Urheberrecht: Gowers-Bericht löst gemischte Reaktionen aus

Cliff Richard, der im Laufe seiner Karriere über 250 Millionen Platten verkaufte, hatte seinen ersten Hit im Jahr 1958. Unter geltendem Recht läuft der Urheberrechtsschutz für "Move It" im Jahr 2008 aus, die Rechte für Richards 1959er-Hit "Living Doll" im Jahr darauf. Von da an hätten Richard und seine Plattenfirma keinen Anspruch mehr auf Lizenzgebühren für die Verwertung der Aufnahmen, weshalb sie die Initiative ergriffen haben.

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Für Simon Frith, Professor an der Universität von Edinburgh und Vorsitzender des Mercury-Musikpreis-Komitees, ist die Kampagne "absolut lächerlich". Für ihn seien "50 Jahre eine völlig ausreichende Zeitspanne, um für eine einzelne Musikaufnahme entlohnt zu werden".

James Boyle, Rechtsprofessor an der Duke-Universität, geht in seiner Kritik in der Financial Times noch weiter. Was die Musikindustrie und die sie unterstützenden Musiker verlangen würden, sei schlicht und einfach "Vertragsbruch". Die Musikindustrie und die Musiker hätten vor 50 Jahren genau gewusst, worauf sie sich einließen, als sie die Musikaufnahmen veröffentlichten. Die geltende Schutzfrist hätte ihnen seinerzeit genug wirtschaftliche Anreize geboten. Rückwirkend die Schutzfrist zu ändern würde bedeuten, die Öffentlichkeit um ihren Profit aus dem Vertrag zu bringen - den umfassenden Zugang zu kulturellen Gütern.

John Kennedy, Vorsitzender des internationalen Verbandes der Musikindustrie (IFPI), hat bereits angekündigt, sich nicht mit dem Status quo zufrieden geben zu wollen: "Wenn die britische Regierung nicht bereit ist, das Urheberrecht anzupassen, müssen wir unsere Kampagne in Europa fortsetzen."

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Offensichtlich setzt die Musikindustrie nicht nur auf Lobbyismus, um sich die Einnahmen aus Musikaufnahmen zu sichern, deren Urheberrechtsschutz abgelaufen ist, oder kurz davor steht, abzulaufen. Wer die Jazz-Abteilungen im Musikladen durchsucht, stößt in jüngster Zeit immer häufiger auf den Hinweis "Copy Controlled", der CDs mit Aufnahmen aus den 50er-Jahren schmückt. Da der Kopierschutz nicht umgangen werden darf, nützt es dem Käufer herzlich wenig, zu wissen, dass der Urheberrechtsschutz abgelaufen ist. Damit tritt ein, wovor viele Kritiker angesichts der EU-Urheberrechts-Richtlinie von 2001 gewarnt hatten - Technik geht vor Recht und die Öffentlichkeit zieht den Kürzeren. [von Robert A. Gehring]

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