Jetzt aber: Internet Explorer 7 in Deutsch ist da (Update 3)
Der Umbau der Bedienoberfläche wurde notwendig, um die Neuerungen in den Internet Explorer 7 zu integrieren. Jahre nachdem die gesamte Browser-Konkurrenz Tabbed-Browsing beherrscht, zieht Microsoft nun endlich nach, stattet den Internet Explorer damit aus und nennt die Funktion "Reiter".
Bei der Bedienung der Browser-Tabs hält sich Microsoft dankenswerterweise an die Konventionen, die andere Browser vorgelegt haben: Mit der Tastenkombination Strg-T öffnet sich ein leeres Tab. Ein mittlerer Mausklick auf einen Link oder die Eingabe einer Webadresse gefolgt von Alt-Return lädt eine Seite in ein neues Tab, während ein mittlerer Mausklick auf einen Reiter das Browser-Fenster schließt. Inaktive Tabs können ansonsten über das Kontextmenü geschlossen werden oder müssen vorher aktiviert werden, damit der Schließen-Knopf wieder erscheint.
Mit der neuen Version beherrscht der Internet Explorer 7 nun auch Feeds, bindet diese aber anders ein, als man dies von der Browser-Konkurrenz gewohnt ist. Die Feed-Lesezeichen listen die neu hinzugekommenen Einträge nicht direkt auf, sondern öffnen beim Klick auf das Feed-Lesezeichen eine Webseite mit dem aktuellen Datenbestand. Es gibt leider keine direkte Benachrichtigung, wenn Feeds neue Inhalte aufweisen.
Als weitere Neuerung befindet sich in der Adressleiste nun eine Suchbox, um Suchmaschinen direkt zu füttern. In der Standardkonfiguration werden alle Anfragen an Microsofts Suchmaschine weitergereicht. Andere Suchmaschinen können verwendet werden, müssen aber zuvor aus einer von Microsoft zusammengestellten Auswahl aktiviert werden.
Überfällig war zudem die nun direkt im Browser eingebaute Zoom-Funktion, die nicht nur Text, sondern auch Grafiken passend skaliert. Bislang konnte die Darstellungsgröße von Webseiten im Internet Explorer nur über die Windows-Funktion verändert werden. Bei niedergedrückter Strg-Taste ließ sich durch Drehen am Mausrad aber nur die Schriftgröße vergrößern oder verkleinern. Bilder in Webseiten behielten dabei immer ihre normale Größe.
Über so genannte Add-Ons lässt sich der Funktionsumfang des Internet Explorer 7 aufstocken, allerdings stehen wirkliche Erweiterungen bisher kaum zur Verfügung. Die immer noch nur in englischer Sprache verfügbare Add-On-Website listet vor allem Produkte, die etwa auf die Rendering Engine des Internet Explorer aufsetzen. Neue Funktionen direkt für den Internet Explorer 7 findet der Nutzer dort kaum. Falls es mit einem Add-On Probleme gibt oder mögliche Sicherheitsprobleme von vorneherein ausgeschlossen werden sollen, kann der Internet Explorer 7 auch in einem Modus betrieben werden, in dem alle Add-Ons ignoriert werden. Der betreffende Startmenü-Eintrag ist allerdings ziemlich gut verborgen und befindet sich unter Programme/Zubehör/Systemprogramme.
Voraussichtlich im November 2006 wird Microsoft den Internet Explorer 7 als wichtiges Update über die Update-Funktion von Windows verteilen. Wer die automatisierte Einspielung des neuen Browsers verhindern möchte, kann dies mit einem Blockade-Werkzeug(öffnet im neuen Fenster) dauerhaft unterbinden.
Fazit:
Besonders ärgerlich bleibt, dass Microsoft mit dem Internet Explorer 7 nur einen halbherzigen Umschwung vorgenommen hat, was die Unterstützung von Webstandards betrifft. Es bleibt unverständlich, warum der Konzern der Einhaltung des Acid2-Tests eine so geringe Bedeutung beimisst. Für die Zukunft hat Microsoft immerhin versprochen, dem Internet Explorer pro Jahr ein umfangreiches Update zu spendieren, so dass es spannend bleibt, ob Redmond der Browser-Konkurrenz bezüglich des Funktionsumfangs weiterhin hinterherhechelt oder zur Abwechslung mal wieder mit neuen Ideen auftrumpfen wird.
Nachtrag vom 31. Oktober 2006 um 18:30 Uhr:
Offiziell von Microsoft angekündigt ist sie, die deutsche Version des Internet Explorer 7. Schon kurz zuvor wurde die deutsche Internet-Explorer-Website entsprechend aktualisiert. Nur: Wer über diese geht, kommt auf eine mit -enu.exe endende Installationsdatei. Nun heißt es also doch noch ein bisschen länger warten. Wann Microsoft den Fehler beseitigt, es wirklich so weit ist und statt der englischsprachigen die deutschsprachige Version des Internet Explorer 7 zum Download bereitsteht, bleibt offen. Beim ersten Versuch von Golem.de kurz vor Veröffentlichung des Artikels gab es noch eine auf -deu.exe endende deutsche Installationsdatei, die dann verschwand.
Nachtrag vom 1. November 2006 um 21:30 Uhr:
Am Abend des 1. November 2006 hat Microsoft seinen Fehler beseitigt und unter www.microsoft.com/germany/windows/ie/downloads(öffnet im neuen Fenster) steht der Internet Explorer 7 nun wirklich in Deutsch zum Download bereit.
Nachtrag vom 2. November 2006 um 16:25 Uhr:
Das Chaos um die Verfügbarkeit der deutschen Version des Internet Explorer 7 geht weiter. Seit den Nachmittagsstunden des 2. November 2006 verweist die deutschsprachige Download-Seite(öffnet im neuen Fenster) des Internet Explorer 7 wieder nur auf die englischsprachige Version des Browsers. Immerhin ist mittlerweile auch das Download-Portal(öffnet im neuen Fenster) von Microsoft mit dem Internet Explorer 7 in deutscher Sprache bestückt, so dass die deutschsprachige Ausführung hierüber in jedem Fall herunter geladen(öffnet im neuen Fenster) werden kann. Wie Microsoft auf Nachfrage von Golem.de erklärte, lässt sich der Fehler derzeit nicht erklären. Die Bestückung der Download-Server geschieht zentral aus den USA, so dass die deutsche Microsoft-Niederlassung darauf keinen direkten Einfluss hat.
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