Abo
  • IT-Karriere:

VMworld 2006: "Virtualisierung nicht so cool wie der iPod"

Virtuelle Appliances sollen Siegeszug antreten

Die Eröffnung von VMwares Hausmesse VMworld 2006 in Los Angeles nutzte VMware-Präsidentin Diane Greene, um zu resümieren, wo Virtualisierung derzeit steht und einen Ausblick auf die Zukunft zu geben. So genannte virtuelle Appliances sollen dabei weiter in den Vordergrund und das Betriebssystem in den Hintergrund treten. Trotzdem stellte Sun-Mitbegründer Andy Bechtolsheim fest: Einen iPod-Effekt wird es bei virtuellen Maschinen nicht geben.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Die Eröffnung der VMworld 2006 begann mit einer Keynote von VMware-Präsidentin Diane Greene, die zunächst einmal feststellte, dass das Interesse an Virtualisierung und dabei natürlich vor allem VMwares Produkten stark gestiegen sei. Ein Zeichen dafür seien auch die 7.000 Besucher der Hausmesse.

Stellenmarkt
  1. DT Netsolution GmbH, Stuttgart
  2. BWI GmbH, Berlin, München, Nürnberg, Rheinbach

Die Zukunft gehöre nun so genannten virtuellen Appliances, also vorkonfigurierten Betriebssystem-Images, die eine spezielle Software für einen speziellen Zweck enthalten und darauf abgestimmt sind. Betriebssysteme würden zunehmend in den Hintergrund, die eigentlichen Anwendungen in den Vordergrund rücken, so Greene. Als Beispiel dafür nannte sie Oracle, die nun Linux speziell für die eigenen Anwendungen anbieten. Die Kombinationen aus Oracles Linux und Anwendungen soll auch in Form von virtuellen Appliances erhältlich sein und auch Microsoft bietet verschiedene Server-Applikationen als virtuelle Appliances an.

Um die Effizienz von Virtualisierung zu präsentieren, trat dann Roland Risser vom amerikanischen Energieunternehmen PG&E auf, der verkündete, man werde Kunden für den Einsatz von Virtualisierung belohnen. Wer künftig die Zahl seiner physischen Server reduziert, da mehrere virtuelle Maschinen auf einer physischen laufen, erhält finanzielle Boni. Es sei einfacher, Kunden zu bezahlen, als in neue Energietechniken zu investieren, so Risser. So wolle man durch Virtualisierung auch der globalen Erwärmung vorbeugen.

VMware konzentriert sich ferner sehr auf Infrastructure 3. "Die Server-Konsilidierung haben wir hinter uns gelassen", so Greene. Mit Infrastructure lassen sich Prozessoren und Speicher in einen Pool packen, der dann von allen Appliances genutzt wird. Prioritäten sorgen dafür, dass beispielsweise der E-Mail-Server mehr Ressourcen bekommt als das CRM-System. Auch Desktop-Systeme lassen sich so auf einem Server hosten und sind dennoch schnell genug, um auf dem Thin-Client Videos wiederzugeben, wie auch gleich mit einem Ausschnitt aus "Office Space" demonstriert wurde. Für eine Reise können die virtuellen Maschinen einfach auf einen Laptop übertragen werden.

Zusätzlich zu den bereits über die VMware-Webseite erhältlichen Appliances stellte der Hersteller auch gleich den passenden Marktplatz vor. "Virtuelle Appliances sollen sich so einfach herunterladen lassen wie Musik bei iTunes", so Steve Herrod von VMware. Durch die zusätzlich angebotene Zertifizierung soll außerdem sichergestellt werden, dass Anwender die Lösungen ohne Probleme mit dem VMware Player und Server einsetzen können.

Zimbra-CEO Satish Dharmaraj unterstrich die Bedeutung der Appliances. So lasse sich Zimbra nun auch in Umgebungen einsetzen, in denen keine Erfahrung mit Linux vorhanden ist und ohne dass sich die Administratoren um das Betriebssystem kümmern müssen. Dabei sollen sich die Appliances auch aktualisieren lassen, so dass das darunterliegende Linux mit Sicherheits-Updates versorgt wird. Netscape-Gründer Marc Andreessen war gar der Meinung, dass die Appliances in Zukunft die Denkweise verändern werden.

Allerdings holte Sun-Mitbegründer Andy Bechtolsheim ihn wieder zurück auf den Boden: Virtuelle Appliances seien ein wichtiges Thema, aber nicht für den Endnutzer sichtbar. Einen iPod-Effekt, dass jeder eine virtuelle Appliance haben möchte, werde es nicht geben.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-70%) 14,99€
  2. 49,94€
  3. (-77%) 11,50€
  4. 50,99€

loadfreakz 08. Jan 2007

Ähm, der letzt Aldi PC ist mit Sicherheit in der Lage auch noch 4 Video streams paralell...

Verhaltensanalyse 08. Nov 2006

Entfache einen Marketing - Hype bei irgendwelchen Dödeln mit ein bißchen Design trotz...

Vollstrecker 08. Nov 2006

Schöne Zitat. *Strg-C, Strg-V* Danke

Potty 08. Nov 2006

Nur so nebenbei: Der Film ist sehr empfehlenswert, und nicht nur für Personen in Gro...


Folgen Sie uns
       


Pedelec HNF-Nicolai SD1 Urban ausprobiert

Wir sind das Pedelec eine Woche lang zur Probe gefahren und waren besonders vom Motor angetan.

Pedelec HNF-Nicolai SD1 Urban ausprobiert Video aufrufen
Raumfahrt: Galileo-Satellitennavigation ist vollständig ausgefallen
Raumfahrt
Galileo-Satellitennavigation ist vollständig ausgefallen

Seit Donnerstag senden die Satelliten des Galileo-Systems keine Daten mehr an die Navigationssysteme. SAR-Notfallbenachrichtigungen sollen aber noch funktionieren. Offenbar ist ein Systemfehler in einer Bodenstation die Ursache. Nach fünf Tagen wurde die Störung behoben.


    Erneuerbare Energien: Die Energiewende braucht Wasserstoff
    Erneuerbare Energien
    Die Energiewende braucht Wasserstoff

    Kein anderes Element ist so universell und dabei simpel aufgebaut wie Wasserstoff und das energiereiche Gas lässt sich aus fast jedem Energieträger gewinnen. Genauso vielseitig gestaltet sich seine Nutzung.
    Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

    1. Strom-Boje Mittelrhein Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
    2. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
    3. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um

    Erasure Coding: Das Ende von Raid kommt durch Mathematik
    Erasure Coding
    Das Ende von Raid kommt durch Mathematik

    In vielen Anwendungsszenarien sind Raid-Systeme mittlerweile nicht mehr die optimale Lösung. Zu langsam und starr sind sie. Abhilfe schaffen können mathematische Verfahren wie Erasure Coding. Noch existieren für beide Techniken Anwendungsgebiete. Am Ende wird Raid aber wohl verschwinden.
    Eine Analyse von Oliver Nickel

    1. Agentur für Cybersicherheit Cyberwaffen-Entwicklung zieht in den Osten Deutschlands
    2. Yahoo Richterin lässt Vergleich zu Datenleck platzen

      •  /