Amnesty International ruft Blogger zum Freiheitskampf auf
Wie bereits berichtet, wird Amnesty International dem Internet Governance Forum eine Petition(öffnet im neuen Fenster) mit über 43.000 Unterschriften übergeben, die im Rahmen der Protestaktion "Be irrepressible", einer Aktion gegen Internetzensur, gesammelt wurden.
Der jüngste Vorfall von Internetzensur(öffnet im neuen Fenster): Der Student, Aktivist und Blogger Kianoosh Sanjari aus dem Iran soll am 7. Oktober 2006 verhaftet worden sein, nachdem er in seinem Blog regimekritisch über den Zusammenstoß zwischen Sicherheitskräften und den Anhängern von Shi'a cleric Ayatollah Sayed Hossein Kazemeyni Boroujerdi berichtete. Die Gruppe um den Ayatollah forderte wiederholt die strikte Trennung zwischen Glaube und Politik im Iran.
Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Yahoo soll der chinesischen Regierung über seinen Partner Aliba persönliche Daten über missliebige Bürger zugespielt haben. Microsoft soll das Blog des New-York-Times-Reporters Zhao Jing auf Anfrage der Regierung geschlossen haben. Der Suchgigant Google habe für China eine zensierte Version bereitgestellt, so Amnesty International.
Chatrooms werden überwacht, Blogs gelöscht, Webseiten blockiert und Suchmaschinenergebnisse gefiltert. Damit die Menschenrechte im Internet nicht weiter ausgehöhlt werden, will Amnesty International eine Delegation auf das Internet Governance Forum schicken und eine Protestnote gegen Internetzensur mit mehr als 43.000 Unterschriften übergeben.
Steve Ballinger, einer der Delegierten von Amnesty International auf dem IGF, sagt: "Meinungsfreiheit ist auch im Internet ein Recht, kein Privileg. Doch es ist ein Recht, für das gekämpft werden muss. Wir fordern daher alle Blogger weltweit auf, ihre Solidarität mit Nutzern aus den Ländern zu zeigen, in denen Gefängnis droht, wenn ein Blogger die Regierung kritisiert. Das Internet Governance Forum muss vor Augen geführt bekommen, dass die Bloggergemeinde sich sehr wohl um die Meinungsfreiheit im Internet sorgt und dafür kämpfen wird."
Vom 30. Oktober bis zum 2. November 2006 treffen sich die Vereinten Nationen unter Beteiligung von Regierungen und Unternehmen aus aller Welt in Athen, um zukünftige Regelungen im Umgang mit dem Internet zu erörtern.
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