Unbreakable Linux von Oracle

Der Support gilt für Red Hat Enterprise Linux sowohl in der aktuellen als auch in älteren Versionen. Zusätzlich bietet Oracle aber auch eine auf RHEL basierende Distribution zum kostenlosen Download an, wohingegen von Red Hat selbst nur der Quelltext der Enterprise-Version kostenlos zu bekommen ist. Mit CentOS gibt es allerdings bereits eine kostenlose Binärversion von RHEL, für die auch kommerzielle Support-Angebote existieren. Immer wenn Red Hat eine neue Version veröffentlicht, will Oracle den Code synchronisieren, so dass es im Grunde ein offizielles RHEL bleibe, für das Oracle nur Patches anbieten wolle, so Ellison.
Dabei ließen sich auch bestehende Installationen einfach umstellen, indem der Update Server vom Red Hat Network auf das Unbreakable Linux Network (ULN) eingestellt wird. Die niedrigste Support-Stufe kostet dabei 99,- US-Dollar pro System und Jahr und bietet Zugang zu den Updates. Für 399,- US-Dollar für ein System mit maximal zwei Prozessoren gibt es zusätzlich zu den Updates auch weltweiten 24/7-Support, für ein System mit unbegrenzter Prozessor-Anzahl verlangt Oracle 999,- US-Dollar pro Jahr. Zusätzlich gibt es den Premier-Support für 1.199,- US-Dollar bzw. 1.999,- US-Dollar pro Jahr, der auch unbegrenzte Patches für ältere RHEL-Versionen umfasst.
Neukunden gewährt Oracle bis 31. Januar 2007 einen Rabatt von 50 Prozent, Oracle-Kunden können das Support-Programm erst einmal kostenlos testen. An Oracles Unbreakable Linux sind außerdem Intel als Entwicklungspartner und HP sowie Dell als Reseller und Support-Partner beteiligt. Damit wolle man Unternehmen endlich die Dienste anbieten, die sie erwarten würden, so Ellison.
Red Hat hat auf Oracles Ankündigung bereits reagiert: Unter der Überschrift Unfakeable Linux(öffnet im neuen Fenster) nimmt der Linux-Distributor Stellung zu Oracles Ankündigung. So macht Red Hat darauf aufmerksam, dass RHEL-Zertifizierungen nicht gleichzeitig für Oracles Linux-Version gelten. Vielmehr gehe man davon aus, dass Oracles Version als Fork ende, der unter Umständen nicht binärkompatibel ist. Updates könnten so unter Umständen – anders als von Oracle versprochen – nicht gleichzeitig auf Oracles Enterprise Linux und auf RHEL funktionieren. Auch dieselbe Hardware-Kompatibilität sei nicht gewährleistet. Ferner versucht Red Hat mit seinen anderen Produkten zu punkten, schließlich unterstützte Oracle weder die JBoss-Produkte noch Red Hats Cluster Suite oder den Directory Server.



