US-Heimatschutzministerium ignoriert RFID-Risiken
Die Autoren des Berichts(öffnet im neuen Fenster) haben eine klare Meinung: Die Risiken des Einsatzes von RFID-Technologie zu Identifizierung und Verfolgung von Personen übersteigen den zu erzielenden Nutzen bei weitem. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sollte daher auf RFID verzichtet werden, um Menschen zu identifizieren. Und wenn es denn doch RFID sein soll, müssten zusätzliche Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden, wie beispielsweise die Verwendung von Verschlüsselungsverfahren, eine ausschließlich temporäre Speicherung von persönlichen Daten, "Ausschalter" zur Deaktivierung der Chips und inkompatible Systeme, um die nicht genehmigte Weitergabe von Daten zu verhindern.
Mit seiner ablehnenden Haltung gegenüber einem maßlosen Gebrauch von RFID für Ausweiszwecke steht das Unterkomitee für "Emerging Applications and Technology" ziemlich allein auf weiter Flur. Auch scheint der Rückhalt aus dem US-Heimatschutzministerium zu vernachlässigen zu sein: Der Bericht liegt seit geraumer Zeit nur als Entwurf vor und trägt den ausdrücklichen Hinweis, dass er weder "vom Datenschutzkomitee gebilligt ist" noch "dem Sekretär oder den Datenschutzbeauftragten des Heimatschutzministeriums förmlich zugestellt" worden ist. Danach gefragt, versuchte der Sprecher des US-Heimatschutzministeriums, Larry Orluskie, zu beruhigen. Der Bericht würde keineswegs unterdrückt. Vielmehr "sammelt das Komitee weiterhin relevante Informationen und stellt den Entwurf über seine Website bereit".
Unterdessen finden RFID-Ausweise immer weitere Verbreitung in den USA, berichtet Wired(öffnet im neuen Fenster) in seiner Online-Ausgabe. So hat in der vergangenen Woche das State-Department angekündigt, dass US-Bürger, die Mexiko, Kanada oder den Bermudas-Inseln einen Besuch abstatten wollen, mit RFID-Ausweisen ausgestattet werden sollen. Deren RFID-Chips lassen sich noch aus knapp sieben Metern Entfernung auslesen.
Die von den Zollbehörden unter anderem auf solche Weise gesammelten Daten werden für bis zu 50 Jahre gespeichert und den verschiedenen Behörden des Heimatschutzministeriums zur Verfügung gestellt, wie sich in einem weiteren Bericht des Heimatschutzministeriums vom August dieses Jahres nachlesen lässt. Unter dem Titel "Privacy Impact Assessment for the Western Hemisphere Travel Initiative(öffnet im neuen Fenster)" wird darin diskutiert, welche Daten zu welchen Zwecken gesammelt werden sollen. Der Zugriff auf diese Daten wird "durch Passwörter und strenge Regeln kontrolliert", heißt es im Bericht. [von Robert A. Gehring]
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