Bundesregierung setzt sich für billige Auslandsgespräche ein

Internationale Roaming-Gebühr soll 60 Cent statt 3 Euro betragen

Die Bundesregierung will sich für die Verbilligung von internationalen Handy-Telefonaten einsetzen. Berlin verlangt eine strengere Regelung der Roaming-Gebühren per EU-Verordnung und unterstützt damit die Forderungen der EU-Kommissarin Viviane Reding. Betroffen sind Millionen von Geschäftsleuten und Touristen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Sie könnten insgesamt bis zu fünf Milliarden Euro sparen, sollten die Roaming-Gebühren fallen. Bereits ab heute gelten für die deutschen Mobilfunkanbieter von der Bundesnetzagentur festgesetzte niedrigere Terminierungsentgelte.

Artikel veröffentlicht am , yg

Kurze Roaming-Gespräche kosteten 1 bis 3 Euro pro Minute. Im Inland liegen die Gesprächskosten dagegen bei wenigen Cent. Die hohen Kosten basieren auf den Gebühren, die Mobilfunker untereinander verrechnen, wenn fremde Kunden ihre Netze nutzen.

Die Bundesregierung will nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung diesen Roaming-Betrag nun auf maximal 60 Cent reduzieren und hat daher in den EU-Verhandlungen den britischen Wunsch abgelehnt, die Preissenkung von 1 bis 3 Euro auf höchstens 60 Cent pro Minute zu verschieben.

Ferner wolle die Bundesregierung das Telefonieren im Ausland weiter verbilligen. Außer dem neuen Standardtarif von höchstens 60 Cent pro Minute sollen die Mobilfunker auch neue Auslandstarife mit Flatrates für bestimmte Länder oder eine kurze Zeit anbieten. Für den internationalen Datenverkehr sollen Volumentarife Teil des Angebots werden.

EU-Kommissarin Reding würde die Gebühren für die Weiterleitung durch fremde Netze am liebsten ganz kappen. Doch hier stößt sie auf den Widerstand der großen Mobilfunkkonzerne, die bisher Milliarden an den hohen Auslandstarifen verdienen. Eine Goldquelle stellen diese Einnahmen insbesondere für die spanische Telefonica und die italienische Telecom Italia dar, die in Ländern mit viel Tourismus ansässig sind. Doch auch Europas größter Mobilfunker Vodafone mit Sitz in Großbritannien erntet reichlich Roaming-Gebühren.

So ist es nicht verwunderlich, dass die nationalen Regierungen dieser Länder mit Rücksicht auf die großen Konzerne ihr Veto gegen die geplante EU-Verordnung angekündigt haben. Wirtschaftsminister Michael Glos und Staatssekretär Joachim Wuermeling hoffen dennoch, dass sich die Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament bald einigen, so dass die Verordnung bereits zur Urlaubssaison 2007 in Kraft treten kann. Als vorteilhaft dürfte sich dabei erweisen, dass Deutschland am 1. Januar nächsten Jahres die EU-Präsidentschaft übernimmt und damit die Verhandlungen beschleunigen kann.

Hier zu Lande gelten ab heute neue "Terminierungsentgelte", die Bundesnetzagentur hat diese Entgelte für die Anrufzustellung in den Mobilfunknetzen um rund 16 Prozent gesenkt. Im Einzelnen betragen die Entgelte 8,78 Cent für T-Mobile bzw. jeweils 9,94 Cent für E-Plus und O2. Bislang kassieren T-Mobile und Vodafone 11 Cent, E-Plus und O2 12,4 Cent.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Gnomy 24. Nov 2006

nochwas: Rücksicht auf die großen Konzerne ihr Veto wohl eher die kleinen, oder???

Horst 24. Nov 2006

Also das ist doch mal was! Die 3% Mehrwertsteuer, die 500 Studiengebühr, sowas...

Pietro 23. Nov 2006

Auf dem einheitlichen europäischen Markt existieren keine Grenzen was die Lieferungen von...

faxe 23. Nov 2006

da wird dem konsumenten was gutes getan und sogar dagegen gibts noch einwände. voll...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
OpenAI
Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store

Nur einen Tag, nachdem OpenAI ChatGPT für Entwickler geöffnet hat, lassen sich Angebote finden, die es nicht geben dürfte.

OpenAI: Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store
Artikel
  1. AVM: Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht zum Einsatz
    AVM
    Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht "zum Einsatz"

    Huawei hat einen großen Patentpool zu Wi-Fi 6. Fritzbox-Hersteller AVM hat die Patente nach eigenen Angaben in seinen Wi-Fi-6-Routern nicht genutzt, will sie aber dennoch für ungültig erklären lassen.

  2. LTE: Kaum weniger Funklöcher in Deutschland
    LTE
    Kaum weniger Funklöcher in Deutschland

    Während bei 5G viel ausgebaut wurde, haben die Netzbetreiber zu wenig LTE-Funklöcher geschlossen. Das ergab zumindest eine Auswertung von Verivox.

  3. E-Corner: Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken
    E-Corner
    Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken

    Die Hyundai-Tochter Mobis präsentiert eine Technik, mit der sich die Autoräder seitlich drehen lassen, um das parallele Einparken zu erleichtern.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Lenovo 34" 21:9 Curved WQHD 299€ • ASRock RX 7900 XTX 1.039,18€ • War Hospital 21,59€ • Amazon-Geräte -50% • Acer 34" OLED UWQHD 175Hz 999€ • PS5 + Spider-Man 2 569€ • AMD Ryzen 9 5950X 379€ • Switch-Controller 17,84€ • AOC 27" QHD 165Hz 229€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /