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Radeon X1950 Pro: Neue Mittelklasse mit nativem CrossFire

Neue Grafikkarte um 200,- Euro benötigt keine externe Verkabelung. Vier Wochen nach Nvidias Vorstellung des GeForce 7900 GS zieht ATI jetzt gleich: Grafikkarten mit dem neuen Chip Radeon X1950 Pro kosten um 200,- Euro, sollen aber durchweg schneller sein als das Nvidia-Pendant. Mit der neuen Mittelklasse hat ATI auch die externe Verkabelung für den CrossFire-Betrieb zweier Grafikkarten abgeschafft.
/ Nico Ernst
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Mit dem als "native CrossFire" beschriebenen Konzept entfällt die sperrige Kabelpeitsche, mit der ATI-Karten bisher gekoppelt werden. Ähnlich wie beim Nvidia-Vorbild "SLI" werden die Karten jetzt im PC über Flachbandkabel verbunden. Bei ATI sind zwei dieser Brücken nötig, bei Nvidia ist es nur eine. Laut ATI funktioniert das mit allen Mainboards, die auch die externe Lösung unterstützen. Das sind unter anderem solche mit den Xpress-3200-Chipsätzen von ATI oder Intels P965 und 975X.

Mit dem neuen CrossFire-Konzept entfällt auch die Notwendigkeit einer "Master"-Karte. Wer heute eine Radeon X1950 Pro kauft, kann später ein ähnliches Modell der X19xx-Serie mit internem Connector dazustecken und die beiden Karten koppeln. Liebäugelte man bisher mit CrossFire, so war es besser, gleich eine der raren Master-Karten zu kaufen. Auch die neuen Karten mit nativem CrossFire lassen sich mit den bisherigen Master-Karten über die Kabelpeitsche als Slave betreiben. Allerdings schalten sich dann laut ATI die Pixel-Pipelines der Slave-Karte auf die Zahl der Pipes in der Master-Karte zurück, so dass diese Koppelung nicht sinnvoll sein dürfte.

ATIs Grafikprozessor Radeon 1950 Pro wurde unter dem Codenamen "RV570" entwickelt und wird erstmals mit 80 Nanometern Strukturbreite beim taiwanischen Auftragshersteller TSMC gefertigt. Damit sind die Grafikkarten halbwegs stromsparend und benötigen keinen Kühler mehr, der zwei Slots belegt. Manche Hersteller, wie etwa PowerColor, bieten dennoch 2-Slot-Lüfter an, die dann besonders leise sein sollen.

Da der Radeon X1950 Pro den X1900 XT nicht völlig ersetzen darf – diese Grafikkarten sind noch verfügbar und etwas teurer -, wurde er von ATI in der Ausstattung gegenüber dem großen Bruder etwas beschnitten, um für den Kunden beeindruckender zu klingen, aber in der Bezeichnung an die schnellste ATI-Karte namens Radeon X1950 XTX angelehnt. Gegenüber dem Spitzenmodell ist die Zahl der Pixel-Pipelines von 48 auf 36 Einheiten reduziert. Zudem stehen nur 12 statt 16 Texturierungseinheiten zur Verfügung. Beim Speichertakt stehen sich effektive 690 MHz (Radeon X1950 Pro) und 1.000 MHz (X1950 XTX) gegenüber. Der Grafikprozessor selbst ist statt mit 650 mit 575 MHz getaktet. Der Speicher ist zudem, anders als beim XTX, nicht als GDDR-4, sondern mit 256 MByte als GDDR-3 ausgeführt. Das spart Kosten gegenüber der doppelt so teuren XTX.

Nach ATIs eigenen Benchmarks ist die Radeon X1950 Pro in nahezu allen modernen Spielen – die Ausnahme ist wie üblich Doom 3 – schneller als Nvidias GeForce 7900 GS. Im Schnitt soll sie bei hohen Auflösungen etwa 20 Prozent fixer rechnen. Im CrossFire-Verbund fallen die Steigerungen gegenüber zwei GeForce 7900 GS mit zwei Radeon X1950 Pro laut ATI sogar noch deutlicher aus. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Grafikkarten-Hersteller solche Benchmarks stets in 1.600 x 1.200 Pixeln durchführen, was längst nicht auf allen Monitoren mit guter Bildqualität möglich ist. Bei den üblichen 1.280 x 1.024 Pixeln eines 17- oder 19-Zoll-TFTs sind auch die Mittelklasse-Grafikkarten für nahezu alle Spiele ausreichend schnell.

Die Grafikkartenhersteller liefern laut ATI Produkte mit dem Radeon X1950 Pro ab sofort an den Fachhandel aus, sie sollen je nach Ausstattung um 200,- Euro, teils auch schon 189,- Euro kosten und dürften in einigen Tagen verfügbar sein. Die Karten beherrschen DualLink auf beiden DVI-Ports, Hersteller können ihre Karten alternativ mit HDMI bestücken. Radeon-X1950-Pro-Grafikkarten sind bisher nur für die PCI-Express-Schnittstelle angekündigt worden. Als besonderes Bonbon für die Besitzer älterer Rechner plant ATI aber auch eine AGP-Version des X1950 Pro mit gleicher Ausstattung. Wann und zu welchem Preis diese Grafikkarten erscheinen, steht aber noch nicht fest.


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