PhysX: Entwickler verzweifelt gesucht - SDK wird kostenlos
Mit der neuen Lizenz soll nun jeder Entwickler auf PhysX setzen können, kostenlos allerdings nur in Form der kompilierten Bibliotheken – und mit Hinweis auf die Nutzungsbedingungen im eigenen Installationsprogramm. Wer die Physik-Engine stärker auf seine Bedürfnisse anpassen will, als es mit dem PhysX SDK möglich ist, für Spielekonsolen entwickelt und mehr Support während der Entwicklung benötigt, muss mit Ageia gesonderte, kostenpflichtige Vereinbarungen treffen.
Der Schachzug kommt nicht von ungefähr: Hersteller wie ATI und Nvidia werden in Zukunft ebenfalls eine Physik-Beschleunigung in ihren auf bestimmte Berechnungen spezialisierten Grafikchips anbieten. Entweder werden zusätzlich eingesteckte Grafikkarten genutzt, um ausschließlich Physik-Berechnungen zu erledigen, was sowohl ATI mit Crossfire als auch Nvidia mit SLI unterstützen, oder die Grafikkarte kümmert sich neben Grafikberechnungen gleichzeitig um die Physiksimulation – wie etwa bei der neuen GeForce-8-Serie mit ihrer vereinheitlichten Shader-Architektur ("Unified Shader").
Grafikkarten zur Physik-Simulation wird Platzhirsch Havok nutzen, entsprechende Kooperationen mit ATI und Nvidia wurden bereits angekündigt. Da Havok trotz Bemühungen Ageias nicht die PhysX-Hardware unterstützt, Ageia bisher selbst keine Zusammenarbeit mit ATI und Nvidia ankündigte und eine DirectX-API zur Physikbeschleunigung noch fehlt, muss das kleine Unternehmen also selbst versuchen, das Interesse für die eigene Plattform zu steigern. Ob die kostenlose PhysX-Nutzung reicht, um mit einer auf eine Physik-Engine beschränkten speziellen Hardware gegen die übermächtige Konkurrenz aus dem Grafikchip-Lager bestehen zu können, ist allerdings eher fraglich.



