungstechniken lassen sich auch unmodifizierte Gastbetriebssysteme wie Windows mit KVM ausführen. Der Kernel 2.6.20 wird außerdem die gemeinsam von XenSource und VMware entwickelte Hypervisor-Schnittstellte enthalten. Andere Virtualisierungslösungen wie Xen warten hingegen weiterhin auf ihre Integration.

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