Transmeta verklagt Intel wegen Patentverletzungen
Um welche Patente es sich handelt, gab Transmeta noch nicht an. Transmetas Technologie "LongRun" passte erstmals in einem Prozessor Taktfrequenz und Spannung dynamisch an. Ähnliche Verfahren finden sich inzwischen auch bei Intel, aber ebenso bei AMD.
Um gleich die Vermutung zu ersticken, es gehe bei der jetzt eingereichten Klage vor dem Bezirksgericht von Delaware um Intels neue Strategie, die "Leistung pro Watt" in den Vordergrund zu stellen, gibt Transmeta an, sein geistiges Eigentum in Pentium III, Pentium 4, Pentium M und Core 2 gefunden zu haben. Die fraglichen Patente würden damit in drei Intel-Architekturen vom P5 (Pentium) über Netburst (Pentium 4) bis zu Banias und Core (Pentium M und Core 2) zum Einsatz kommen. Insbesondere der Pentium III wurde jedoch Anfang 1999 auf den Markt gebracht, als Transmeta noch höchst geheim an seinem Erstling Crusoe arbeitete.
Zudem ist auch der Pentium 4 kein Stromsparer, anders als das Transmeta-Design Crusoe, das seit dem Jahr 2000 zumindest Achtungserfolge in der x86-Welt feiern konnte und unter anderem in Subnotebooks von Sony eingesetzt wurde. Letztendlich scheiterte das Unternehmen im PC-Markt jedoch, weil die CPUs schlicht zu langsam waren. Dennoch setzte man weiter auf besonders sparsame Prozessoren und entschied sich schließlich, seine Entwicklungen als Lizenzen an andere Hersteller zu vergeben. Ein Transmeta-Design fand schließlich als 'Efficeon' ein Zuhause bei AMD.
Als Lizenzgeber, so Transmeta in einer Stellungnahme zur Klage gegen Intel, müsse man sein geistiges Eigentum besonders gut schützen. Dazu habe man im Vorfeld mit Intel ausführlich verhandelt, sei aber zu keinem Ergebnis gekommen. Daher habe man nun Schadensersatz und künftige Lizenzzahlungen per Gericht in ungenannter Höhe gefordert. Teil der Klage ist auch die bei Patentstreitigkeiten übliche Drohung, den Verkauf der Konkurrenzprodukte unterbinden zu lassen.
Intel wollte zu Transmetas Vorwürfen zunächst nicht Stellung beziehen. Erwartet wird jedoch für den Nachmittag eine Reaktion der Konzernzentrale aus den USA. Dem Marktführer waren in der Vergangenheit schon öfter Patentverletzungen durch seine Prozessoren vorgeworfen worden, unter anderem von Intergraph. Bisher konnte Intel sich dabei jedoch immer außergerichtlich einigen, teils mit Zahlungen von mehreren hundert Millionen US-Dollar.



