AMD zeigt Quad-Core "Barcelona" in Betrieb
Wie AMD mitteilte, soll der erste Quad-Core-Prozessor im zweiten Quartal 2007 als Teil der 8000er-Serie der Opterons ausgeliefert werden. Sie kommen damit zuerst für Workstations und Server mit 2 bis 8 Sockeln auf den Markt. Das Design der früher als "K8L" bekannten CPU hat AMD seit Juni 2006 stückweise entblättert: Auf einem Die sitzen vier Kerne, was AMD als "Native Quad-Core" bezeichnet, um ein bisschen auf Intel herumzuhacken. Die können zwar schon Vierkerner liefern, packen dabei aber zwei Dual-Core-Dies in ein Chipgehäuse. Von der direkten Verbindung der Kerne auf dem Die verspricht sich AMD deutliche Leistungssteigerungen. Die Cores greifen auf je 512 KByte eigenen L2-Cache zu und teilen sich 2 MByte L3-Cache. Dazu kommen noch weitere Feinheiten wie eine verbesserte FPU.
Gesehen hatte man den Hoffnungsträger bisher aber nur auf Leinwänden, nicht in PCs. Das hat AMD nun geändert und dabei die Vorführung von Intels Pat Gelsinger auf dem letzten IDF nachgedreht: Im Rahmen eines Analysten-Treffens zeigte AMD zuerst einen Opteron-Server mit vier Steckplätzen vom Typ "Socket F". Die Maschine wurde heruntergefahren, mit den neuen Barcelona-CPUs bestückt und arbeitete ohne weitere Änderungen dann mit 16 statt vorher 8 Cores unter der 64-Bit-Version von Windows Server 2003.
Da Barcelona in 65 Nanometern Strukturbreite hergestellt wird, soll sich auch die typische Leistungsaufnahme von rund 120 Watt mit den vier Kernen nicht ändern, die Kühlung von Servern und Rechenzentren muss also nicht angepasst werden. Das nahtlose Upgrade von Servern, wie es auch schon Intel mit seiner Xeon-5300-Serie ("Cloverton") vormacht, wird damit auch für AMD Realität.