Urheberrecht: Gowers-Bericht löst gemischte Reaktionen aus

Keinen Rückhalt findet im Gowers-Bericht die Forderung von Vertretern der Musikindustrie und Musikern, die urheberrechtliche Schutzfrist für Musikaufnahmen von derzeit 50 Jahren nach Veröffentlichung auf 95 Jahre zu verlängern und somit dem US-Recht anzupassen. Im Gegenteil wird der EU-Kommission ausdrücklich empfohlen, die 50-Jahre-Regelung beizubehalten. In seiner ausführlichen Begründung schreibt Gowers dazu unter anderem: "Die vorliegenden ökonomischen Zahlen sprechen dafür, dass bereits die jetzt gültige Schutzfrist bei weitem das notwendige Maß überschreitet, um Anreize für neue Werke zu schaffen."

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Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung des Gowers-Berichts hatten Musikindustrie und einige Musiker - neben Cliff Richard sprachen sich auch andere Schwerverdiener wie Paul McCartney, Peter Gabriel und U2 für die Verlängerung der Schutzfrist aus - in einer beispiellosen Lobby-Kampagne mobil gemacht. In ganzseitigen Zeitungsanzeigen forderten sie "Fairness" und "Gleichbehandlung" für darbietende Künstler. Ihnen sollten, so sagte Cliff Richard gegenüber der BBC, "die gleichen Rechte" gewährt werden wie den Songwritern (die Urheberrechtsschutz bis 70 Jahre nach ihrem Tod genießen) - alles andere wäre "ungerecht".

Auch ein paar tote Musiker leisten ihren Beitrag im Kampf und 'Fairness' und 'Gerechtigkeit'. Eine am Freitag in der Financial Times erschienene Anzeige mit dem Titel 'fair play for musicians' haben mehr als 4.000 Musiker unterzeichnet. Unter den Namen der Unterzeichner finden sich auch Lonnie Donegan, gestorben am 4. November 2002, und Freddie Garrity (von Freddie & The Dreamers), gestorben am 20. Mai 2006 (nach anderen Quellen am 19. oder 22. Mai 2006).

In seinem Blog kommentiert Internetaktivist und Rechtsprofessor Larry Lessig dies mit folgenden Worten: "Die Tatsache, dass diese toten Autoren in der Lage waren, eine Forderung zu unterzeichnen, ihre Urheberrechte zu verlängern, kann nur bedeuten, dass eine solche Verlängerung über den Tod hinaus inspiriert. Ich bin mir im Augenblick noch nicht sicher, wie das geht. Aber in Anbetracht dessen sollte ich fair sein und zugeben, dass ich bisher falsch lag. Wenn Künstler nach ihrem Tod Petitionen unterzeichnen können, dann sollten sie auch nach ihrem Tod neue Aufnahmen produzieren können."

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Peter Jamieson, Vorsitzender des britischen Musikindustrie-Verbandes BPI, machte sich ebenfalls für eine Verlängerung der Schutzrechte stark: "Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, darbietende Künstler - die ein wesentliches Element des kreativen Mixes darstellen - zu diskriminieren. Es ist auch nicht zu rechtfertigen, dass Großbritannien und Europa im globalen Musikmarkt schlechter gestellt werden. Eine Musikaufnahme ist urheberrechtlich genauso wichtig wie eine Musikkomposition oder ein Film und verdient dieselbe Schutzdauer."

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