Telekommunikationsmarkt: Werbung bringt nicht viel
Zu diesem Schluss kam die Untersuchung TELCO Trend, die von Steria Mummert Consulting in Kooperation mit TeleTalk im August 2006 durchgeführt wurde. Die Telekommunikationsunternehmen in Deutschland schätzen, dass der bedeutendste Datenkommunikationsweg derzeit über DSL und seine Varianten läuft. Als zweitwichtigster Kanal gilt das Mobilfunknetz, weit danach kommen WLAN und WiMAX, dann das Festnetz und schließlich die Kommunikation via Internettelefonie.
Da DSL unter den Fachleuten als die unangefochtene Übertragungstechnik gilt, wollen die Unternehmen massiv in diesen Bereich investieren. Drei Viertel der befragten Telekommunikationsunternehmen planen den Ausbau ihrer Netzwerk-Infrastruktur. Sie wollen insbesondere unternehmensinterne Prozesse effizienter gestalten.
Konkrete Beispiele: Das VDSL-Netz der Deutschen Telekom steht in zehn Großstädten zur Verfügung. Die Deutsche Telekom, die mit über 60 Prozent Marktanteil nach wie vor den deutschen DSL-Markt beherrscht, plant, weitere 40 Großstädte mit VDSL zu versorgen. Und auch die anderen Carrier setzen auf DSL. Versatel beispielsweise will in den nächsten 12 bis 18 Monaten die Netzabdeckung verdoppeln und auf diese Art etwa 200.000 neue Kunden gewinnen. QSC hat sein Investitionsbudget vervierfacht, um sein Netz weiter auszubauen.
Als wichtigste mobile Dienste gelten die Sprachtelefonie, der Versand von SMS sowie das Abfragen von E-Mails. Mobiles Internet, das insbesondere von den großen Mobilfunkern beworben wird, interessiert die Kunden derzeit wenig.
Auch wenn Sprache und SMS als wichtigste Dienste für die mobile Kommunikation gelten: Die Anbieter können damit allein nicht mehr um die Führungsposition im Markt kämpfen – zumal die Discounter weiterhin auf die Gesprächs-und SMS-Preise drücken. Insbesondere Vodafone und T-Mobile sinnen daher darauf, mit neuen Handy-Anwendungen und Highspeed-Übertragung Marktanteile zu sichern oder auszubauen.
Gleichzeitig wird an der Preisschraube gedreht. Kunden sollen mittels niedrigerer Gebühren gebunden werden. Während es etablierten Großunternehmen nur schwer gelingt, günstige Angebote auf den Markt zu bringen, positioniert sich die nachrückende Konkurrenz durch sinkende DSL-Tarife und Kombiprodukte im Wettbewerb. Dieser verschärft sich zunehmend, da inzwischen auch die Mobilfunker Internet und heimischen Telefonanschluss anbieten.



