Quad FX: AMDs 4x4-Plattform offiziell vorgestellt

Was nun Quad FX heißt, ist AMDs Antwort auf den Core 2 Extreme QX6700 von Intel, der in einem Chip-Gehäuse zwei Dual-Core-Prozessoren vereint. Da Intel seine CPUs bereits massenweise in 65 Nanometern herstellt und AMD vorerst noch bei 90 Nanometern steht, war eine Integration von zwei Dies in einem Chip-Gehäuse unmöglich. AMD hat sich daher entschieden, quasi eine Workstation-Lösung mit Opterons für den Markt der Technik-Fans umzurüsten.
| Prozessor-Paar | Takt | TDP | max. Temperatur | Preis (US-Dollar) |
| Athlon64 FX-74 | 3,0 GHz | 125 Watt | 56 Grad | 999,- |
| Athlon64 FX-72 | 2,8 GHz | 125 Watt | 63 Grad | 799,- |
| Athlon64 FX-70 | 2,6 GHz | 125 Watt | 63 Grad | 599,- |
AMD positioniert Quad FX mit dem neuen Schlagwort "Megatasking" und wendet sich, anders als bei bisherigen FX-Produkten, nicht vornehmlich an Computerspieler. Im Vordergrund sollen vielmehr, so AMD, "Enthusiasten" stehen, die viel mit gut in Threads aufgeteilter Multimedia-Software arbeiten. Folglich verteilte AMD die raren Testsysteme auch sehr genau.
Käuflich erwerben kann man Quad-FX-Systeme laut AMD derzeit nur in den USA, unter anderem bei den High-End-Herstellern Alienware und Voodoo PC. In Deutschland sollen die Systeme – und auch die Prozessor-Pärchen – erst "Anfang 2007" , so AMD, auf den Markt kommen. AMD verspricht, dass die für Ende 2007 geplanten CPUs mit vier Kernen auf einem Die, die bisher unter dem Codenamen "Altair FX" laufen, auch in den jetzigen Quad-FX-Systemen betrieben werden können.
Kommentar
Äußerst dünn gesäte Testsysteme, vier Kerne bei gleich welchem Stromverbrauch und Lärm – Quad FX scheint aus der Verzweiflung geboren, Intels Marketing-Hype um den QX6700 etwas entgegenhalten zu können. Dafür spricht auch die Ankündigung ohne weltweite Verfügbarkeit unbedingt noch vor Weihnachten. Teurer ist die Plattform nicht nur durch die hohe Leistungsaufnahme: Vier Speichermodule sind für volle Leistung nötig, zwei Kühler kosten mehr als einer und auch ein 1.000-Watt-Netzteil dürfte noch nicht jeder von AMD so genannte "Enthusiast" in seinem Hardware-Fundus haben. AMD bricht auch mit eigenen Regeln: Bisher galt für die FX-Prozessoren: "Es kann nur einen geben." Nun sind es derer vier, wenn man den FX-62 noch mitzählt. Nannten Spötter die erste "Extreme Edition" des Pentium 4, die Intel im Jahr 2003 in nur 60 Tagen aus einem Xeon schnitzte , noch die "Emergency Edition", um gegen den Athlon64 anzutreten, so taugt Quad FX nach den bisher vorliegenden Daten nicht einmal mehr als Notlösung: Es ist nämlich trotz massiven Hardware-Aufwandes an der Grenze des Machbaren nicht einmal schneller als konkurrierende Intel-Plattformen.