Vorwurf: BenQ Mobile hat Finanzprobleme verschleiert

Management wusste bereits im August 2006 Bescheid

Die Firmenleitung von BenQ Mobile hat die Finanzprobleme des Konzerns wochenlang verschwiegen, berichtet die Süddeutsche Zeitung mit Verweis auf interne Dokumente. Ende September 2006 meldete BenQ Mobile Insolvenz an. Nur wenige Wochen zuvor gab sich das Unternehmen gegenüber der Öffentlichkeit sehr zuversichtlich und zeichnete eine rosige Zukunft. Damals soll die Firmenleitung aber bereits von den finanziellen Schwierigkeiten gewusst haben.

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Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, waren dem Management von BenQ Mobile viele Schwierigkeiten früher bekannt, als bisher vermutet. BenQ Mobile zeigte sich gegenüber der Öffentlichkeit überrascht darüber, dass der Konzern Ende September 2006 Insolvenz anmelden musste. Firmeninterne Dokumente sollen belegen, dass der Konzern bereits informiert war. Demnach soll die Konzernleitung lange vor dem Insolvenzantrag nicht nur die hohen Verluste gekannt haben, sondern auch von den Problemen mit der Modellpalette sowie gravierenden Zahlungsschwierigkeiten gewusst haben.

Bereits im ersten Halbjahr 2006 soll das Management von BenQ Mobile aus Taiwan darüber unterrichtet worden sein, dass alle für das Gesamtjahr eingeplanten Finanzmittel aufgebraucht worden seien. Der BenQ-Mobile-Finanzchef David Wang sah kaum noch eine Chance für BenQ Mobile und warnte davor, dass die Liquidität des Unternehmens bald erschöpft sei. Bereits am 14. August 2006 vermeldete Wang, dass das Budget vollständig aufgebraucht sei. Das war rund sechs Wochen, bevor BenQ Mobile Insolvenz angemeldet hatte.

Wie das ARD-Politmagazin Report Mainz zudem berichtet, habe Siemens beim Verkauf seiner Handysparte keine Standortsicherung mit BenQ vereinbart. In einer Pressemitteilung hat Siemens diese Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen. Das TV-Magazin wirft Siemens vor, vertraglich keine Konventionalstrafen vereinbart zu haben, sollte BenQ seine Zusicherung nicht einhalten. Nach Siemens-Ansicht seien solche vertraglichen Festschreibungen unüblich, womit der Konzern indirekt die Vorwürfe von Report Mainz bestätigt.

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