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ATI-Roadmap: Chipsätze für vier Grafikkarten und zwei CPUs

Auch erste Benchmarks des RS690 aus internen Präsentationen. Auf einer chilenischen Webseite ist eine vermeintliche Roadmap von ATI aufgetaucht, welche die Planungen für neue Chipsätze bis Ende 2008 aufzeigt. Demnach will die AMD-Tochter bereits im ersten Quartal des Jahres 2007 integrierte Grafik für DirectX 10 anbieten und ebenfalls 2007 Bausteine für Mainboards mit vier Grafik- und zwei Prozessor-Steckplätzen anbieten.
/ Nico Ernst
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ATI wollte auf Anfrage von Golem.de die bei Chilehardware veröffentlichte Präsentation(öffnet im neuen Fenster) nicht kommentieren, dementierte aber auch nicht deren Authentizität. Der Wortwahl und den direkten Vergleichen mit realen Messwerten zwischen ATI- und Intel-Chipsätzen nach zu urteilen handelt es sich um ein internes Dokument, wie es beispielsweise für Mainboard-Hersteller angefertigt wird. Selbst wenn es sich um ATIs tatsächliche Planungen handelt, sind solche Roadmaps mit Vorsicht zu genießen, da sich bei den Chipherstellern durch Entwicklungsprobleme und veränderte Anforderungen des Marktes häufig Änderungen ergeben. Zudem wurde ATI Ende Juli 2006 von AMD gekauft, beide Unternehmen kündigten kurz darauf an, bis 2008 Grafikfunktionen in PC-Prozessoren integrieren zu wollen.

Gleichzeitig beteuert ATI zwar bisher, seine Chipsatz-Roadmap für Intel-Prozessoren erfüllen zu wollen. In der jetzt aufgetauchten Präsentation wird Intel jedoch eher wie ein scharfer Konkurrent behandelt, als CPU taucht dort nur der Athlon FX auf. Dieser soll, so ist dem Papier auch zu entnehmen, im dritten Quartal 2007 als Quad-Core erscheinen. Damit wäre dann AMDs 4x4-Konzept mit zwei Prozessorsockeln, was vier Cores ausmacht, und zwei Grafiksteckplätzen, das noch 2006 vorgestellt werden soll, nur eine sehr kurze Marktpräsenz gegönnt. Die zweite "4" steht laut AMD hier für vier GPUs in zwei Slots – was aber bisher nur Nvidia mit seinen GX2-Grafikkarten anbietet.

4x4 wäre aber nach der ATI-Roadmap kaum noch nötig. Bereits im ersten Quartal 2007 soll demnach der bisher schon erhältliche Chipsatz Xpress 3200 (Codename RD580) als Version für zwei CPUs im Socket F (1207 Pins) erscheinen und zudem drei Grafik-Steckplätze unterstützen. Ob diese alle nach PCI-Express-x16 arbeiten, geht aus dem Papier nicht hervor. Zeitgleich soll auch eine Familie namens "R600" mit integrierter Grafik erscheinen, der bereits die Funktionen von DirectX 10 beherrscht.

Das kann Intels neuer P965 GM noch nicht per Hardware, weshalb ATI in dem internen Dokument fröhlich auf dem Konkurrenten im Chipsatzmarkt herumhackt. Nach eigenen Tests sollen einige neue Spiele, die zum Teil nur als Demo vorliegen, auf dem 965 gar nicht laufen. Wenn doch, wie etwa bei " Prey ", soll der RS690 bis zu dreimal so schnell sein. Integrierte Grafik ist vor allem in den USA, wo massenhaft auch Lowcost-PCs mit dieser Lösung gekauft werden, auch bei leistungshungrigen Spielen noch ein Thema, über das sich Entwickler wie Mark Rein von Epic ("Unreal Tournament") regelmässig aufregen .

Im dritten Quartal 2007 sollen laut der inoffiziellen Roadmap die ersten Produkte der R700-Familie erscheinen. Diese Chipsätze sollen dann vier Grafikslots nach PCI-Express-x8 oder zwei mit x16 unterstützen und ebenfalls mit zwei CPU-Sockeln zurecht kommen. Die 700er-Serie bleibt dann noch bis zum Jahr 2008 aktuell, erst dann erscheint mit der SB700 auch eine neue Southbridge, die sechs SATA-Ports, 12 USB-Anschlüsse und "Flash-Support" mitbringt, so die Roadmap. Damit dürfte ATIs Alternative zu Intels Konzept Robson gemeint sein, welches durch einen Flash-Speicher auf dem Mainboard die Festplattenzugriffe bis auf das fünffache Tempo beschleunigen soll. Da Intel Robson schon in der ersten Hälfte des Jahres 2007 auf den Markt bringen will, könnte der Prozessorprimus hier lange Zeit einen Vorteil gegenüber AMD und ATI haben, so nicht andere Hersteller – beispielsweise Nvidia – die Idee schneller für AMD-Mainboards umsetzen.

Einen bisherigen Nachteil gegenüber Nvidia will ATI dem Dokument zufolge auch abschaffen: Für die Zwei-Grafikkarten-Lösung " CrossFire " braucht man bei ATI, anders als für Nvidias "SLI" eine spezielle Master-Karte, die dann aber mit jeder Standard-Karte derselben Chipfamilie gekoppelt werden kann. Das will ATI ändern indem die Master-Karten verschwinden, es ist aber noch nicht bekannt, wie und welche Karten künftig zusammengeschaltet werden können.


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