Zune: Zum Europastart schon veraltet?
Wenn nichts dazwischenkommt, wird der von Toshiba gefertigte Zune-Player in den USA am 14. November 2006 in den Läden und zu Weihnachten unter vielen Weihnachtsbäumen liegen. Die Europäer müssen darauf noch deutlich länger warten, wie der für Unterhaltung zuständige Microsoft-Manager, Dene Schonknecht, gegenüber dem britischen Fachmagazin New Media Age(öffnet im neuen Fenster) erklärte: "In Großbritannien wird er frühestens Ende 2007 erscheinen. Das kann aber leicht auch noch später werden, 2008."
Im Kampf um Marktanteile im Download-Geschäft will Microsoft offensichtlich alle Register ziehen. Zwar wird Zune in der Lage sein, MP3-Dateien abzuspielen. Auch ungeschützte AAC-Dateien, wie sie sich mit Apples iTunes-Software aus Musik-CDs erzeugen lassen, wird man mit Zune hören können. Doch wer erwartet hat, dass sich WAV-Dateien oder mit Microsofts bisherigem digitalem Rechte-Management (DRM) versehene Musikstücke, wie sie beispielsweise von Napster verkauft werden, ebenso problemlos abspielen lassen werden, wird enttäuscht. Der Zune-Player wird mit einem eigenen DRM-System ausgestattet werden, das nicht kompatibel zu den älteren, Microsoft-DRM-Formaten, ist, wie bei Cnet(öffnet im neuen Fenster) berichtet wird.
Wer im Vertrauen auf das von Microsoft vergebene "Plays for sure"-Logo, mit dem sich diverse Musikportale schmücken, eine größere Anzahl DRM-geschützter Musik im Internet eingekauft hat, wird also von Microsoft im Stich gelassen. Ob neuere Versionen des Windows-DRM in Zukunft Zune-kompatibel sein werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Möglich wäre es auch, dass die Musik-Shops ihren Kunden Audio- und Videodateien mit neuen Lizenzen zur Verfügung stellen. Ein Grund für Microsofts Wechsel zu einem neuen DRM dürfte in den mittlerweile erhältlichen Tools zum unerlaubten Entfernen des Kopierschutzes liegen. [von Robert A. Gehring]



