Radeon X1950 Pro: Neue Mittelklasse mit nativem CrossFire

Mit dem als "native CrossFire" beschriebenen Konzept entfällt die sperrige Kabelpeitsche, mit der ATI-Karten bisher gekoppelt werden. Ähnlich wie beim Nvidia-Vorbild "SLI" werden die Karten jetzt im PC über Flachbandkabel verbunden. Bei ATI sind zwei dieser Brücken nötig, bei Nvidia ist es nur eine. Laut ATI funktioniert das mit allen Mainboards, die auch die externe Lösung unterstützen. Das sind unter anderem solche mit den Xpress-3200-Chipsätzen von ATI oder Intels P965 und 975X.
ATIs Grafikprozessor Radeon 1950 Pro wurde unter dem Codenamen "RV570" entwickelt und wird erstmals mit 80 Nanometern Strukturbreite beim taiwanischen Auftragshersteller TSMC gefertigt. Damit sind die Grafikkarten halbwegs stromsparend und benötigen keinen Kühler mehr, der zwei Slots belegt. Manche Hersteller, wie etwa PowerColor, bieten dennoch 2-Slot-Lüfter an, die dann besonders leise sein sollen.
Da der Radeon X1950 Pro den X1900 XT nicht völlig ersetzen darf – diese Grafikkarten sind noch verfügbar und etwas teurer -, wurde er von ATI in der Ausstattung gegenüber dem großen Bruder etwas beschnitten, um für den Kunden beeindruckender zu klingen, aber in der Bezeichnung an die schnellste ATI-Karte namens Radeon X1950 XTX angelehnt. Gegenüber dem Spitzenmodell ist die Zahl der Pixel-Pipelines von 48 auf 36 Einheiten reduziert. Zudem stehen nur 12 statt 16 Texturierungseinheiten zur Verfügung. Beim Speichertakt stehen sich effektive 690 MHz (Radeon X1950 Pro) und 1.000 MHz (X1950 XTX) gegenüber. Der Grafikprozessor selbst ist statt mit 650 mit 575 MHz getaktet. Der Speicher ist zudem, anders als beim XTX, nicht als GDDR-4, sondern mit 256 MByte als GDDR-3 ausgeführt. Das spart Kosten gegenüber der doppelt so teuren XTX.
Die Grafikkartenhersteller liefern laut ATI Produkte mit dem Radeon X1950 Pro ab sofort an den Fachhandel aus, sie sollen je nach Ausstattung um 200,- Euro, teils auch schon 189,- Euro kosten und dürften in einigen Tagen verfügbar sein. Die Karten beherrschen DualLink auf beiden DVI-Ports, Hersteller können ihre Karten alternativ mit HDMI bestücken. Radeon-X1950-Pro-Grafikkarten sind bisher nur für die PCI-Express-Schnittstelle angekündigt worden. Als besonderes Bonbon für die Besitzer älterer Rechner plant ATI aber auch eine AGP-Version des X1950 Pro mit gleicher Ausstattung. Wann und zu welchem Preis diese Grafikkarten erscheinen, steht aber noch nicht fest.