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SCO: Details zur Linux-Lizenz

EV1 zahlte zwei Millionen US-Dollar. Im Prozess zwischen SCO und IBM über Urheberrechtsverletzungen an Unix sind nun nähere Details zu SCOs Linux-Lizenz bekannt geworden, die das Unternehmen im August 2003 einführte. Der Hoster EV1 kaufte damals tatsächlich solche Lizenzen, nun wurde bekannt, dass er unter Druck gesetzt wurde.
/ Julius Stiebert
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SCO wirft IBM noch immer vor, Unix-Quellcode in den Linux-Kernel gebracht und damit SCOs Rechte verletzt zu haben. Allerdings hat SCO hierfür niemals Beweise vorgelegt, auch wenn es 2003 hieß, man habe "zahlreiche Dateien mit unlizenziertem Code aus dem UNIX System V und entsprechenden Derivaten in Linux-Kerneln der Reihen 2.4 und 2.5 identifiziert" . Würde dies stimmen, so würde jeder Linux-Nutzer SCOs Rechte verletzen.

Daher führte das Unternehmen im August 2003 Linux-Lizenzen ein , damit Firmen Linux kommerziell einsetzen könnten. Für diese wollte SCO - nach einem Einführungsangebot - 1.399,- US-Dollar pro CPU, für Multiprozessor-Systeme gab es gesonderte Preise. Bekannt wurde wenig später, dass der Hoster EV1 solche Lizenzen erwarb, was SCO auch PR-technisch nutzte.

EV1-Geschäftsführer Robert Marsh sagte nun in dem Prozess aus, eine Lizenz für 20.000 Server gekauft und zwei Gutschriften erhalten zu haben, da er der erste Kunde war und für PR-Zwecke zur Verfügung stand. Laut den bei Groklaw(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichten Unterlagen einigten sich SCO und EV1 auf insgesamt 2 Millionen US-Dollar Lizenzgebühren. Dabei hätte besonders Philip Langer, SCOs Regional Director of Intellectual Property Licensing, Druck ausgeübt und eine Klage auf Grund des Linux-Einsatzes bei EV1 angedroht. Zudem hatte er gedroht, SCO könne alle EV1-Server abschalten lassen. An den Werbetätigkeiten sei Marsh nicht direkt beteiligt gewesen, diese seien über seinen Kopf hinweg entschieden worden.


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