Bericht: Intel will Speichercontroller in CPUs integrieren
Wie die britische Webseite The Inquirer berichtet(öffnet im neuen Fenster) , soll der erste entsprechende Prozessor "Bloomfield" heißen. Dies ist jedoch nur der Codename für den Kern an sich, wie das bei Intel üblich ist. Noch vor Bloomfield soll frühestens Ende 2007 der "Yorkfield" folgen, bei dem Intel in 45-Nanometer-Technologie erstmals vier Kerne auf einem Die unterbringen will. Yorkfield wäre damit der Nachfolger des "Kentsfield", wie der aktuelle Core 2 Extreme QX6700 heißt, bei dem zwei Dual-Core-Dies in einem Chip-Gehäuse stecken.
Noch unklar ist allerdings nach dem Bericht, für den der Inquirer keine Quelle angibt, mit welcher CPU-Architektur Bloomfield arbeiten soll. Intel hatte bereits im April 2006 eine offizielle Roadmap für die Architekturen vorgelegt und dabei fröhlich die Codenamen für Architekturen und Kerne durcheinander gewürfelt: Merom, Conroe und Woodcrest kennt man heute als Core 2 bzw. Xeon 5300, und ob die 45-Nanometer-Prozessoren der damaligen Roadmap namens "Penryn" und "Gesher" nun Prozessor-Varianten oder die ihnen zu Grunde liegende Architektur beschreiben, hat Intel bisher nicht verraten.
Laut Inquirer sollen neben dem Desktop-Chip Bloomfield auch "Gilo" für Notebooks und "Gainestown" für Server erscheinen. Das spräche für einen Architekturwechsel, wie ihn Intel mit der Core-Architektur 2006 vollzogen hat: ein Design für verschiedene PC-Varianten. Ein solcher Umbruch wäre auch der richtige Zeitpunkt, die Infrastruktur des PCs erneut zu verändern – nach den Informationen der britischen Site mit einem integrierten Speichercontroller. Nach dem bisherigen Stand der DRAM-Entwicklung dürfte dieser Speichercontroller dann für DDR3 ausgelegt sein.
Damit würde Intel dem Beispiel von AMD folgen, die bereits 2003 den Speichercontroller in die CPU gepackt hatten. Intel hat dies bisher auf Grund der damals immer noch schnell folgenden Speicherstandards als zu unflexibel bezeichnet. Vielmehr setzt das Unternehmen bis heute auf einen "Front-Side-Bus" (FSB). Dessen Erfinder Steve Pawlowski erklärte auf dem letzten IDF aber auch gegenüber Golem.de, dass er nie gedacht hätte, dass der FSB so viele CPU-Generationen überlebt.
Mit der wachsenden Zahl der Kerne wird der FSB aber zum Problem – bisher rettet sich Intel hier durch immer höhere Frequenzen. Wie Intel mit einem integrierten Speichercontroller aber den Rest des PCs an die CPU anbinden will, geht auch aus den aktuellen Gerüchten nicht hervor. Fest scheint jedoch schon zu stehen, dass Bloomfield mit dem "Socket B" – B wie Bloomfield – samt 1.366 Kontakten wieder einmal neue Mainboards erfordern wird.
Recht nebulös sind auch noch die Informationen über eine Neuauflage von HyperThreading, das die neuen Core-Prozessoren nicht mehr beherrschen. Diese Technologie, bei der sich ein Kern wie mehrere gegenüber der Software präsentiert und bei der die Funktionseinheiten besser ausgelastet werden, soll mit Bloomfield wiederbelebt werden.
Dass mit Bloomfield nun ein neuer Codename mit möglicherweise – für Intel – revolutionärer Technologie auftaucht, ist jedoch für Intel nicht ungewöhnlich. Der Hersteller hatte als Reaktion auf AMDs 64-Bit-Erweiterungen des Opteron und Athlon64 unter dem Codenamen 'Yamhill' eine dazu kompatible Version entwickelt, die dann als "EM64T" und nun "Intel64" in den Pentium 4 und folgende Produkte Einzug hielt. Bisher hielt sich Intel auch mit dem Einbau des Speichercontrollers in Prozessoren in seinen Aussagen zurück – gut möglich, dass man daran in den vielen Entwicklungslabors schon lange arbeitet.