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PalmOS-Nachfolger wird teilweise Open Source

Access Linux Framework soll Ende 2006 erscheinen. Der PalmOS-Hersteller Access will noch 2006 ein Application Framework für die Access Linux-Plattform (ALP) als Open Source veröffentlichen. Damit soll vor allem die Popularität des PalmOS mit Linux-Basis unter Entwicklern gesteigert werden. Auch Änderungen am Linux-Kernel sollen veröffentlicht werden.
/ Julius Stiebert
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Bei den Modifikationen am Linux-Kernel handelt es sich um Sicherheitserweiterungen, wie sie auf Telefonen benötigt werden. Damit soll beispielsweise dafür gesorgt werden, dass Anwendungen keine unerlaubten Aktionen ausführen dürfen. Diese Modifikationen möchte Access unter der GPL v2 veröffentlichen, unter der auch der Kernel selbst steht. Einen Termin für diese anstehende Veröffentlichung nannte das Software-Unternehmen allerdings noch nicht.

Das angekündigte Application Framework hingegen soll noch bis Ende 2006 im Open-Source-Download-Bereich(öffnet im neuen Fenster) der Access-Webseite bereitstehen. Als Lizenz hierfür wählte Access die Mozilla Public License 1.1(öffnet im neuen Fenster) , die wie die GPL einen "viralen" Charakter hat, aber auch den Einsatz zusammen mit proprietärem Code in einem Projekt erlaubt.

Das Application Framework wurde als Teil der Access Linux-Plattform entwickelt und übernimmt unter anderem die Kommunikation zwischen Programmen. Darüber hinaus ist es aber auch für die Installation und Verwaltung von Software zuständig. Laut Access unterscheiden sich die Erwartungen der Nutzer beim Umgang mit einem PC und einem Smartphone. Bei Letzterem wolle der Anwender nicht über einzelne Programme, sondern über Aufgaben nachdenken. Zum Aufnehmen eines Fotos wolle er sich also keine Gedanken über die Kamera-Software machen müssen. Das Framework komme dem entgegen und erlaube eine nahtlose Integration der einzelnen Anwendungen untereinander und in die Plattform.

Dabei setzen die Linux-Anwendungen auf das GTK+-Toolkit, das auch vom GNOME -Desktop verwendet wird. Verschiedene Entwickler arbeiten schon länger an Verbesserungen an GNOME und GTK+ speziell für den Embedded-Einsatz.

Im Einzelnen soll das Application Framework aus einem Bundle Manager bestehen, der es ermöglicht, Java-, Linux- und PalmOS-Programme zu starten. Dabei soll es auch keine Rolle spielen, ob Anwendungen auf dem System oder einer Speicherkarte liegen. Das integrierte Security Policy Framework ist für die Sicherheit auf dem Gerät zuständig und arbeitet mit den Kernel-Änderungen zusammen. Der Exchange Manager kümmert sich um den Datenaustausch zwischen den Anwendungen, während der Notification Manager Programme über Ereignisse wie eingehende Anrufe informiert. Zusätzlich gibt es einen Application Server, der unter anderem für den Start und das Beenden der Programme zuständig ist.

Ferner gibt es den Attention Manager, der Ereignisse wie empfangene SMS gegenüber dem Nutzer signalisiert, während der Alarm Manager diese Aufgabe für aktive und inaktive Programme übernimmt. Mit den Global Settings Services gibt es zudem eine einheitliche Programmierschnittstelle, um auf Bedieneinstellungen zuzugreifen. Darunter fallen auch Optionen wie das Oberflächen-Thema sowie die Schriftart und -größe.

Ende 2006 soll ebenfalls die Access Linux-Plattform fertig sein, die eine GHost (Garnet Host) genannte PalmOS-Kompatibilitätsschicht enthalten wird. Laut Access wird "erwartet" , dass darunter auch die noch für Motorola-Prozessoren entwickelten PalmOS-Anwendungen mit nur kleinen oder gar keinen Änderungen laufen sollten. Wann erste Geräte mit dem PalmOS-Nachfolger erscheinen, ist noch offen.


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