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Kredit-Unternehmen sperren AllofMP3 - Russen wehren sich

Visa und Mastercard sperren Download-Portal für Musik. Für den umstrittenen Download-Dienst AllofMP3 wollen die beiden größten Kreditkartenfirmen keine Zahlungen mehr abwickeln. Mediaservices, der russische Besitzer von AllofMP3, will nun dagegen vorgehen.
/ Nico Ernst
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In einer Presseerklärung(öffnet im neuen Fenster) wettert Mediaservices-Chef Vadim Mamotin: "Es gibt keinen zulässigen Grund und absolut keine rechtliche Grundlage für diese Aktion." Mamotin bezieht sich dabei auf eine Sperre, die Visa und Mastercard gegen sein Unternehmen verhängt haben: Die beiden Kreditunternehmen wollen keine Zahlungen mehr abwickeln, die über AllofMP3 vorgenommen wurden.

Laut Mediaservices basieren die Entscheidungen nur auf voreingenommenen Vorstellungen über das russische Unternehmen, das sich nun mit allen Mitteln – auch rechtlichen Schritten – dagegen wehren wolle. Dass Mediaservices mit seiner Vermutung einer Vorverurteilung Recht haben könnte, bestätigte der Plattenfirmenverband IFPI gegenüber dem Online-Magazin Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) . Demnach habe die IFPI Visa auf die unklare Rechtslage um AllofMP3 aufmerksam gemacht, das Kreditunternehmen habe deshalb schon im September 2006 eine Sperre gegen die russische Plattform verhängt. Laut Mediaservices sind jedoch die Geschäfte des Download-Portals legal und man sei auch noch von keinem Gericht der Welt für irgendeine Gesetzesübertretung verurteilt worden.

Dennoch ist der Dienst, der Musikdateien DRM-frei und zu sehr niedrigen Preisen von teils wenigen Euro-Cent vertreibt, seit Jahren umstritten. Mehrere Musikverbände, zuletzt die britische BPI, zogen gegen AllofMP3 vor Gericht . Da man in Russland aber, entfernt ähnlich der deutschen GEMA, auch pauschal für den Verkauf von Musik – die GEMA überwacht nur Aufführungsrechte – an einen Verband bezahlen kann, ist die Rechtslage international gesehen verworren. Viele internationale Labels sind nicht Mitglied des Verbandes "Russian Organization for Multimedia and Digital Systems" (ROMS) und bezweifeln auch dessen Geschäftspraktiken. AllofMP3 gibt dagegen an, brav 15 Prozent seiner Einnahmen an ROMS abzuführen – was mit dem Geld geschieht, ist jedoch unklar, zumindest für die westlichen Plattenfirmen.


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