Abo
  • Services:

Elektrosensibilität, ein rein psychologischer Effekt?

Versuchspersonen konnten Felder nicht zuverlässig wahrnehmen

Gegner und Befürworter des Mobilfunks führen oft eine sehr emotionale und kontroverse Diskussion. Zugleich geben zunehmend mehr Menschen an, gesundheitlich unter den Auswirkungen elektromagnetischer Felder im Nieder- und Hochfrequenzbereich zu leiden, was auch als "Elektrosensibilität" bezeichnet wird. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat in einem Experiment diese Überempfindlichkeit untersucht, doch die Versuchspersonen konnten die Felder weder zuverlässig wahrnehmen noch zeigten sie eine messbare biologische Reaktion auf das An- und Ausschalten der schwachen Feldexpositionen.

Artikel veröffentlicht am ,

Die Gruppe "Vibrationen, elektromagnetische Felder" der BAuA untersucht mögliche Beeinflussungen oder Wirkungen von Feldern auf die Gesundheit von Beschäftigten. Um herauszufinden, welche Bedingungen für eine Elektrosensibilität sprechen könnten, führte Dr. Gerlinde Kaul eine experimentelle Studie in der BAuA-Berlin durch.

Stellenmarkt
  1. DE-CIX Management GmbH, Frankfurt Osthafen
  2. RI-Solution GmbH, Auerbach

Diese so genannten "Elektrosensiblen" geben zwar beispielsweise Handystrahlung oder so genannten Elektrosmog als Ursache für eine Vielzahl von Beschwerden an, bei den Versuchen der BAuA reagierten elektrosensible Personen aber nicht auf elektromagnetische Felder. Sie konnten die Felder weder zuverlässig wahrnehmen noch zeigten sie eine messbare biologische Reaktion auf das An- und Ausschalten der schwachen Feldexpositionen. Die elektrosensiblen Personen unterschieden dahingehend nicht von den Personen einer Kontrollgruppe.

Bei den nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation durchgeführten Versuchen wurden Personen sowohl einem magnetischen Feld ausgesetzt, das durch herkömmlichen Wechselstrom erzeugt wird, als auch dem gepulsten Feld des Mobilfunks. Die Feldstärken lagen dabei weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte. Dabei nahmen 48 Personen, die angaben, unter einer "Elektrosensibilität" zu leiden, an der Studie teil, weitere 96 unbelastete Personen bildeten die Kontrollgruppe.

Im Versuchszeitraum von einer Stunde wurden die Teilnehmer drei Mal für zehn Minuten einer definierten Feldexposition ausgesetzt. Dabei wussten sie nicht, wann dieses Feld und für wie lange es eingeschaltet war. In der übrigen Zeit blieb die Umgebung im Labor feldneutral. Der Wechsel zwischen Feld- und neutraler Exposition erfolgte dabei nach einem balancierten Versuchsplan. Nach jeweils zehn Minuten wurde die Person gefragt, ob sie ein Feld wahrgenommen habe. Zudem erhoben die Wissenschaftler Merkmale zur Wahrnehmung und zum Verhalten. Mit der Änderung der elektrischen Leitfähigkeit der Haut wurde die körperliche Reaktion auf das Feld erfasst.

Bei keiner Person konnte eine Änderung der elektrischen Hautleitfähigkeit gefunden werden, die sich auf die Einwirkung eines Feldes zurückführen lässt. Ebenso konnten weder die Kontrollpersonen noch die so genannten "Elektrosensiblen" zuverlässig angeben, ob ein Feld vorlag oder nicht. Beide Gruppen erreichten eine Treffsicherheit, die bei etwa 50 Prozent lag.

Ein Hinweis auf eine erhöhte Sensitivität der Wahrnehmungsfähigkeit bei den "elektrosensiblen" Personen ließ sich daher nicht finden, obwohl diese Personen sehr viel häufiger angaben, dass sie ein Feld wahrnehmen würden. Dr. Gerlinde Kaul führt das Phänomen der "Elektrosensibilität" auf Bedingungen zurück, die in der psychischen Struktur oder in der individuellen Stressverarbeitung einer Person liegen könnten.

Ein Forschungsbericht der BAuA zur Studie ist in Vorbereitung. Eine Kurzfassung des Vortrags steht unter baua.de zum Download bereit.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 99,99€ (versandkostenfrei)
  2. (u. a. 32 GB 6,98€, 128 GB 23,58€)
  3. 54,99€
  4. 59,99€

gaga 09. Mai 2007

hab mich vor jahren mit einem menschen einer für einen solchen test verantwortlichen...

Rufer in der Wüste 05. Dez 2006

stimmt mich diese Diskussion. 1. Viele lesen nur das, was sie lesen wollen. 2. Viele...

iggy 23. Nov 2006

Im PM gabs mal einen Artikel zu Magnetstimulation des Gehirns: http://www.pm-magazin.de...

Udo Stenzel 23. Nov 2006

------------------------------------------------------- Nö. Um diese emotional...

Udo Stenzel 23. Nov 2006

Der Mann fragt (indirekt), ob tatsächlich mit gepulsten Mikrowellen gemessen wurde...


Folgen Sie uns
       


Bewerbungsgespräch mit der KI vom DFKI - Bericht

Wir haben uns beim DFKI in Saarbrücken angesehen, wie das Training von Bewerbungsgesprächen mit einer Künstlichen Intelligenz funktioniert.

Bewerbungsgespräch mit der KI vom DFKI - Bericht Video aufrufen
Überwachung: Wenn die Firma heimlich ihre Mitarbeiter ausspioniert
Überwachung
Wenn die Firma heimlich ihre Mitarbeiter ausspioniert

Videokameras, Wanzen, GPS-Tracker, Keylogger - es gibt viele Möglichkeiten, mit denen Firmen Mitarbeiter kontrollieren können. Nicht wenige tun das auch und werden dafür mitunter bestraft. Manchmal kommen sie aber selbst mit heimlichen Überwachungsaktionen durch. Es kommt auf die Gründe an.
Von Harald Büring

  1. Österreich Bundesheer soll mehr Daten bekommen
  2. Datenschutz Chinesische Kameraüberwachung hält Bus-Werbung für Fußgänger
  3. Überwachung Infosystem über Funkzellenabfragen in Berlin gestartet

Uploadfilter: Voss stellt Existenz von Youtube infrage
Uploadfilter
Voss stellt Existenz von Youtube infrage

Gut zwei Wochen vor der endgültigen Abstimmung über Uploadfilter stehen sich Befürworter und Gegner weiter unversöhnlich gegenüber. Verhandlungsführer Voss hat offenbar kein Problem damit, wenn es Plattformen wie Youtube nicht mehr gäbe. Wissenschaftler sehen hingegen Gefahren durch die Reform.

  1. Uploadfilter Koalition findet ihren eigenen Kompromiss nicht so gut
  2. Uploadfilter Konservative EVP will Abstimmung doch nicht vorziehen
  3. Uploadfilter Spontane Demos gegen Schnellvotum angekündigt

Display-Technik: So funktionieren Micro-LEDs
Display-Technik
So funktionieren Micro-LEDs

Nach Flüssigkristallanzeigen (LCD) mit Hintergrundbeleuchtung und OLED-Bildschirmen sind Micro-LEDs der nächste Schritt: Apple arbeitet daran für Smartwatches und Samsung hat bereits einen Fernseher vorgestellt. Die Technik hat viele Vorteile, ist aber aufwendig in der Fertigung.
Von Mike Wobker

  1. AU Optronics Apple soll Wechsel von OLEDs zu Micro-LEDs vorbereiten

    •  /