Ubuntu 6.10 "Edgy Eft" ist fertig (Update)
Die Distribution nutzt in der neuen Version den Kernel 2.6.17, der wie immer auch Treiber enthält, die nicht im offiziellen Kernel zu finden sind. Dazu zählen auch die proprietären Grafiktreiber von ATI und Nvidia, die allerdings nicht in der Standardinstallation zu finden sind, sondern extra nachinstalliert werden müssen. Ferner nutzt Ubuntu 6.10 die Glibc 2.4 und den GCC 4.1.1. Mit X.org 7.1.1 enthält Edgy Eft darüber hinaus einen X-Server, der bereits Aiglx für 3D-Effekte und Transparenzen auf dem Desktop integriert hat.
In Kubuntu wurde neben dem bereits erwähnten Digikam der BitTorrent-Client KTorrent 2.0.3 neu aufgenommen. Ubuntu und Kubuntu bieten beide verschiedene Techniken wie Screenreader und Bildschirmlupen, die für Barrierefreiheit sorgen. Beim Absturz eines Programms erstellt Ubuntu automatische Fehlerberichte, die an die Entwickler gesendet werden können. Damit möchte das Ubuntu-Team den Aufwand zur Einreichung eines Fehlerberichts senken, was letztlich der Qualität der Distribution zugute kommt.
Die wohl größte Änderung in Ubuntu 6.10 ist jedoch das neue Init-System Upstart, von dem der Anwender allerdings nicht viel merkt. Upstart ersetzt das alte Sysvinit und ist in Edgy Eft bereits für die Init-Skripte, die Dienste starten und stoppen, zuständig. In späteren Ubuntu-Versionen soll Upstart auch Cron-Jobs übernehmen, um Prozesse zu einem vorgegebenen Zeitpunkt auszuführen. Upstart arbeitet ereignisgesteuert, reagiert also beispielsweise auf Ereignisse wie das Anschließen eines neuen blockorientierten Gerätes oder das Einbinden eines Dateisystems. Als Reaktion auf solche Ereignisse führt Upstart Dienste aus oder stoppt diese wieder.
Für den Einsatz auf Servern ist die Distribution mit dem Apache-Webserver 2.0.55, MySQL 5.0.24a, PostgreSQL 8.1.4, PHP 5.1.6 und Perl 5.8.8 gerüstet. Python 2.4.4, die freie .Net-Implementierung Mono 1.1.17.1, Samba 3.0.22, OpenSSL 0.9.8b und OpenSSH 4.3p2 stehen außerdem zur Verfügung.
Ubuntu 6.10 wird von Canonical wieder 18 Monate lang unterstützt und in dieser Zeit mit Sicherheits-Updates versorgt. Damit richtet sich Edgy Eft an Anwender, die neue Techniken ausprobieren wollen. Wer hingegen Wert auf stabile Systeme mit langer Sicherheitsunterstützung und Zertifizierung legt, soll weiter Ubuntu 6.06 nutzen, das die Abkürzung LTS für "Long-Term-Support" im Namen trägt. Hierfür garantiert Canonical drei Jahre Unterstützung auf dem Desktop sowie fünf Jahre auf dem Server.
Ubuntu 6.10 steht ab sofort für x86, PowerPC und AMD64 zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit. Kubuntu(öffnet im neuen Fenster) und Edubuntu(öffnet im neuen Fenster) sind ebenfalls für diese Plattformen verfügbar. Die Images liegen allerdings noch nicht auf allen Mirror-Servern.
Unter help.ubuntu.com(öffnet im neuen Fenster) findet sich eine Anleitung, die die verschiedenen Update-Wege von einer bestehenden Ubuntu-6.06-Installation erklärt.
Unterdessen hat Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth auch schon einen Ausblick auf den Nachfolger gegeben, der wieder wie gewohnt nach sechs Monaten und damit im April 2007 erscheinen wird. "Feisty Fawn" soll vor allem neue Multimedia-Funktionen bieten.
Nachtrag vom 26. Oktober 2006, 16:00 Uhr:
Mittlerweile steht auch die Xfce-Variante Xubuntu in der neuen Version 6.10 zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit.
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