Urheberrecht: Gowers-Bericht löst gemischte Reaktionen aus

British Library erfreut, Cliff Richard empört

Nach gut einem Jahr Arbeit hat der ehemalige Journalist und Financial-Times-Redakteur Andrew Gowers am 6. Dezember seinen Bericht zum gegenwärtigen Zustand und zur Zukunft des britischen Systems des geistigen Eigentums (IP) vorgelegt. In seinen Schlussfolgerungen erteilt er radikalen Schritten eine Absage und spricht sich stattdessen für Reformen und eine bessere Balance zwischen den Interessen der Besitzer von geistigem Eigentum und den Bedürfnissen der Öffentlichkeit aus.

Artikel veröffentlicht am ,

"Ein ideales System des geistigen Eigentums schafft Anreize zur Innovation, ohne den Zugang für Verbraucher und Folgeinnovatoren unnötig einzuschränken", schreibt Gowers in seinem Vorwort. In diesem Sinne empfiehlt er, das britische IP-System an drei Stellen zu reformieren: die Durchsetzung bestehender IP-Rechte sollte verstärkt werden; die Kosten für die Anmeldung und Durchsetzung von IP sowie für die Anfechtung von IP sollten für alle Betroffenen verringert werden; die Möglichkeiten, IP zu nutzen, sollten flexibilisiert werden.

Konkret wird in dem 150-Seiten-Bericht gefordert, IP-Verletzungen sowie Rechtsverstöße in der physischen Welt zu behandeln. So sollte die illegale Herstellung von Online-Kopien auch in solchen Fällen, wo dies ohne Gewinnerzielungsabsicht, aber in größerem Umfang geschieht, mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Zugleich wird empfohlen, Privatnutzern die Anfertigung von Kopien zu erlauben, was nach britischem Recht bisher unzulässig ist. Auf dem Gebiet des Patentschutzes wird empfohlen, dass die britische Regierung die Einrichtung eines EU-weit zuständigen Berufungsgerichts durch Voranbringen des Europäischen Abkommen zur Regelung von Patentstreitigkeiten (EPLA) unterstützt.

Lynne Brindley, Chefin der British Library, begrüßte die Veröffentlichung des Gowers-Berichts: "Wir sind insbesondere darüber erfreut, dass der Gowers-Bericht empfiehlt, das private Kopieren für Forschungs- und Archivzwecke [...] zu erlauben." Die British Library hatte mehrfach vor den Folgen eines zu strikten Urheberrechts für die Archivierung des kulturellen Erbes gewarnt, zuletzt Ende September.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Urheberrecht: Gowers-Bericht löst gemischte Reaktionen aus 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Microsoft
11 gute Gründe gegen den Umstieg auf Windows 11

Microsoft hat mit Windows 11 ein besseres Windows versprochen. Momentan fehlt aber viel und Funktionen werden hinter mehr Klicks versteckt.
Ein IMHO von Oliver Nickel

Microsoft: 11 gute Gründe gegen den Umstieg auf Windows 11
Artikel
  1. Reddit: IT-Arbeiter automatisiert seinen Job angeblich vollständig
    Reddit
    IT-Arbeiter automatisiert seinen Job angeblich vollständig

    Ein anonymer IT-Spezialist will unbemerkt seinen Job vollständig automatisiert haben. Dem Arbeitgeber sei dies seit einem Jahr nicht aufgefallen.

  2. Firmware: Windows 11 startet mit Coreboot
    Firmware
    Windows 11 startet mit Coreboot

    Einem Microsoft-Entwickler ist es nun aber gelungen, Windows 11 auf komplett freier Firmware zu starten.

  3. Telenot-Schließanlage: Schwacher Zufall sorgt für offene Türen
    Telenot-Schließanlage
    Schwacher Zufall sorgt für offene Türen

    Ein Alarmanlagen- und Schließsystem erstellte Zufallszahlen mit einer dafür nicht geeigneten C-Funktion.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 12GB bei Mindfactory 1.699€ • Samsung Gaming-Monitore (u.a. G5 32" WQHD 144Hz Curved 299€) • MindStar (u.a. GTX 1660 6GB 499€) • Sony Fernseher & Kopfhörer • Samsung Galaxy A52 128GB 299€ • CyberGhost VPN 1,89€/Monat [Werbung]
    •  /