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Endlich - erster Internet Explorer mit Tabbed Browsing

Internet Explorer 7 mit Feed-Reader, Phishing-Filter und Pop-up-Blocker. Fast zwei Jahre nach der ersten Ankündigung des Internet Explorer 7 hat Microsoft es endlich geschafft, die Arbeiten an der neuen Browser-Version abzuschließen. Zuvor ließ Redmond die Entwicklung am Internet Explorer über mehrere Jahre ruhen. Der Internet Explorer 7 bringt nach langer Wartezeit viele von der Konkurrenz lange bekannte Funktionen, wie Tabbed-Browsing, einen Feed-Reader, einen Pop-up-Blocker und einen Phishing-Filter.
/ Ingo Pakalski
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Der Internet Explorer 7 kommt mit einer komplett umgestalteten Bedienoberfläche daher. Auffällig ist vor allem das Fehlen der Menüleiste. Die wesentlichen Funktionen werden nun über Kontextmenüs erledigt und einzelne Menüpunkte stehen am äußeren Rand der Tab-Toolbar bereit. Darüber wird auch der Browser konfiguriert und hier steht eine Option bereit, die Menüzeile wieder einzublenden, was den verfügbaren Platz für Webseiten aber wieder verringert.

Der Umbau der Bedienoberfläche wurde notwendig, um die Neuerungen in den Internet Explorer 7 zu integrieren. Jahre nachdem die gesamte Browser-Konkurrenz Tabbed-Browsing beherrscht, zieht Microsoft nun endlich nach, stattet den Internet Explorer damit aus und nennt die Funktion "Reiter".

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Im Kern bietet der Internet Explorer 7 das an Tabbed-Browsing, was die Konkurrenz bereits seit Jahren liefert. Innerhalb eines Browser-Fensters sind weitere Unterfenster möglich, die sich bei Bedarf als so genannte Gruppe als Lesezeichen abspeichern lassen. Hierbei werden alle Lesezeichen in einem Verzeichnis abgelegt. Ein Session-Management liegt immerhin in Ansätzen vor, so dass der Browser beim nächsten Start mit den zuletzt geöffnten Webseiten geladen werden kann. Eine nützliche Besonderheit stellt die Tab-Fenster-Übersicht dar, die in Miniaturansicht einen Überblick über die geöffneten Browser-Fenster liefert.

Bei der Bedienung der Browser-Tabs hält sich Microsoft dankenswerterweise an die Konventionen, die andere Browser vorgelegt haben: Mit der Tastenkombination Strg-T öffnet sich ein leeres Tab. Ein mittlerer Mausklick auf einen Link oder die Eingabe einer Webadresse gefolgt von Alt-Return lädt eine Seite in ein neues Tab, während ein mittlerer Mausklick auf einen Reiter das Browser-Fenster schließt. Inaktive Tabs können ansonsten über das Kontextmenü geschlossen werden oder müssen vorher aktiviert werden, damit der Schließen-Knopf wieder erscheint.

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Mit der Maus können einzelne Tabs zudem mittels Drag-and-Drop umsortiert werden. Passen nicht alle Tab-Fenster in die Browser-Leiste, erscheint ein Pfeil, um nacheinander zu den nicht verborgenen Browser-Fenstern zu wechseln. Ein direktes Anspringen nicht sichtbarer Tab-Fenster ist so nicht möglich, weil es hier nur immer schön der Reihe nach geht. In den Optionen kann die Tabbed-Browsing-Fähigkeit auf Wunsch deaktiviert werden.

Mit der neuen Version beherrscht der Internet Explorer 7 nun auch Feeds, bindet diese aber anders ein, als man dies von der Browser-Konkurrenz gewohnt ist. Die Feed-Lesezeichen listen die neu hinzugekommenen Einträge nicht direkt auf, sondern öffnen beim Klick auf das Feed-Lesezeichen eine Webseite mit dem aktuellen Datenbestand. Es gibt leider keine direkte Benachrichtigung, wenn Feeds neue Inhalte aufweisen.

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Webseiten mit Feed-Unterstützung lassen das passende Icon in der Tab-Toolbar aufleuchten, das ansonsten ausgegraut ist. Wie bei anderen Browsern auch genügt ein Klick auf das Feed-Icon, um neue Inhalte zu abonnieren. Zuvor liefert der Internet Explorer eine Vorschau der Feeds, so dass sich der Nutzer vorab einen Eindruck davon verschaffen kann. Die Feed-Funktion stellt Microsoft Windows-weit per API zur Verfügung, so dass andere Applikationen darauf zugreifen können.

Als weitere Neuerung befindet sich in der Adressleiste nun eine Suchbox, um Suchmaschinen direkt zu füttern. In der Standardkonfiguration werden alle Anfragen an Microsofts Suchmaschine weitergereicht. Andere Suchmaschinen können verwendet werden, müssen aber zuvor aus einer von Microsoft zusammengestellten Auswahl aktiviert werden.

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Einige Änderungen erfuhr der bisherige Favoritenbereich, über den nun auch Feeds verwaltet und der Browser-Verlauf eingesehen werden kann. Dieser Sidebar-Bereich blendet sich nun standardmäßig nur kurz ein und verschwindet dann wieder. Da die Sidebar die Webseite überlagert, geht kein wertvoller Platz im Browser-Fenster mehr verloren. Alternativ kann aber auch das bisherige Andocken aktiviert werden, so dass etwa die Lesezeichen ständig sichtbar bleiben.

Überfällig war zudem die nun direkt im Browser eingebaute Zoom-Funktion, die nicht nur Text, sondern auch Grafiken passend skaliert. Bislang konnte die Darstellungsgröße von Webseiten im Internet Explorer nur über die Windows-Funktion verändert werden. Bei niedergedrückter Strg-Taste ließ sich durch Drehen am Mausrad aber nur die Schriftgröße vergrößern oder verkleinern. Bilder in Webseiten behielten dabei immer ihre normale Größe.

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Überarbeitet hat Microsoft außerdem die Druckfunktion, die nun eine Vorschau bietet und eine Webseite an die Breite einer Druckseite anpasst. Bei Bedarf werden nur Ausschnitte einer Webseite zu Papier gebracht. Zudem bietet der Internet Explorer 7 einen Popup-Blocker zur Abweisung lästiger Werbeeinblendungen. Ein Phishing-Filter gleicht besuchte Webseiten mit einer von Microsoft betriebenen Datenbank ab und soll so effizient vor Phishing-Seiten warnen. Mit einem neuen Menüpunkt lassen sich aus Sicherheitsgründen nun Cookies, der Browser-Cache, Formulardaten, Passwörter und temporäre Dateien löschen.

Über so genannte Add-Ons lässt sich der Funktionsumfang des Internet Explorer 7 aufstocken, allerdings stehen wirkliche Erweiterungen bisher kaum zur Verfügung. Die immer noch nur in englischer Sprache verfügbare Add-On-Website listet vor allem Produkte, die etwa auf die Rendering Engine des Internet Explorer aufsetzen. Neue Funktionen direkt für den Internet Explorer 7 findet der Nutzer dort kaum. Falls es mit einem Add-On Probleme gibt oder mögliche Sicherheitsprobleme von vorneherein ausgeschlossen werden sollen, kann der Internet Explorer 7 auch in einem Modus betrieben werden, in dem alle Add-Ons ignoriert werden. Der betreffende Startmenü-Eintrag ist allerdings ziemlich gut verborgen und befindet sich unter Programme/Zubehör/Systemprogramme.

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Unter der Haube soll der Internet Explorer 7 Webstandards nun besser unterstützen und verarbeitet nun transparente PNG-Dateien. Ursprünglich sollte vor allem die CSS-Konformität verbessert werden. Im Laufe der Entwicklung des Browsers hat sich Microsoft aber von diesem Vorhaben verabschiedet und bereits verkündet, dass der Internet Explorer 7 den Acid-2-Test(öffnet im neuen Fenster) nicht bestehen wird. Neben dem Release Candidate 1 versagt auch die Final-Version des Internet Explorer 7 beim Acid-2-Test jämmerlich.

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Der Internet Explorer 7 steht ab sofort für Windows XP mit Service Pack 2 vorerst nur in englischer Sprache zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit. Eine deutsche Version des Internet Explorer 7 hat Microsoft zum Marktstart nicht fertig bekommen. Auf die deutschsprachige Fasssung müssen die Nutzer noch "zwei bis drei Wochen" warten. Die Screenshots im Artikel stammen vom Release Candidate 1 des Internet Explorer 7, der optisch und funktionell der Final-Version entspricht.

Voraussichtlich im November 2006 wird Microsoft den Internet Explorer 7 als wichtiges Update über die Update-Funktion von Windows verteilen. Wer die automatisierte Einspielung des neuen Browsers verhindern möchte, kann dies mit einem Blockade-Werkzeug(öffnet im neuen Fenster) dauerhaft unterbinden.

Fazit:

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Mit dem Internet Explorer 7 holt Microsoft endlich wieder auf und versucht, zur Browser-Konkurrenz aufzuschließen. Das gelingt dem Browser halbwegs, aber es fällt auf, dass neue Ideen aus Redmond eher Mangelware sind. Das einzige Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen Windows-Browsern stellt derzeit die Tab-Browsing-Übersicht dar. Ansonsten fehlt dem aktuellen Internet Explorer 7 immer noch viel, was die Konkurrenz schon lange kennt. Dazu zählen etwa Mausgesten, das bequeme Öffnen versehentlich geschlossener Tab-Fenster oder die Möglichkeit, ohne lästigen Suchdialog in Webseiten zu suchen. Auch ein umfassendes Session-Management hätte dem Internet Explorer 7 gut zu Gesicht gestanden, nachdem die Microsoft-Kunden schon so lange auf Tabbed-Browsing warten mussten.

Besonders ärgerlich bleibt, dass Microsoft mit dem Internet Explorer 7 nur einen halbherzigen Umschwung vorgenommen hat, was die Unterstützung von Webstandards betrifft. Es bleibt unverständlich, warum der Konzern der Einhaltung des Acid2-Tests eine so geringe Bedeutung beimisst. Für die Zukunft hat Microsoft immerhin versprochen, dem Internet Explorer pro Jahr ein umfangreiches Update zu spendieren, so dass es spannend bleibt, ob Redmond der Browser-Konkurrenz bezüglich des Funktionsumfangs weiterhin hinterherhechelt oder zur Abwechslung mal wieder mit neuen Ideen auftrumpfen wird.


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