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Interview: "Pauschale Verbote sind nicht gewinnbringend"

Medienpädagogin plädiert für ernsthafte Beschäftigung mit Spielen

Das Münchner Institut "JFF" für "Medienpädagogik in Forschung und Praxis" beschäftigt sich seit 1949 mit den Auswirkungen von Medienkonsum auf Jugendliche. Die ausgebildete Grundschullehrerin und medienpädagogische Referentin des JFF, Kathrin Demmler, nimmt im Interview mit Golem.de Stellung zur Verbotsdebatte um Computerspiele - und zum Umgang der Medien mit dem Amoklauf von Emsdetten.

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Die reflexartigen Forderungen wie den Aufruf des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber zu einem Verbot von so genannten "Killerspielen" hält Kathrin Demmler für ein rein "politisches Statement". Auch schon "den Begriff Killerspiele verwende ich nicht", wehrt sich die Pädagogin gegen eine Pauschalisierung von Spielen, in denen der Benutzer Gewalt ausüben muss. Ein generelles Verbot von Herstellung und Vertrieb hält Demmler für "in der Idee schwer realisierbar". Es sei heute kein Problem, sich auch in Deutschland verbotene Spiele über das Internet zu besorgen.

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Durch die intensive Beschäftigung mit Spielen wie "Counter-Strike" hat sich für Demmler außerdem gezeigt, dass bei vielen Titeln "der Wettbewerb im Vordergrund steht" - und nicht die Gewaltdarstellung an sich.

Bei der Beurteilung von Spielen müsse man aber klar differenzieren. Demmler bezweifelt nicht, dass manche Spiele jugendgefährdend sind. Es komme jedoch auf "den Grad der Gewalt" an. Auch sei es problematisch, ob die Gewalt im Spiel Konsequenzen habe: Wer immer wieder tot umfalle und direkt danach aufstehe und weiterspiele, könnte seine Hemmschwellen zur Gewalt durchaus herabsetzen, meinte Demmler. Es gebe zudem überzogen harte Titel, vor denen selbst Erwachsene geschützt werden müssten, Namen wollte die Medienpädagogin aber nicht nennen.

Für eine Einordnung der Titel hält Demmler das System der USK "für im Prinzip funktionierend" und möchte es auch beibehalten. Es gehe aber darum, "kontinuierlich hinzusehen, ob dort unabhängige Gutachter tätig sind". Das, so Demmler, sei bei einer so neuen Institution aber ganz normal: Sie müsse auch von außen kontrolliert werden.

Gefragt seien im Umgang mit Spielen auch die Eltern. Es gehe darum, generell "Medienkompetenz zu vermitteln und nicht einzelne Titel zu verdammen". Eltern hätten oft viel zu wenig Ahnung davon, was ihre Kinder vor dem Computer tun, und würden dann auch nicht erkennen, welche Mechanismen den Spielen zu Grunde liegen.

Wie wenig die Kompetenz zum Thema Computerspiele in der Gesellschaft ausgeprägt ist, zeigt sich für Kathrin Demmler auch im Umgang mit den Spuren, die der Täter von Emsdetten im Netz hinterlassen hat. Dass sein Abschiedsbrief auch von renommierten Medien "verbraten" wird, so Demmler wörtlich, findet die Forscherin "tragisch." Auch die Bilder des Amokläufers "schüren doch die Angst vor dem eigenen Mitschüler", was eine Auseinandersetzung mit Außenseitern erschwere. "Für glaubwürdig halte ich diese Berichterstattung nicht", so Kathrin Demmler.

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Freddy1171 08. Dez 2007

Ist doch klarr warum das so laeuft, seht Euch doch mal die Politik in Deutschland an...

Michael - alt 23. Nov 2006

Naja, Diktatur löst immer scheiflaufende Demokratie ab.

Michael - alt 22. Nov 2006

Du hast Recht, man kann darüber philosophieren. Nur gibt es hier in D kaum diesen...

1933 22. Nov 2006

Stoiber, Schünemann und andere sollen sich mit einem Thema ERNSTHAFT...

JTL 22. Nov 2006

Trotz Sarkasmus nicht besonders lustig. Mag aber auch daran liegen, dass das Thema viel...


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