Killerspiele? Keine Gefahr für die innere Sicherheit

Dennoch könnte eine weitere Verschärfung des Jugendschutzes folgen

Computer- und Videospiele sind seit dem Amoklauf eines erwachsenen Schülers in Emsdetten wieder im Rampenlicht - genauer gesagt solche Spiele, die primär von besorgten Politikern als jugendgefährdend eingestuft und gern als Killerspiele bezeichnet werden. Bayerns Innenminister Günther Beckstein sieht sogar die innere Sicherheit Deutschlands gefährdet - gegenüber Golem.de widersprach jedoch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums dieser Theorie.

Artikel veröffentlicht am ,

Anders als von Beckstein mit Bezug auf das Bundesinnenministerium (BMI) angegeben, sehe das BMI selbst keine Verknüpfung von Computerspielen und der inneren Sicherheit, so der BMI-Sprecher auf Nachfrage. Es handle sich eher um eine politische Verknüpfung seitens Beckstein, so die Vermutung. Des Weiteren gebe es auch keine entsprechende BMI-Initiative im Bereich Computerspiele.

Vielmehr untersuche das BMI den Schwerpunkt Waffenrecht und gehe der Frage nach, ob hierbei weitere Verschärfungen und die stärkere Berücksichtigung historischer Waffen nötig seien. Der 18-jährige Täter aus Emsdetten hatte laut BMI einen "Kleinen Waffenschein", womit etwa Gaspistolen geführt werden dürfen - weil er dies unerlaubterweise auf einem Konzert machte, sollte einen Tag nach dem Amoklauf vor Gericht gegen ihn verhandelt werden. Die historischen, schussfähigen Vorderlader in seinem Besitz dürfen bisher ab 18 Jahren frei gekauft werden - eine mögliche Lücke im Waffengesetz. Erst seit kurzem sind auch Stimmen laut geworden, die nach der Herkunft der Waffe und Kampfmittel des Täters fragte. Der junge Mann setzte Schusswaffen und Rauchgranaten in seiner Schule ein, bevor er sich selbst umbrachte. Er hinterließ einen Abschiedsbrief.

In der Diskussion um die Ursachen hat so mancher Politiker und Journalist schnell mit dem Finger auf die vom Täter gespielten PC-Shooter Counter-Strike (USK 16) und Doom 3 (USK 18) gezeigt und diese als Killerspiele mit realitätszersetzender, gewaltfördernder Wirkung verurteilt. Auch dass der Täter mit Airsoft-Waffen übte und einige Halloween-Horror-Filme im Regal stehen hatte, war suspekt. Die Probleme des Täters wurden hingegen selten beleuchtet.

Beckstein hatte sich in einer CSU-Mitteilung zuversichtlich gezeigt, "dass Bayern ein Verbot von Gewalt verherrlichenden Videospielen über den Bundesrat durchsetzen kann." Bereits seit Jahren fordert Beckstein ein Produktions-, Handels- und Verleihverbot für "Killerspiele". Mit einem Gesetz hofft Bayern dies in Zukunft in Deutschland auch durchsetzen zu können. Beim Bundesrat geht man davon aus, dass das Thema jugendgefährdende Spiele eventuell in der Sitzung am 15. Dezember 2006 oder am 16. Februar 2007 beraten wird.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Killerspiele? Keine Gefahr für die innere Sicherheit 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Armadon 30. Apr 2009

Ich glaube weniger das spiele sogenannte "Killerspiele" die Ursache sind im endefeckt...

Silixes 02. Jul 2007

HansiHansenHans unbedingt lesen, neue vorläufige Richtlinien! von wegen Killerspiele und...

Maikel 03. Feb 2007

Alles wollen sie einem verbieten! Lasst euch nicht annerven, macht eine klare Ansage mit...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Superbase V
Zendures Solarstation mit 6.400 Wh kommt mit hohem Rabatt

Vor dem Verkaufsstart über die eigene Webseite verkauft Zendure seine Superbase V über Kickstarter - mit teilweise fast 50 Prozent Rabatt.

Superbase V: Zendures Solarstation mit 6.400 Wh kommt mit hohem Rabatt
Artikel
  1. Tesla Optimus: Elon Musk zeigt Roboter-Prototyp
    Tesla Optimus
    Elon Musk zeigt Roboter-Prototyp

    Roboter könnten für Tesla aus Sicht von Elon Musk bedeutender werden als Elektroautos. Der Konzern zeigte seinen ersten Roboter-Prototypen.

  2. Microsofts E-Mail: Modern Auth in Exchange macht Admins Arbeit
    Microsofts E-Mail
    Modern Auth in Exchange macht Admins Arbeit

    Ab dem 1. Oktober 2022 müssen Exchange-Clients zwingend Microsofts moderne Authentifizierung nutzen. Das bedeutet Mehrarbeit.
    Eine Analyse von Oliver Nickel

  3. Google: Nutzer fordern Bluetooth-Freigabe für Stadia-Controller
    Google
    Nutzer fordern Bluetooth-Freigabe für Stadia-Controller

    Mit der Einstellung von Stadia können auch Tausende der speziellen Controller ohne ein Update nicht mehr drahtlos genutzt werden.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (u. a. LC-Power LC-M27-QHD-240-C-K 389€) und Damn-Deals (u. a. Kingston A400 240/480 GB 17,50€/32€, NZXT Kraken X73 139€) • Alternate: Weekend Sale • Razer Strider XXL 33,90€ • JBL Live Pro+ 49€ • PCGH-Ratgeber-PC 3000 Radeon Edition 2.500€ • LG OLED65CS9LA 1.699€ [Werbung]
    •  /