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Spieletest: Just Cause - Far Cry meets GTA?

Action-Titel in schöner Karibik-Region für PC und Konsole. Schon lange vor seiner Veröffentlichung wurde Just Cause von Eidos mit den ganz großen Namen des Action-Genres verglichen – Optik und Szenario erinnerten schließlich auch an den Shooter Far Cry, das Gameplay hingegen recht offensichtlich an die GTA-Reihe. Das fertige Spiel bestätigt diese ersten Eindrücke – sorgt durch ein teilweise unausgereiftes Missionsdesign allerdings auch dafür, dass die Klasse der Referenztitel nicht erreicht wird.
/ Thorsten Wiesner
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In Just Cause übernimmt der Spieler die Rolle des Undercover-Agenten Rico Rodriguez, der auf die südamerikanische Insel San Esperito geschleust wird und da die korrupte Regierung stürzen soll – die experimentiert nämlich mit Massenvernichtungswaffen und stellt eine starke Bedrohung der weltweiten Sicherheitslage dar. Auf der Insel gibt es allerdings noch mehr Parteien, die nicht unbedingt gut auf die Regierung zu sprechen sind: zahlreiche Guerilla-Kämpfer etwa, auf deren Seite sich Rico immer wieder schlägt, aber auch mächtige Drogenbarone.

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Im Zentrum des Spiels steht die Kampagne, die mit zahlreichen, sich oft aber sehr ähnelnden Missionen aufwartet; da müssen Mittelsmänner ausgeschaltet, Gebäude gesprengt oder Drogenfelder abgebrannt werden. Zudem gilt es, immer neue Dörfer und Stützpunkte in den Besitz der Guerilla-Kämpfer zu bringen und der Regierung so Schritt für Schritt ihre Machtbasis zu entziehen; so erarbeitet man sich auch neue Stützpunkte, von denen man mit Munition oder Fahrzeugen versorgt wird und in denen sich auch der Spielstand speichern lässt. Das Erobern dieser Stütztpunkte läuft allerdings auch immer nach demselben Schema ab – eine Schießerei, die Sprengung einer Straßensperre, und schon hat sich das eigene Gebiet wieder vergrößert.

Apropos vergrößert: San Esperito ist beeindruckend weitläufig – Eidos spricht von 1.025 Quadratkilometern tropischer Inselwelt, und das glaubt man dem Publisher gerne angesichts der langen Strecken, die hier zum Teil zurückgelegt werden müssen. Zu Fuß ist das oft gar nicht möglich und selbst in einem Auto dauert es noch Minuten; einzig per Flugzeug oder Helikopter können auch größte Distanzen in ein paar Sekunden hinter sich gelassen werden.

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Fahrzeuge spielen aber auch ansonsten eine große Rolle in Just Cause – und sind in beeindruckend umfangreicher Zahl vorhanden. Über 90 unterschiedliche Vehikel gibt es, vom Motorrad über den Jeep bis hin zum Schnellboot und dem Kampfjet. Und als gut trainierter Geheimagent beschränkt sich Rico natürlich nicht nur auf das schnöde Herumsitzen hinter dem Steuer; stattdessen wird auch mal ein auf der Autoladefläche platziertes MG bedient, oder aber es wird zu beeindruckenden Stunts angesetzt – per Knopfdruck balanciert Rico auf den Dächern der Wagen und setzt sogar zum Sprung aus dem Flugzeug mit seinem immer bei sich befindlichen Gleitschirm an, was für teils beeindruckend inszenierte Szenen sorgt.

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Schade nur, dass der durchschnittliche IQ sowohl der feindlichen Soldaten als auch der eigenen Truppen weit unter der Fahrzeuganzahl im Spiel liegt; die Regierungstruppen sind nicht viel mehr als Kanonenfutter, und die Guerilla-Kämpfer schaffen es bei ihren planlosen Aktionen auch, immer wieder wahllos drauflos zu feuern und so auch Rico zu verletzen oder schnurstracks in eine Explosion zu rennen, die Rico selbst verursacht hat. Ebenfalls unschön: Die freiwillig zu absolvierenden Nebenmissionen, von denen es eine ganze Reihe gibt, sind oft ähnlich strukturiert und motivieren kaum – mehr als ein paar Rang-Punkte und damit verbunden das Freischalten neuer Fahrzeuge ist hier nicht möglich; und so lässt man es schon bald, andauernd Gegenstände abzuholen, Autos zu klauen oder sich recht sinnlose, aber zumindest gut steuerbare Rennduelle zu liefern.

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Zumindest technisch überzeugt Just Cause – die Tropeninsel versprüht Urlaubsatmosphäre und ist glaubwürdig in Szene gesetzt; aktuelle Hardware vorausgesetzt, versteht sich. Just Cause ist neben der hier getesteten PC-Version auch für Xbox, Xbox 360 und PlayStation 2 erhältlich, diese Versionen lagen uns allerdings nicht zum Test vor. Die USK hat dem Spiel eine Altersfreigabe ab 16 Jahren erteilt.

Fazit:
Just Cause verschenkt leider viel Potenzial – denn die Tropeninsel bietet ein tolles Spielszenario, die Story rund um eine tyrannische Regierung und Guerilla-Kämpfer ist ebenso spannend wie vielseitig. Beim Missionsdesign gingen den Entwicklern aber offensichtlich die Ideen aus; vieles wiederholt sich schnell, das immer gleiche Vorgehen drückt auf die Stimmung und die fantasielosen Nebenmissionen, die schwache KI und einige Bugs sorgen zusätzlich dafür, dass man dem großen Vorbild GTA trotz eher unverbrauchten Insel-Szenarios nicht wirklich gefährlich nahe kommt.


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