Seuchenbekämpfung via Handy
Ärzte und Krankenschwestern können über ihr Mobiltelefon kritische Erkrankungen via GPRS in Echtzeit an eine zentrale Stelle melden. Sollte kein GPRS zur Verfügung stehen, kann der Datenversand auch per SMS abgewickelt werden. Über das Health Management Information System (HMIS) von Voxiva können sie Krisenherde, Medikamentenlagerbestände sowie Schlüsselinformationen zu der jeweiligen Krankheit abfragen. Dabei unterstützt das System die Kommunikation in zwei Richtungen, so dass das behandelnde Personal auch schnell eine Rückmeldung aus den Laboratorien bekommt und über mögliche Quarantänemaßnahmen unterrichtet wird. Die Software-Anwendung ist in Java geschrieben, um sicherzustellen, dass sie auf allen Mobiltelefonen einsetzbar ist.
"Internationale Anstrengungen, Pandemien in den Griff zu bekommen und lebensrettende Medikamente so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen, hängen in hohem Maße davon ab, wie umfassend und exakt die Informationen aus den Krisenzentren sind", so Rob Conway, CEO der GSM Association. "Wenn sich eine Krankheit ausbreitet, so brauchen die Gesundheitsämter aktuelle Informationen. Mobilfunknetzwerke, die inzwischen auch in den Schwellenländern weit verbreitet sind, sind der schnellste und beste Weg, an diese Information heranzukommen."
Derzeit laufen zwei Pilotprojekte: In Ruanda steht insbesondere Aids im Mittelpunkt, in Indonesien soll der Focus auf der Protokollierung der Vogelgrippe liegen. Nachdem die ersten Versuche in Ruanda nach Angaben der GSM Association recht erfolgreich verliefen, soll die Anwendung nun auch in die Nachbarländer Nigeria, Tansania und Südafrika exportiert werden. Das Projekt in Indonesien soll am 1. November 2006 starten.