Abo
  • Services:
Anzeige

Umstrittene Verlinkung bei Online-Berichterstattung

Die Münchener Richter führten im Einzelnen aus, dass eine Berichterstattung über Umgehungsprogramme für Kopierschutz auch unter Nennung des Namens der einschlägigen Software grundsätzlich von der Pressefreiheit erfasst ist. Eine Verlinkung des entsprechenden Programms ist davon jedoch nicht gedeckt. Vielmehr stellt das Setzen eines Hyperlinks eine aktive Unterstützungshandlung zur rechtswidrigen Verbreitung und Werbung des umstrittenen Programms dar. Das Gericht führte dazu aus: "Obwohl Art. 95a UrhG und die Vorschriften des Rechts der unerlaubten Handlung und der Störerhaftung insoweit einschränkend ausgelegt werden müssen, dass jedenfalls im Kernbereich noch eine Presseberichterstattung auch über Produkte, die Kopierschutz in rechtswidriger Weise umgehen, möglich sein muss, kann hieraus vorliegend eine Rechtfertigung aktiver Unterstützungshandlungen, wie sie die Verlinkung darstellt, nicht abgeleitet werden."

Anzeige

Zwar seien Verlinkungen grundsätzlich ein geeignetes Mittel der Information, doch ist diese im vorliegenden Fall laut Urteil nicht verhältnismäßig, da mit ihr gleichzeitig eine "schwerwiegende Rechtsgefährdung" des geistigen Eigentums der Klägerin verbunden war. Die Richter sehen zudem eine große Missbrauchsgefahr und erläuterten: "Denn es ist für einen verständigen Beobachter ohne weiteres klar, dass die Verlinkung in einer Vielzahl von Fällen zu einem rechtswidrigen Download und über die damit ermöglichte illegale Vervielfältigung geschützter Medien zu schwerwiegenden Verletzungen von Eigentumsrechten der Klägerinnen und anderer Rechteinhaber führen wird." Der Beklagte war sich der Rechtswidrigkeit der Software bewusst und handelte nach Ansicht des LG vorsätzlich.

Der Heise-Verlag hatte gegen die damalige Entscheidung wegen Verletzung der Pressefreiheit Verfassungsbeschwerde eingelegt. Darüber hat das Bundesverfassungsgericht bislang jedoch noch nicht entschieden. Heise argumentierte damals, dass sich gerade durch das Setzen von Links die redaktionelle Arbeit im Internet von herkömmlichen Berichten und Artikeln in Printmedien unterscheidet. Der Verlag sah den so gewonnenen Mehrwert von Online-Medien in Gefahr. Wenn ein direkter Verweis auf Firmen, Produkte und der zielführende Hinweis auf Hintergrundinformationen auf die sich ein Bericht bezieht, nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich seien, so leide dadurch die Qualität der Online-Berichterstattung. [von Philipp Otto]

 Umstrittene Verlinkung bei Online-Berichterstattung

eye home zur Startseite
borg 20. Nov 2006

Dafür darf aber Universal Picture und Dream Works kopiergeschützen Schrott verkaufen...

Hinweiser 18. Nov 2006

Hinweise: 1. Das Essen von Äpfeln stellt keine Straftat dar. 2. Das Essen von Äpfelkernen...

Server 17. Nov 2006

Wohl kaum - der Server steht in den Niederlanden...

DieRacheDarwins 17. Nov 2006

schon richten.

x1XX1x 16. Nov 2006

das assoziationen hervorrufen kann, kann auch als link aufgefasst werden. momentan...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Süddeutsche Krankenversicherung a.G., Fellbach bei Stuttgart
  2. Birkenstock GmbH & Co. KG Services, Neustadt (Wied)
  3. symmedia GmbH, Bielefeld
  4. Continental AG, Lindau am Bodensee, Frankfurt


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. und Destiny 2 gratis erhalten

Folgen Sie uns
       


  1. Fraunhofer Fokus

    Metaminer soll datensammelnde Apps aufdecken

  2. Onlinehandel

    Bundesgerichtshof greift Paypal-Käuferschutz an

  3. Verbraucherschutz

    Sportuhr-Hersteller gehen unsportlich mit Daten um

  4. Core-i-Prozessoren

    Intel bestätigt gravierende Sicherheitsprobleme in ME

  5. Augmented Reality

    Apple kauft Vrvana für 30 Millionen US-Dollar

  6. Lootboxen

    "Battlefront 2 ist ein Star-Wars-Onlinecasino für Kids"

  7. Stadtnetzbetreiber

    Von 55 Tiefbauunternehmen hat keines geantwortet

  8. Steuerstreit

    Irland fordert Milliardenzahlung von Apple ein

  9. Zensur

    Skype ist in chinesischen Appstores blockiert

  10. Eizo Flexscan EV2785

    Neuer USB-C-Monitor mit 4K und mehr Watt für Notebooks



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Gaming-Smartphone im Test: Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen
Gaming-Smartphone im Test
Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen
  1. Razer Phone im Hands on Razers 120-Hertz-Smartphone für Gamer kostet 750 Euro
  2. Kiyo und Seiren X Razer bringt Ringlicht-Webcam für Streamer
  3. Razer-CEO Tan Gaming-Gerät für mobile Spiele soll noch dieses Jahr kommen

Firefox 57: Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller
Firefox 57
Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller
  1. Mozilla Wenn Experimente besser sind als Produkte
  2. Firefox 57 Firebug wird nicht mehr weiterentwickelt
  3. Mozilla Firefox 56 macht Hintergrund-Tabs stumm

Fire TV (2017) im Test: Das Streaminggerät, das kaum einer braucht
Fire TV (2017) im Test
Das Streaminggerät, das kaum einer braucht
  1. Neuer Fire TV Amazons Streaming-Gerät bietet HDR für 80 Euro
  2. Streaming Update für Fire TV bringt Lupenfunktion
  3. Streaming Amazon will Fire TV und Echo Dot vereinen

  1. Re: Kaum einer will Glasfaser

    bombinho | 23:08

  2. Re: EA und battlefront 2

    marcelpape | 23:06

  3. Re: Weltweites Geoblocking sollte verboten werden

    DAUVersteher | 23:05

  4. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das...

    ML82 | 23:02

  5. Re: Sollen sie halt ihre eigenen Tiefbaufirmen...

    gr0m | 22:59


  1. 17:45

  2. 17:20

  3. 17:06

  4. 16:21

  5. 15:51

  6. 15:29

  7. 14:59

  8. 14:11


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel