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Rückenwind für deutsche Tools zum Chip-Design

Electronic Design Automation (EDA) macht Fortschritte

Das bereits 2002 gegründete Unternehmen ChipVision aus Oldenburg hat mit 6,4 Millionen US-Dollar von Investoren seine zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen. ChipVision stellt zwar nicht die Softwarewerkzeuge für die renommierten CPUs her, dafür sind die Tools für ein "System on a Chip" (SoC) reichlich interessant - sie optimieren die Halbleiter auf Stromsparen.

Artikel veröffentlicht am ,

Ein gewisser Frankenstein-Effekt ist modernem Chip-Design nicht abzusprechen: Was dereinst in Computern rechnet, wird vor allem mit Computern entwickelt. Das Stichwort dafür lautet "Electronic Design Automation" oder EDA. Als Endergebnis stehen so Dateien zur Verfügung, auf deren Basis in fremden Halbleiterwerken Chips hergestellt werden können. Prominentestes Beispiel sind hier die beiden Grafik-Marktführer ATI und Nvidia: Sie besitzen keine eigenen Chipfabriken, sondern lassen ihre Bausteine beim taiwanischen Auftragshersteller TSMC fertigen.

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Durch die sich immer schneller ändernden Anforderungen der Kunden müssen auch die Designzyklen immer kürzer werden und die Designsoftware mehr leisten. Eines dieser Tools namens "Orinoco" kommt dabei aus Deutschland. Die Software ist dafür ausgelegt, bei hochintegrierten SoCs automatisch das Stromsparen zu berücksichtigen. SoCs finden sich von der Waschmaschine bis zum MP3-Player in zahllosen Geräten und vereinen Prozessor, Speicher, Grafik sowie Ein- und Ausgabe auf einem Chip. Mit einem Referenz-Design will ChipVision bei einem solchen SoC im durchschnittlichen Verbrauch 78 Prozent elektrischer Leistung eingespart haben. Orinoco macht dazu nicht nur Vorschläge, wo Funktionseinheiten angebracht werden sollen, sondern organisiert auch deren Verschaltung bei gleicher Funktion um.

Als Besonderheit soll das Paket auf die technischen Eigenschaften der Halbleiter Rücksicht nehmen. Da SoCs meist den Highend-Prozesssoren um ein bis zwei Strukturbreiten-Generationen hinterhinken, ist dort derzeit der Wechsel zu 120 und 90 Nanometern aktuell. Hier werden die Leckströme der Transistoren zum Problem, wie unter anderem Intel mit dem Pentium-4-Kern "Prescott" schmerzhaft lernen musste. Orinoco soll auf die Leckströme Rücksicht nehmen und sie mit einer Abweichung von nur 25 Prozent pro Transistor vorausberechnen können.

Die Leistungen der ChipVision-Software sind nach wenigen Jahren Marktpräsenz inzwischen anerkannt. So wundert es auch nicht, dass das Unternehmen nun seine zweite Finanzierungsrunde durchlaufen konnte. Unter anderem von den Münchner Venture-Kapitalisten Target Partners und BayTech hat ChipVision 6,4 Millionen US-Dollar erhalten. Ob damit ein Börsengang vorbereitet werden soll, gaben die Unternehmen nicht bekannt.

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Koempy 17. Okt 2006

Rate mal, wer die noch besuchen wird ;-)

Frank N. Stein 16. Okt 2006

Ja ne is klar.


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